Mein Buch „Aurelia – In himmlischer Mission“

„… Da sie sich, trotz mühsamer Übungen, immer noch nicht wieder unsichtbar machen konnte, musste sie beim Schießen einen größeren Abstand halten und brauchte auch noch ein Versteck dazu. Und da bot sich der Stall förmlich an. Wenn Alois drin stand, dann konnte er sie nicht sehen und ein kleines Gebüsch, direkt vor dem Stall, bot ihr Deckung.

Der Bogen und die Pfeile waren schon dort versteckt und Aurelia lauerte nur noch auf den Moment, wenn Alois in den Stall ging, um die Kühe zu melken oder irgendetwas anders darin zu machen, wobei er dann aber mit dem Rücken zu ihr stehen musste, denn schließlich konnte sie sich ja nicht vor ihn stellen und auf ihn schießen.

Denn selbst wenn der Pfeil unsichtbar war, so würde der Mann sicher stutzig werden, wenn sie den Bogen spannte und sich zwanzig Stritte vor ihn so hinstellte. Zuerst erschien aber Lisa bei ihr, mit einem kalten Getränk und einem feuchten Lappen für das Knie.

Aurelia nickte ihr zu, ließ aber die Tür des Stalles dabei nicht aus den Augen.

Es dauerte ungewöhnlich lange, bevor Alois das Haus verließ und danach wuselte er auch noch völlig sinnlos im Garten umher. Dann grub er noch hinter dem Schuppen ein Zwiebelbeet um und hielt anschließend einen kurzen Schwatz mit Anton, der das Heu auf der Wiese wendete. Aurelia verdrehte schon die Augen. „Die Kühe!“, wollte sie dem Mann zubrüllen, doch sie musste sich in Ruhe fassen. Ein Bauer, der nicht in den Stall ging. Wo kam man denn da hin!

Endlich öffnete er die Stalltür und Aurelia erhob sich von der Liege. Humpelnd war sie beim Gebüsch, als Alois mit der Mistgabel in den Stall gegangen war. Die große Stalltür stand weit offen und der Mann bot solch ein fantastisches Ziel.

Aus zwanzig Metern Entfernung legte Aurelia mit dem Bogen auf ihn an. Wie eine Säule stand der Mann, mit dem Rücken breit zu ihr. Der Schuss musste einfach sitzen, aber als Aurelia den Pfeil losließ, da bückte der Mann sich und das Geschoss traf den schwarzen Kater, der auf der Stange im Stall gesessen hatte.

„Verdammt!“, entfuhr es Aurelia, während der Kater an ihr vorbei lief und das Weite suchte. „Neuer Pfeil, neues Glück!“, murmelte Aurelia, während sie sich bückte und einen zweiten Pfeil aus dem Köcher zog. Nun bewegte sich der Mann aber so schnell, dass sie gar keine Chance zum Schuss mehr hatte.

Endlich hielt er inne und stand wieder für sie bereit. Der zweite Pfeil war sofort auf dem Weg, traf die Mistgabel, prallte davon ab und traf den Eber, der dösend in seinem Schweinestall gelegen hatte. Das nun folgende Geräusch zeugte davon, dass die Sau gerade die glücklichsten Momente ihres Lebens mit dem erwachten Eber verbrachte.

„Das darf doch wohl nicht wahr sein!“ Aurelia stöhnte auf und schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Nächster Versuch!“ Seufzend zog Aurelia den dritten Pfeil aus dem versteckten Köcher im Gebüsch.

„Ich hoffe, Max beobachtet mich nicht gerade bei diesen nutzlosen Versuchen“, dachte sie. Langsam zog sie sich die Bogensehne an die Nase und zielte sorgsam auf den Bauern. Dieser Schuss musste nun aber sitzen!

Die Pfeilspitze folgte unaufhörlich dem sich bewegenden Mann. Am Tage zuvor war der nie so schnell gewesen. Vermutlich musste er nun seine vertrödelte Zeit wieder aufholen.

Immer wenn sie dachte, der richtige Moment zum Loslassen wäre gekommen, da drehte sich Alois wieder zur Seite. Zum Glück wendete er sich nicht zu ihr um, sonst wäre es vorbei gewesen. „Ich kann hier nicht ewig so stehen bleiben! Wenn mich da jemand sieht!“, sauste es durch ihren Kopf.

Bisher hatte sie immer nur aus einer Entfernung von maximal drei Metern geschossen. Das war ja auch kein Problem, wenn man unsichtbar war. Aber so ging das nicht. Vielleicht wäre ein Bogenkurs richtiger gewesen, als hier die Sau zu beglücken. Oder den Kater auf die gesamte Katzenmeute des Dorfes loszulassen.

Immer noch zielte sie auf den Mann und langsam verkrampften sich ihre Finger. Die Kraft des Bogens ließ ihre Hand zittern und das würde es nicht besser machen. Noch immer schnaufte der Eber glücklich und die Sau grunzte zufrieden. Wenigstens war dieser Schuss nicht vergebens gewesen.

Von ihr nicht beeinflussbar gaben ihre Finger das Geschoss frei. Alois bückte sich erneut und der Pfeil traf die vor ihm stehende Schubkarre. Mit einem summenden Geräusch prallte er ab, kam zurück und sauste nur fingerbreit neben Aurelias Ohr vorbei. Erschrocken fuhr sie herum und sah, wie der Pfeil in Antons verlängerten Rücken einschlug. Mit einem Schmerzensschrei kippte der Mann nach vorne um und fiel der Länge nach auf die Wiese in das Heu. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Aurelia – In himmlischer Mission“ mit ISBN 978-3-7519-1416-1, als Buch für 8,49 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://romantik.goeritz-netz.de/16.html

Meine Geschichte „Im Zeichen der Schlange“

Hier dazu der Klappentext:

„In einer fernen Zukunft hat sich die Menschheit durch Naturkatastrophen und Kriege fast vollständig ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden sind auf ein Dasein wie zur Zeit des Mittelalters zurückgefallen und bewohnen den Kontinent Mirento, der früher einmal Europa war.

Dieser Kontinent ist in fünf Reiche aufgeteilt.

Das Gleichgewicht zwischen den Kräften hängt an einem seidenen Faden und wird immer wieder durch Überfälle der Tuck oder durch Reibereien zwischen den eigentlich befreundeten Königreichen empfindlich gestört.

Nur die Kraft der drei Schlangenhüterinnen, Königin Zondala, Barbara und der Schamanin Ursula, hält das brüchige Band aufrecht, aber wie lange noch?

In der Fortsetzung der Geschichte „Die Hüterin der Schlangen – Die Chroniken von Mirento Band 1“ liegt jetzt das Schicksal des Kontinentes und seiner Bewohner auf den Schultern von Königin Zondalas und Fürstin Sandras Töchtern. Die jungen Frauen übernehmen diese Rolle nur ungern, doch die Zukunft der ganzen Menschheit steht immer wieder auf dem Spiel.“

Leseprobe:

„… Nicht einen einzigen Moment hatte Lunara in dieser Nacht die Augen schließen können. Soeben konnte sie über sich, in der Öffnung des Rauchabzuges, den Lichtschein des neuen Tages erspähen. Die Sonne hatte die Schatten der Nacht vertrieben, aber die Dunkelheit in ihren Gedanken hatte sie damit nicht ausgelöscht.
Noch immer wusste Lunara nicht, was sie tun sollte.
Sich verweigern und sterben, oder es zulassen und leben.
Leben oder Tod, das war doch eigentlich ganz einfach.
Eigentlich!
Wenn sie wirklich mit ihrem Bruder das Lager teilte, dann konnte sie der Mutter nie wieder unter die Augen treten und wenn sie den Tod wählte, dann würde sie Sandra nicht mehr wiedersehen.
Was blieb ihr eigentlich für eine Zukunft?
Sie würde in beiden Fällen für den Rest ihres Lebens hier bleiben müssen. Und bei einer Verweigerung wäre das hier ihr letzter Tag.
„So ein Mist!“, stöhnte sie auf, erhob sich vom Bett und setzte sich zurück an das niedergebrannte Feuer.
Mit ein paar Holzscheiten entfachte sie die Flammen aus der Glut und dachte dabei an ihren Bruder.
Er war wirklich sehr schön und stattlich. Und seine Augen waren der Hammer, aber er war ihr Bruder! Wenn er das nicht gewesen wäre, dann hätte sie kein Problem damit gehabt, sich ihm freudig hinzugeben!
Konnte sie einfach die Augen schließen und nicht daran denken, dass sie schon einmal neun Monate lang nackt Haut an Haut mit ihm gelegen hatte?
Und bei diesen Überlegungen war dann auch dieses warme Gefühl in ihren Bauch als Entscheidungshilfe nicht sehr förderlich.
Wenn er hässlich gewesen wäre, oder sonst irgendwas, vielleicht gewalttätig ihr gegenüber, dann hätte sie sich selbst sagen können: Ich hatte keine Wahl!
Aber so?
Er hatte ihr ja diese Entscheidung gelassen. Warum nur?
Hätte er sie nicht einfach nur packen, auf das Lager werfen und zustoßen können?
Lunara blickte sich um und ihr Haar fiel ihr in die Stirn. Dodarus hatte es ihr am Abend gelöst und jetzt suchte sie einen Kamm, um diese lange Mähne wieder zu bändigen.
Die junge Frau vom Abend zuvor trat in das Zelt und brachte eine Schüssel.
„Kannst du mir bitte einen Kamm bringen?“, bat sie die Frau und nahm ihr das Frühmahl aus der Hand.
Die Frau griff in einen Beutel an ihrem Gürtel und zog einen geschnitzten Holzkamm hervor, der wirklich wunderschön aussah.
„Soll ich dir helfen?“, fragte sie mit einer melodischen Stimme.
Lunara hatte schon geglaubt, dass die andere Frau nicht sprechen konnte, doch jetzt antwortete sie ihr: „Das wäre nett von dir!“
In Gedanken versunken aß sie das Mahl, während die andere Frau ihr wortlos das Haar kämmte.
Gerade hätte sie etwas fragen oder erzählen können, doch Lunaras Gedanken hingen bei dieser einen Entscheidung fest. Und sie kam davon nicht los! Die Frau würde ihr da sicher auch nicht helfen können, denn sie war ja nicht in dieser verzwickten Lage!
„Du blöder Kopf! Lass los!“, stöhnte sie.
Die andere Frau fragte: „Was bedrückt dich? Dass du da auf den Berg musst?“
„Ja und nein! Es ist mein Gewissen, dass mich plagt!“, entgegnete Lunara seufzend.
„Wenn man jeden Tag ums Überleben kämpfen muss, dann kann man sich kein Gewissen leisten!“, antwortete die Frau leise und trat vor sie hin.
„Und ich habe momentan das Problem, dass ich, wenn ich meinem Gewissen folge, heute sterben werde“, erklärte Lunara.
„Willst du denn nicht leben? Warum wirfst du dein Leben fort? Wegen deines Gewissens?“, fragte die Frau und schüttelte missbilligend den Kopf.
Es war wohl irgendwie schwierig ihr diese Situation zu erklären und eine Antwort von ihr zu erhalten. Oder hatte ihr die Frau gerade schon diese gegeben?
„Wie ist dein Name?“
„Sejla“
„Ich danke dir, Sejla. Du hast mir gerade sehr geholfen!“, antwortete Lunara.
„Wenn du dich für das Leben entscheidest, so bin ich für die nächste Zeit deine Gehilfin“, setzte Sejla hinzu und zeigte auf den Rock, den sie am Vorabend auf das Bett gelegt hatte.
Diese stumme Geste bedeutete wohl so etwas wie: „Es ist an der Zeit!“
Lunara nickte und erhob sich.
„Dein Halsband, welche Bedeutung hat es?“, fragte sie über die Schulter.
Sejla antwortete: „Es kennzeichnet mich als Eigentum des Kahns. Du wirst ein ebensolches erhalten, wenn er dich holen kommt! Nur mit diesem Zeichen kannst du dich unbehelligt im Lager bewegen!“
Noch mehr sonderbare Sitten!
Offensichtlich war, wenn sie Sejlas Worte richtig gedeutet hatte, jede Frau ohne Halsband Freiwild für die Männer. Das sagte wohl mehr über den Zusammenhalt innerhalb des Stammes aus, als alle Gelehrten von Mirento hätten wissen können.
Mit einer Verbeugung ging Sejla aus dem Zelt und ließ sie erneut sprachlos zurück.
Lunara legte die Decke ab, nahm das Kleidungsstück und hielt es sich an. Ein ganz normaler knielanger Rock in einer bunten Farbe. Blumen und Vögel waren darauf abgebildet. Er war wirklich sehr schön, aber das würde ihr einziges Kleidungsstück sein.
Auch Sejla trug nur einen solchen Rock. Das entsprach wohl damit auch ihrer Schilderung. Rock und Halsband würden von jetzt an genügen.
Gewöhnungsbedürftig!
Bisher hatten die Männer in Wiesenland die Frauen immer mit Respekt behandelt. Sie waren Gefährtinnen, Freundinnen, Geliebte und Kameradinnen.
Und bei den Tuck? Entweder Gegenstand oder laufender Schoß!
Lunara schnaubte und zog sich den Rock an. Sie würde den Kopf abschalten und dem Herzen folgen.
Dodarus betrat das Zelt und er hatte das erwartete rote Band dabei, welches er ihr sofort um den Hals legte.
„Wie ist deine Wahl ausgefallen?“, fragte er, offensichtlich wollte er schon jetzt ihre Antwort haben, obwohl sie ja noch viel Zeit haben würde, um sie ihm zu geben.
War er genauso, wie die Männer seines Stammes? Oder hatte das Blut der Mutter in ihm für etwas Mäßigung gesorgt?
Die Rücksicht und Anteilnahme des Vorabends ließ sie darauf hoffen.
„Ich möchte leben und dir einen Sohn schenken!“, erklärte sie und ging auf ihn zu.
Lunara erspähte für einen Wimpernschlag das freudige Blitzen in seinen Augen, dann trat er zur Seite, zog die Plane zurück und gab ihr den Weg nach draußen frei.
Dutzende Menschen standen dort vor dem Zelt und bildeten eine Gasse, durch die sie schreiten sollte. Am anderen Ende stand ein Mann mit einem weißen Bart und einer Mütze, an deren beiden Seiten die Hörner einer Kuh befestigt waren.
Vermutlich war dies der Schamane.
An der Seite ihres Bruders ging sie zu dem Mann und verbeugte sich vor ihm, wie es Dodarus ebenfalls tat.
Dodarus nahm sie auf die Arme, der Schamane verband ihr die Augen und sie hörte den Jubel der Menschen rings um sie herum.
Jetzt würde sie dem Weg ihres Herzens folgen müssen, aber ein bisschen mulmig war ihr schon dabei. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Zeichen der Schlange“ auf 432 Seiten. Mit ISBN: 978-3-7562-1221-7, als Buch für 12,90 Euro und auch als eBook für 3,49 Euro

Alle Informationen immer unter: http://fantasy.goeritz-netz.de/9.html

Meine Geschichte „Die Hüterin der Schlangen“

Hier dazu der Klappentext:

„In einer fernen Zukunft hat sich die Menschheit durch Naturkatastrophen und Kriege fast vollständig ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden sind auf ein Leben wie im Mittelalter zurückgefallen und bevölkern nun den Kontinent Mirento, der früher einmal Europa gewesen war.

Dieser Kontinent ist in fünf Reiche aufgeteilt.

Das Gleichgewicht zwischen den Kräften hängt an einem seidenen Faden und wird immer wieder durch die Überfälle der Tuck oder der Ritter von Mortunda empfindlich gestört.

Eine alte Sage berichtet davon, dass einst ein Kind geboren wird, das diese fünf Königreiche vereinigen wird und zu neuem Glanz führen kann, doch schon ziehen die dunklen Wolken des Kampfes abermals am Himmel auf.

Wird dieses Kind noch rechtzeitig das Licht der Welt erblicken, bevor ein neuer Krieg auch noch die letzten verbliebenen Menschen auslöschen wird?“

Leseprobe:

„… Müde schweifte Zondalas Blick über die Kühe, die sie gerade von der einen Weide zur nächsten Viehweide getrieben hatte. Auf den Hirtenstab gestützt versuchte sie ihren Rücken wieder gerade zu drücken. Eigentlich wäre das Treiben der Tiere nicht so schlimm gewesen, aber sie hatte ein Kälbchen tragen müssen, das gerade erst geboren worden war und das sie natürlich nicht zurücklassen konnte.
Normalerweise war das auch eine Aufgabe für mehr wie eine gewesen, aber die Männer des Dorfes hatten sich auf dem Ruf von Fürst Reinhold auf seiner Burg versammeln müssen und die Mutter war mit ihrer jüngsten Schwester in der Hütte geblieben. Gerade mal zwei Tage war die Kleine alt und auch die Mutter brauchte noch etwas Ruhe.
Mittlerweile lebte Zondala das vierzehnte Jahre in Wiesenland und seit einigen Jahren trug sie den Natterndolch an ihrer Seite, aber Reiter von Mortunda waren nicht wieder in die Ebene gekommen.
Die bekämpften sich im Norden mit den Kriegern von Cenobia. Dieser Kampf sorgte allerdings dafür, dass die Tuck nun viel öfter und auch viel weiter in den Norden kamen und die schutzlosen Dörfer überfielen.
Sicherlich hatte der Fürst auch deswegen die Männer zu sich gerufen.
Das Kälbchen neben ihr zupfte an ihrem Kleid und sie strich dem Tier über den Kopf. Hoffentlich dachte es nicht, dass Zondala seine Mutter war. Mit schieben und drücken brachte sie das Tier in die Nähe seiner wirklichen Mutter zurück, die das Kalb erst mal ausgiebig beschnupperte, bevor sie das Jungtier an das Euter ließ.
Schmatzend begann das Kalb zu trinken. Ruhig ließ das Mädchen ihre Augen über die grasende Herde gleiten. Alles war friedlich, dann ging ihr Blick nach Süden.
Dort unten lag das Land der Tuck. Schon von klein auf hatte die Mutter sie immer wieder vor den wilden Horden der plündernden Räuber gewarnt. Aber gesehen hatte sie die Männer bisher noch nie.
Wenn es nach ihr ging, so konnte das auch so bleiben.
War es aber klug vom Fürsten gewesen, alle Männer an einem Ort zusammenzuziehen? Hatte der alte Führer ihre Stämme und damit auch seine Dörfer schutzlos zurückgelassen? Natürlich war es früh im Jahr und die Ernte war noch auf dem Feld, aber es gab auch noch Vieh. So, wie die zwanzig Kühe, die sie gerade vor sich auf der Weide hatte.
Ihre Finger glitten über den Griff der Waffe an ihrem Gürtel. Freiwillig und ohne Gegenwehr würde sie keines der Tiere verlieren wollen, aber ein Mädchen gegen eine Horde von Reitern?
Zweifellos würde sie dabei verlieren. Nicht nur die Tiere, sondern sicher auch ihr Leben. Aber sie würde bis zum Schluss kämpfen. Mit der Übernahme des Hirtenstabes von ihrem Vater hatte sie ihm genau dies, ohne Worte, versprochen.
Diese Tiere waren ihr ganzer Besitz, ihr Reichtum, ihre einzige Möglichkeit, ein gutes Leben zu führen. Der Boden war bei ihrem Dorf nicht so gut, als dass er sich für gutes Getreide eignen würde. Gras für die Kühe und Schafe wuchs hier. Aber das im Überfluss. Sie strich über die Flanken der Mutterkuh. Gut genährt war sie und damit waren auch Zondala und ihre Familie gut versorgt.
Sie trat ein paar Schritte zurück und setzte sich in das Gras. In der letzten Zeit hatten Wölfe ein paar der Schafe gerissen, aber die Kühe waren dafür viel zu groß. Daher musste sie sich über die grauen Tiere der Nacht keine Gedanken machen.
Die Jungen, die die Schafe auf der anderen Seite des Dorfes bewachten, die hatten jetzt keine Hirtenstäbe mehr. Sie trugen Lanzen gegen die Raubtiere bei sich.
Langsam senkte sich der Abend auf das Dorf herab und damit wurde es auch für sie Zeit, zur Hütte zurückzugehen. Doch als sie sich erheben wollte, zog eine Bewegung im hohen Gras ihre Aufmerksamkeit auf die Seite.
Es konnte auch der Wind gewesen sein, aber in sich spürte sie so ein Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmte.
Auf den Stab gestützt stand Zondala langsam auf und blickte angestrengt in das dichte Gras, das ihr bestimmt bis über die Knie reichte.
An einigen Stellen auch bis zur Hüfte und genau an solch einer Stelle war diese Bewegung gewesen. Auch die Kühe wurden unruhig und bestätigten damit ihren Verdacht.
Den Stab in beiden Händen, quer vor der Brust haltend, ging sie langsam nach vorn. Irgendein Raubtier hatte es auf die Herde abgesehen. Sicherlich nicht auf die ausgewachsenen Tiere, aber vielleicht auf das schwache Kälbchen! Blieb aber noch die Frage, ob es nur eines war, oder ein ganzes Rudel von wilden Tieren.
Schritt für Schritt schob sich Zondala zwischen das hohe Gras und das kleine Kalb.
Noch immer war nichts zu sehen und auch die Bewegung war nicht mehr zu erkennen. Aber das Gefühl der Bedrohung war noch da. Dann erkannte sie einen grauen Rücken nur wenige Schritte vor sich.
„Verschwinde!“, brüllte sie in die Dämmerung und sah im selben Augenblick in ein weit aufgerissenes Maul mit vielen spitzen Zähnen.
„Ein Wolf! Und ein ziemlich großer!“, raste es durch ihren Kopf.
Auf die Entfernung von drei Wolfslängen standen sich Mensch und Wolf, Auge in Auge, gegenüber. Sicherlich wäre nicht nur das Kalb ein leckerer Bissen für das Raubtier, sondern auch das Mädchen. Unendlich schien sich die Zeit zu dehnen und keiner der beiden Kontrahenten wollte rückwärtsgehen.
„Jetzt hau schon ab!“, schrie sie das Tier an, doch der Wolf nahm das offensichtlich als Angriffssignal. Mit aufgerissenem Maul flog er auf sie zu und Zondala riss den Stab nach oben, wodurch der Wolf ihn quer im Maul hatte, als sich seine Kiefer vor ihrem Gesicht schlossen.
Das Tier war stark, stärker als das Mädchen, aber sie wollte ihn nicht entkommen lassen und auch den Stab nicht loslassen. Sie drückte das Tier zu Boden und ein verzweifelter Ringkampf begann.
Zondala konnte keine Hand von dem Stab lösen, um an den Dolch zu gelangen. Sie drückte mit beiden Händen gegen das Tier, das ebenfalls den Stab nicht mehr losließ.
Schließlich entschied die Kuh den Ringkampf, indem sie dem Wolf einen Tritt mit dem Vorderbein versetzte und der Räuber jaulend zur Seite flog. Dabei riss er ihr aber den Stab aus der Hand.
Im Grase stehend schüttelte sich das Grautier und setzte erneut zum Todessprung an.
Im letzten Moment konnte Zondala den Dolch aus der Scheide heraus reißen und der Wolf sprang direkt in die lange Klinge.
Jaulend, zappelnd und sterbend fiel er vor ihr zu Boden.
Während sie seinen Leben ein Ende setzte, tauchten die Jungen neben ihr auf, die von der anderen Weide herübergelaufen kamen.
Triumphierend schrie sie ein Freudengeheul in den Nachthimmel. Zu viert trugen sie das erlegte Raubtier in das Dorf hinüber.
Sein Fell würde von nun an vor ihrem Bett liegen! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Die Hüterin der Schlangen“ auf 428 Seiten. Mit ISBN: 978-3-7534-4522-9, als Buch für 12,90 Euro und auch als eBook für 3,49 Euro

Alle Informationen immer unter: http://fantasy.goeritz-netz.de/7.html

Meine romantische Geschichte „Ein Winterurlaub der Sinne“

„… Anna starrte auf die geschlossene Tür. Nie im Leben hatte der Mann geklopft! Am Tage zuvor hatte sie den Anruf von Susi auf ihrem Handy sogar unter der Dusche gehört!
Ihr Blick fiel auf das Buch in ihrer Hand. „Porno?“, fragte sie sich laut und warf es auf das Bett. Automatisch klappte es neuerdings auf der Seite auf. Das Bild war schon sehr speziell und die Überschrift auf der Folgeseite mit dem Orgasmus war auch noch besonders dick geschrieben, aber es war nun mal Schulungsmaterial.
Nun vergewisserte sich Anna, dass die Tür von innen verriegelt war, bevor sie erneut in das Bad ging, um ihre Haare fertig zu frisieren.
Mit dem Blick in den Spiegel holte sie sich gerade erneut in die Erinnerung, dass das ganze Hotel sie am Tage zuvor nackt gesehen hatte, wie sie sich vermutlich ziemlich tief über den am Pool liegenden Mann gebeugt hatte.
Das Blut schoss ihr abermals in den Kopf und sie sah, wie ihre Wangen förmlich glühten.
Anna legte den Föhn zur Seite, zog das Tuch fort und fragte sich laut: „Was haben die wohl gesehen?“ Sie versuchte dieselben lange geübten Handgriffe der Reanimation und der Kontrolle der Vitalfunktion im Bad vor dem Spiegel und obwohl sie das kaum für möglich gehalten hätte, wurde ihr Kopf noch viel röter.
Man konnte ALLES sehen!
Noch nie hatte sie über diese Bewegungen nachgedacht, denn in der Notaufnahme und in der Klinik war man ja selten dabei nackt!
Nun würde sie erst mal eine Weile in ihrem Zimmer bleiben, bevor sie sich nach unten begeben konnte, wo die Kellner an der Tür des Speisesaals warteten, um ihr den Kaffee zu bringen.
Alle von ihnen hatten aus fünf Metern Entfernung tief in ihre Scham schauen können!
Wie sollte sie da einem von ihnen in die Augen sehen können und dabei ohne zu stottern einen Kaffee bestellen? Oder ein Rührei? Noch schlimmer: ein Hörnchen!
Das hatten die Männer sicher auch am Tage zuvor in der Hose gehabt!
Es war so etwas von peinlich!
Anna zog sich an und trat an das Fenster. Erneut musste sie an den Mann denken.
„Der hat doch nicht alle Latten am Zaun!“, entfuhr es ihr.
Dabei war er eigentlich recht hübsch gewesen und ohne diesen plumpen Versuch, sie nackt sehen zu können, hätte sie ihn vielleicht im Fitnesskeller angesprochen. Aber so? Nein danke!
Was sollte sie denn dann eigentlich an diesem Tag machen? Sauna fiel aus und der Pool auch.
Vielleicht wirklich in den Fitnesskeller und dort etwas trainieren? Das klang gar nicht mal so schlecht! Und mittlerweile sollten auch nicht mehr so viele Menschen unten im Speisesaal sein.
Damit konnte sie es wagen.
Anna fuhr hinab und versuchte so cool wie möglich zu bleiben, aber als sie am Tisch saß, redeten und lachten die Kellner an der Seite. Vermutlich nicht über sie, aber sie bezog es dennoch sofort auf sich.
Wo war eigentlich gerade die Medizinstudentin hin, die ihr Leben im Griff hatte und für die es nur ihr Studium gab? Hier saß eine schüchterne Anna, die so schnell wie möglich in den Keller verschwinden wollte. Oder im Boden versinken!
Sie schlang ihre Brötchen herunter, fuhr wieder zu ihrem Zimmer nach oben und war wenig später im schlabbrigen Jogginganzug im Keller.
In diesem Fitnessraum gab es nichts, was es nicht gab. Und es gab eine Trainerin!
Die nächsten Stunden übte Anna unter deren Anleitung alles Mögliche, bis sie den ersten Krampf im Bein hatte.
„Da fehlt dir Magnesium!“, sagte die Frau und bestellte per Telefon einen isotonischen Drink.
Die Frau kniete sich vor Anna, zog ihr die Jogginghose aus und massierte Annas Oberschenkel.
Das tat richtig gut, bis der Kellner vom Morgen ihr das Getränk brachte und Anna realisierte, dass sie unten rum nur noch den Slip mit den Herzen und den Bärchen trug.
Konnte sich jetzt nicht wirklich der Boden auftun und sie verschlucken?
Damit blieb ihr nur übrig, das Hotel zu verlassen, um draußen etwas zu unternehmen. Sie bedankte sich bei der Trainerin, zog sich die Hose wieder hoch und humpelte zum Lift.
Auf der Fahrt nach oben half das Magnesium schon und Anna konnte ohne Probleme auf ihr Zimmer gehen.
Mit dem Blick aus dem Fenster überlegte sie, was sie tun konnte.
Nach dem schweißtreibenden Training wollte sie zuerst unter die Dusche!
Diesmal verriegelte sie sowohl die Außentür, als auch die Tür des Bades.
Allerdings stellte sie, eingeseift unter der Dusche, fest, dass sie die Sachen im Zimmer auf dem Bett liegen hatte.
Dieser Tag konnte echt jetzt schon gelöscht werden.
Anna setzte sich unter die Dusche und heulte.
Jetzt hätte sie mit Susi über ihren Kummer reden können, aber das Handy war ebenfalls nebenan. Und die Handtücher wurden anscheinend gerade gewechselt, wie Anna feststellte, als sie den leeren Haken sah.
Es war zum Verzweifeln!
Sie stellte die Brause ab, schob das Wasser mit beiden Händen von ihrem Körper und föhnte sich danach trocken.
Das ging erstaunlich gut und vielleicht war der Tag ja doch noch zu retten!
Susi würde sagen: „Shopping hilft immer!“ Aber danach war Anna gerade nicht. Und nun klingelte auch noch das Telefon. Sie hörte es durch die verschlossene Tür und durch den Lärm des Föhns hindurch!
„Nie im Leben hat der Idiot geklopft!“, sauste abermals die Erkenntnis des Morgens durch ihren Kopf.
Sie war doch hier zum Wintersport, also wollte sie nun auch Wintersport machen. Vielleicht Skifahren? Man konnte sich doch sicherlich auch ein paar Bretter unten ausleihen.
Allerdings musste sie dazu zunächst erst einmal ihre Festung verlassen. Und zwar nackt!
Anna öffnete die Tür und wäre beinahe mit dem Zimmermädchen zusammengeprallt.
Die Frau gab ihr schnell einen Bademantel und alles war gut.
Anna ging zum Telefon und Mutter fragte sie, wann sie zum Mittag kommen würde.
„Später! Ich gehe jetzt Skilaufen!“, antwortete Anna.
„Fein! Ich komme mit!“, gab Mutter ihr am Telefon zurück.
„In einer viertel Stunde in der Lobby?“, fragte Anna.
„Alles klar! Ich bestelle schon mal die Ski und den Lehrer!“, antwortete Mutter.
Bevor Anna noch etwas sagen konnte, hörte sie nur noch das Freizeichen.
Als sie dann pünktlich am Tresen stand, erschien Mutter zwei Minuten später mit dem Lehrer schwatzend an der Rezeption.
Anna fiel der Unterkiefer herunter.
Der Lehrer war der Kellner vom Morgen!
Hatte sich denn die ganze Welt gegen sie verschworen? Aber der Mann erklärte ziemlich professionell und Anna versuchte die blöden Momente des Tagesbeginns zu verdrängen. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Ein Winterurlaub der Sinne“ mit ISBN 978-3-7543-7451-1, 252 Seiten als Buch für 8,49 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://romantik.goeritz-netz.de/21.html

Mein Buch „Im Schatten des Regenbogens“ ist jetzt auch als eBook erschienen

„… Das Getreide befand sich endlich in der Scheune und damit war Zeit zum Verschnaufen. Gisela hatte mit zunehmender Sorge bemerkt, wie sich sowohl Kaspar als auch Barbara veränderten. Bei Barbara konnte sie es ja noch auf die schwere und ungewohnte Arbeit schieben, aber bei ihrem Bruder?
In der Woche, die sie die Felder abgeerntet hatten, hatte er sich mit jedem Tage mehr zu seinen Ungunsten verwandelt und ihren Fragen ging er aus dem Weg.
Und so wie sich Kaspar von ihr entfernte, so näherte sie sich immer mehr an Barbara an.
Obwohl diese letzte leidenschaftliche Nacht mit ihr schon mehr wie eine Woche her war, war doch die Erinnerung an dieses wundervolle Erlebnis immer noch in ihr wach. Was mit dem einen Kuss damals im Kloster als Freundschaft begonnen hatte, das war jetzt zu einer Art von inniger Gunst geworden.
Und da schmerzte es natürlich umso mehr, die Freundin so leiden zu sehen. Vielleicht schämte sich Gisela auch für das Verhalten ihres Bruders.
Momentan zog sich Barbara immer mehr in sich zurück. Sie wurde wieder diese unnahbare Gräfin, die sie für Gisela im Schloss gewesen war. In sich gekehrt, wort- und gefühllos. Scheinbar eiskalt!
Jede Nacht lagen sie nah beieinander und trotzdem wie durch Welten voneinander getrennt. Mit jedem neuen Tag entfremdete sie sich weiter von Kaspar und in ihrem Inneren schmerzte es Gisela, wenn sie sah, wie dieser mit der Freundin umging.
Auf eine Armlänge entfernt sah sie den beiden zu, die sich neben ihr liebten. Das hatte sie schon vorher heimlich getan, doch gegenwärtig machte sie es viel aufmerksamer und sie sah sich selbst in dem Verhalten von Barbara.
Wie sich Gisela einst bei dem Grafen verhalten hatte, so verhielt sich Barbara jetzt bei Kaspar. Still, duldend und leidend. In so mancher Nacht hatten sie sich beide in den Schlaf geweint. Barbara viel schneller, da sie von der ungewohnten Arbeit oft völlig erschöpft gewesen war.
Momentan stand Gisela mit einem Getreidebündel im Arm an der Tür der Scheune und sah den Männern zu, die auf dem Platz vor der Scheune mit den Dreschflegeln im Kreis standen und das Korn aus den Ähren holten.
Mit einem fröhlichen Lied schlugen sie reihum im Takt und die Mägde versorgten sie mit neuen Kornbündeln.
Gisela bemerkte, wie Barbara gerade unter einem der Dreschflegel wegtauchte. Die unerfahrene Frau war viel zu ungeschickt und beinah wäre sie von dem herunter sausenden Holz am Kopfe getroffen worden.
Sie hatte einfach nicht den Rhythmus, der jeder Landmagd mit in die Wiege gelegt worden war. Abermals bückte sie sich im ungünstigsten Moment und Gisela konnte sie gerade noch zurückreisen, bevor schlimmeres passieren konnte.
Sie nahm die Freundin zur Seite und sah die Tränen in ihren Augen.
„Bleib hinter mir und sieh mir zu. Ich hole das ausgedroschene Stroh und du bringst es dann nach hinten zu den Strohpuppen am Zaun“, raunte sie der Freundin zu und strich ihr dabei liebevoll über die Wange.
Gisela spürte dabei, wie Barbara sich ihr entgegendrückte und dankbar zunickte.
Augenblicklich begann sich Gisela in den dumpfen Rhythmus zu begeben. Es dauerte nur einen Atemzug, dann hatte sie die Bewegung aufgenommen. Jahrelang hatte sie diese Tätigkeit im Sommer ausgeführt und sie hätte wohl auch mit verbundenen Augen den richtigen Moment zum Zupacken gefunden.
In fließenden Bewegungen zog sie das Stroh fort, reicht es nach hinten und sah, wie von der anderen Seite neue Ähren nachgeschoben wurden.
Die Männer waren gut aufeinander eingespielt und hier saß wirklich jeder Hieb! Es waren fast nur ältere Bauern und Knechte, die jüngeren waren wohl beim Aufstand gewesen.
Im Takt des Liedes und der Schläge tänzelte sie dahin und erspähte aus dem Augenwinkel, wie der Bauer Kaspar zur Seite nahm.
Für einen Moment stockte sie und wurde augenblicklich ihrerseits von Barbara zurückgerissen. Um Daumenbreite entfernt sauste der Dreschflegel vor ihrer Nase zu Boden.
Unvorsichtigkeit konnte hier schwerste Verletzungen nach sich ziehen, das wusste sie seit Jahren, und trotzdem war sie so nachlässig gewesen.
Schnaufend schaute sie über die Männer hinweg zur anderen Seite. Der Bauer trank mit Kaspar während der Arbeit! Eigentlich war dies eine Ungeheuerlichkeit! Was konnte das nur bedeuten?
„Gisela! Trödle nicht!“, fuhr die Bäuerin sie an und riss sie damit vorerst aus ihren Grübeleien.
Momentan war die Arbeit wichtiger!
Viel konzentrierter machte sie weiter und bei jedem Griff berührten sich ihre und Barbaras Hände. Da war so etwas Vertrautes darin und sie spürte, wie das Eis in Barbaras Seele mit jedem Körperkontakt immer mehr schmolz.
Irgendwann machten die Männer eine Pause und das war das Signal für alle Mägde, sich auf das gedroschene Korn zu stürzen, um es zur Seite zu räumen.
Seite an Seite knieten Barbara und sie auf dem Platz und klaubten die Körner in flache Körbe.
Vierzig Hände räumten den Platz in Windeseile frei, damit die Männer nach der Rast unverzagt weiterarbeiten konnten, aber weder Barbara noch sie hatten Augen für das Korn, sondern nur füreinander. Ohne Blick nach unten rafften sie das Getreide zusammen und immer wieder berührten sich dabei ihre Hände.
Unbeabsichtigt? Sicher nicht!
Die Männer kamen zurück, die Frauen wichen aus. Kaspar und der Bauer fehlten allerdings! Sicherlich waren sie in der Hütte geblieben. Am wichtigsten Tag des ganzen Jahres! Am Dreschtag!
Die monotone Arbeit ging den ganzen Tag weiter, aber den Bruder sah sie erst in der Abenddämmerung wieder auf dem Platz, als der Bauer die Männer verabschiedete.
Erneut wich Kaspar ihren Fragen aus und verschwand auch schon wenig später mit den Männern. Sicher gingen sie in die Schänke.
Barbara drückte sich neben ihr die Hände in den Rücken, richtete sich ächzend auf und sagte danach leise: „Danke!“
Gemeinsam schlurften sie zum Brunnen hinüber, wo sich Barbara entkräftet auf den Rand setzte. Offensichtlich war sie selbst zum Waschen zu erschöpft und darum half Gisela ihr, als würde sie einem kleinen Kind helfen.
Sie zog der Freundin das Kleid über den Kopf, nahm einen Lappen und wusch ihr Gesicht, Hals und Arme. Danach kniete sie sich vor sie hin und wusch auch Barbaras Beine ab. Einst hatte sie in dieser Art als Zoffmagd jeden Tag Barbara auf ihrem Schloss gewaschen.
Doch dieses Mal war es anders, denn als sie sich wieder aufrichtete, wurde sie von der Freundin dafür mit einem Kuss belohnt. Einem langen Kuss!
Für einen Moment zuckte sie zurück, doch dann kam die Erinnerung an diese wunderschöne Nacht zurück.
Barbara griff sich den Lappen und wusch sie jetzt ihrerseits, obwohl sie dazu vor kurzem noch zu abgekämpft gewesen war. Es tat gut, sich so verwöhnen zu lassen.
Wenig später schlenderten sie, Hand in Hand, zur Scheue zurück.
In diesem Gebäude und in der einsetzenden Dämmerung folgte ein neuer Kuss.
Augenblicklich schmolz ihrer beider Herz.
Aus der Freundschaft wurde Liebe, die aufloderte und vor der es kein Halten mehr gab.
Hektisch entledigten sie sich der Unterkleider und nur Bruchteile eines Augenblickes später sanken sie in das Stroh. Leidenschaftlich küssten sie sich.
Sie streichelten und liebten sich.
Im Dunkel der Scheune trieben sie sich beide gegenseitig zur Erlösung hin und die Erschöpfung des Tages war weit entfernt.
Stöhnend bäumte sich Barbara unter ihren Fingern auf. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Schatten des Regenbogens“ mit ISBN 978-3-7562-5829-1, als Buch für 11,50 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/40.html

Mein Buch „Der schwarze Tod – Mainz, im Jahre 1349“

„… Ruhelos streifte ihr Blick über die dunkle Straße. Sie hatte sich ein Tuch vor das Gesicht gezogen, wodurch nur noch die Augen zu sehen waren und sie war ein Geschöpf der Dunkelheit geworden. Erst nach Einbruch der Dämmerung kam sie aus ihrem Versteck und beim ersten Morgenrot verzog sie sich wieder in ihre Behausung, in welcher sie den Rest des Tages verschlief. Die Angst vor der Gewalt trieb sie dazu. Sie hatte auch ihren Mann gesehen, wie er durch die Straßen streifte und sie suchte, doch Lorena durfte ihm nie wieder begegnen, denn sie hatte dem Engel geschworen, zu helfen und das war nun ihre Aufgabe, auch wenn ihr die Trennung von Balthasar seelische Schmerzen bereitete. Auf leisen Sohlen eilte sie durch die Gassen und half den Ärmsten und Kranken.

Es war nun Anfang August und das Grauen des Todes war in der Stadt allgegenwärtig geworden. Nicht nur die Toten der Pest waren zu beklagen, sofern noch jemand dazu in der Lage war, nein, auch Räuberbanden zogen umher und raubten die leeren Häuser und die sterbenden Menschen aus. Immer gejagt von den Wachen der Stadt. Wenn man so wollte, dann war die öffentliche Ordnung vollkommen zusammengebrochen.

Erschöpft setzte sich die Frau an eine Hauswand in den Schatten und dachte daran zurück, wie sie in dem Hause des Juden gewesen war. Die Frau hatte sie nie wieder gesehen. Eines Abends, als sich die Wunde geschlossen hatte und sie wieder so weit in Ordnung gewesen war, hatte ihr die Frau den allabendlichen Trunk gegeben. Dann war Lorena eingeschlafen und am nächsten Morgen irgendwo in der Stadt aufgewacht. Sie war vollkommen angezogen gewesen mit dem Kleid, das ihr Gundel damals in das Haus gebracht hatte. Lage hatte Lorena überlegt, ob sie wieder in ihre alte Hütte oder zu Balthasar zurückgehen sollte, doch sie hatte sich für den Engel entschieden. Nur so würde sie der Hölle entgehen! Und so lebte sie nun unter den Toten. Mehr ein Geist, als ein Mensch.

Wie lange würde sie das Ganze überleben? Oder war sie schon tot? Hielt der Engel des Herrn schützend seine Hand über sie? Vielleicht! Jetzt, in der Nacht, konnten ihr nur die Räuber etwas tun. Die Wachen waren nur am Tage unterwegs und die früher eingesetzten Nachtwächter gab es schon lange nicht mehr. Doch die Frau war flink und kannte sich gut aus. Schnell konnte sie in einer der Seitengassen verschwinden, wenn es notwendig sein würde.

Eine Frau mit einem Kind hockte sich nur wenige Schritte vor ihr hin. Sie hörte das Schmatzen des Kindes an der Brust und sah, wie die Mutter dem Säugling liebevoll über den Kopf strich. Ein Bild des Lebens in einer Wüste des Todes. Sollte sie nach vorn zu ihr gehen und die schützende Deckung verlassen? Gerade eben hatte sie einer Sterbenden etwas Wasser aus einem Brunnen gebracht und die letzten Augenblicke mit der Frau zusammen gebetet. Lorena war nun so etwas wie ein Sterbensbegleiter geworden. Nur ganz selten sah sie einen Pfarrer auf der Straße, der oft nur den Reichen und Mächtigen die Sterbesakramente spenden ging. Und was war mit den Ärmsten? Sollten sie in die Hölle kommen?

Auch das war ein Auftrag des Engels gewesen. So viele Seelen wie nur möglich retten! Eigentlich war es absurd! Sie war ja immer noch eine Hübschlerin, eine Ausgestoßene und nun war sie diejenige, die den Menschen den himmlischen Segen und Trost in der Not brachte. Die meisten der Sterbenden hätten ihr vor wenigen Wochen noch nicht mal in ihr Gesicht gesehen und nun hielt sie ihnen die Hand und betete mit ihnen.

Von der linken Seite war ein Tumult zu hören. Die junge Mutter sprang auf und eilte davon. Lorena drückte sich tiefer in den Schatten einer eingefallenen Wand. Dadurch verschmolz sie mit der Straße. Ihre dunklen Sachen taten ein Übriges und so würde sie nicht von den anderen zu sehen sein. Angespannt starrte sie in die Dunkelheit und sah ein paar Männer, die offensichtlich nichts Besseres zu tun hatten, als die Toten auch noch auszurauben. Der toten Frau, mit der sie gerade noch gebetet hatten, rissen sie das Kreuz vom Hals. Vermutlich war es der wertvollste Besitz der alten Frau gewesen. Doch sie war ja schon auf dem Weg zum himmlischen Tor.

Geduckt und zum Sprung bereit sah Lorena den Männern zu. Das waren also die „ehrbaren Menschen“ die sich immer für so viel besser gehalten hatten. Es waren Räuber und Leichenfledderer geworden! Ein Geräusch war von rechts zu hören und eine weitere Bande kam die Straße herauf. Die Männer würden sich direkt vor ihr treffen müssen. Noch enger presste sie sich nach hinten. Nun war keine Flucht mehr möglich! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Der schwarze Tod – Mainz, im Jahre 1349“ mit ISBN 978-3-7494-7180-5, 336 Seiten als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/31.html

Meine historische Geschichte „Liebe in stürmischen Zeiten“ 

„… Der Sommer brach an und die Stadt war erhalten geblieben. Von den mehr als zehntausend Einwohnern waren nur ein paar Hundert im Zuge der Besetzung oder „Befreiung“ ums Leben gekommen. Die wenigsten davon allerdings aufgrund von Kampfhandlungen, die meisten durch die Gewalt der Rotarmisten. Es waren nur ein paar Schüsse von deutscher Seite aus abgegeben worden. An einer Barrikade hatten ein paar Volkssturmmänner die Aufgabe gehabt, die russischen Panzer aufzuhalten. Die zum Teil schon über sechzig Jahre alten Männer hatten aber die Panzerfäuste in einen Graben geworfen, kaum dass die SS abgezogen war und die zwanzig Hitlerjungen, die das Rathaus verteidigen sollten, waren von ihren Müttern an den Ohren nach Hause geschleift worden.

Der Krieg war doch sowieso vorbei und warum sollte man da noch sein Leben riskieren? In aller Eile waren die weißen Fahnen gehisst worden und alle hatten zu Gott gefleht, dass die SS nicht noch einmal zurückkommen würde. Doch die hatten sich in aller Eile abgesetzt. So schnell hatten die Volkssturmmänner gar nicht hinterher sehen können, wie die Autos, Motorräder und LKWs in die nächste Stadt gefahren waren. Dort hatte es dann auch größeren Widerstand gegeben. Mit vielen Toten auf beiden Seiten und auch größeren Zerstörungen. Da hatten die paar alten Männer nicht die Wahl gehabt, sondern sie hatten zwischen den Gewehren der SS und denen der Russen gestanden. Egal was sie taten, sie waren sowieso schon tot gewesen.

Der glückliche Umstand der fehlenden Gegenwehr jedenfalls hatte viele Menschen in Lores Stadt vor diesem Schicksal bewahrt. Die Toten waren unter der Erde und die alten Bilder und Fahnen waren neuen gewichen. Durch die Straßen zogen Rotarmisten und auch deutsches Ordnungspersonal mit roten Armbinden. Alle Betriebe waren geschlossen worden und es herrschte eine nächtliche Ausgangssperre. Die einzigen, die in der Nacht grölend durch die Straßen zogen, waren ein paar betrunkene russische Soldaten und hinter verschlossenen Türen hoffte ein jeder, dass sie an seinem, oder ihrem, Haus vorbeizogen, denn betrunken waren die Männer unberechenbar. Schon der kleinste Anlass reichte aus, um getötet zu werden und deshalb hielt ein jeder Einwohner, schon aus Eigenschutz, die Ausgangssperre penibel ein.

Zum Glück gab es also nur noch vereinzelte Übergriffe. Nicht so, wie es in den ersten Tagen gewesen war. Das lag vermutlich auch daran, dass die meisten Rotarmisten weiter gezogen waren und nur noch eine Kompanie mit etwa hundert Soldaten in der Stadt geblieben war. Nur die Verwaltung, die Kommandantur und eine kleine Wacheinheit waren geblieben. Diese Männer lebten in den Häusern rund um den Markt und dort blieben sie dann meist auch. Die Offiziere wohnten in der Schänke und im Hinterhof waren die Pferde der Fuhrwerke untergestellt. Die Wachposten schauten argwöhnisch auf jeden, der den Markt betrat und das Maschinengewehr auf dem Balkon des Rathauses war sicher auch nicht nur Dekoration. Drohend zeigte die Mündung auf alle herab.

Obwohl die Ausgangssperre nur bei Nacht galt, ging auch am Tage nur der aus dem Hause, der unbedingt musste. Einmal in der Woche wurde ein kleiner Markt abgehalten. Auf dem Platz vor dem Rathaus, also praktisch unter den Augen der russischen Soldaten, boten einige Bauern wenige Feldfrüchte an. Es wurde nur getauscht, denn neues Geld gab es noch keines und das alte nahm keiner mehr ab. Niemand wusste, ob es am nächsten Tag noch etwas wert sein würde. Nur wer also noch Wertgegenstände hatte, der konnte etwas zu Essen erwerben. Alle anderen waren auf die Zuteilungen der Russen angewiesen.

Von der Kommandantur wurden immer am Anfang des Monats Wertmarken mit der jeweiligen Ration ausgegeben und am Rathaus hing ein Zettel, auf welchem stand, was man für den jeweiligen Abschnitt erhalten konnte. Jeden Montag früh wurde dieser Zettel gewechselt und von Woche zu Woche wurden die Rationen kleiner. Mit jedem neuen Aushang schrumpfte der Tagessatz. Wer überleben wollte, der musste sehen, wie er klarkam. Fast ängstlich las Lore dann immer dieses Blatt. Sie selbst erhielt die Marken für sich in der Kategorie IV „Angestellte“ und Kategorie V „Kinder“ für die Tochter. Aber richtig leben und satt werden konnte Lore davon nicht.

Diebstahl, Schwarzmarkt und Tauschhandel waren die einzigen Möglichkeiten, um an etwas mehr Essen kommen zu können. Wer noch etwas Wertvolles hatte, der konnte damit Fleisch und Wurst eintauschen. Am Bahnhof, hinter einer Bretterwand trafen sich die, die etwas hatten, mit denen, die etwas brauchten. Von den Wachen meist geduldet, musste man doch immer auf der Hut sein, dass nicht gerade mal eine Razzia war und alle die Waren verloren. „Organisieren“ hieß dieses Beschaffen und manchmal „fand“ Lore auch etwas am Straßenrand, wenn sie mit dem Kinderwagen aus der Stadt auf das umliegende Land hinausfuhr. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Liebe in stürmischen Zeiten“ mit ISBN 978-3-7519-1929-6, als Buch für 7,90 Euro und demnächst  als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/33.html

Meine historische Geschichte „Im Schatten des Regenbogens“ ist jetzt als Buch erschienen

„… Das Getreide befand sich endlich in der Scheune und damit war Zeit zum Verschnaufen. Gisela hatte mit zunehmender Sorge bemerkt, wie sich sowohl Kaspar als auch Barbara veränderten. Bei Barbara konnte sie es ja noch auf die schwere und ungewohnte Arbeit schieben, aber bei ihrem Bruder?
In der Woche, die sie die Felder abgeerntet hatten, hatte er sich mit jedem Tage mehr zu seinen Ungunsten verwandelt und ihren Fragen ging er aus dem Weg.
Und so wie sich Kaspar von ihr entfernte, so näherte sie sich immer mehr an Barbara an.
Obwohl diese letzte leidenschaftliche Nacht mit ihr schon mehr wie eine Woche her war, war doch die Erinnerung an dieses wundervolle Erlebnis immer noch in ihr wach. Was mit dem einen Kuss damals im Kloster als Freundschaft begonnen hatte, das war jetzt zu einer Art von inniger Gunst geworden.
Und da schmerzte es natürlich umso mehr, die Freundin so leiden zu sehen. Vielleicht schämte sich Gisela auch für das Verhalten ihres Bruders.
Momentan zog sich Barbara immer mehr in sich zurück. Sie wurde wieder diese unnahbare Gräfin, die sie für Gisela im Schloss gewesen war. In sich gekehrt, wort- und gefühllos. Scheinbar eiskalt!
Jede Nacht lagen sie nah beieinander und trotzdem wie durch Welten voneinander getrennt. Mit jedem neuen Tag entfremdete sie sich weiter von Kaspar und in ihrem Inneren schmerzte es Gisela, wenn sie sah, wie dieser mit der Freundin umging.
Auf eine Armlänge entfernt sah sie den beiden zu, die sich neben ihr liebten. Das hatte sie schon vorher heimlich getan, doch gegenwärtig machte sie es viel aufmerksamer und sie sah sich selbst in dem Verhalten von Barbara.
Wie sich Gisela einst bei dem Grafen verhalten hatte, so verhielt sich Barbara jetzt bei Kaspar. Still, duldend und leidend. In so mancher Nacht hatten sie sich beide in den Schlaf geweint. Barbara viel schneller, da sie von der ungewohnten Arbeit oft völlig erschöpft gewesen war.
Momentan stand Gisela mit einem Getreidebündel im Arm an der Tür der Scheune und sah den Männern zu, die auf dem Platz vor der Scheune mit den Dreschflegeln im Kreis standen und das Korn aus den Ähren holten.
Mit einem fröhlichen Lied schlugen sie reihum im Takt und die Mägde versorgten sie mit neuen Kornbündeln.
Gisela bemerkte, wie Barbara gerade unter einem der Dreschflegel wegtauchte. Die unerfahrene Frau war viel zu ungeschickt und beinah wäre sie von dem herunter sausenden Holz am Kopfe getroffen worden.
Sie hatte einfach nicht den Rhythmus, der jeder Landmagd mit in die Wiege gelegt worden war. Abermals bückte sie sich im ungünstigsten Moment und Gisela konnte sie gerade noch zurückreisen, bevor schlimmeres passieren konnte.
Sie nahm die Freundin zur Seite und sah die Tränen in ihren Augen.
„Bleib hinter mir und sieh mir zu. Ich hole das ausgedroschene Stroh und du bringst es dann nach hinten zu den Strohpuppen am Zaun“, raunte sie der Freundin zu und strich ihr dabei liebevoll über die Wange.
Gisela spürte dabei, wie Barbara sich ihr entgegendrückte und dankbar zunickte.
Augenblicklich begann sich Gisela in den dumpfen Rhythmus zu begeben. Es dauerte nur einen Atemzug, dann hatte sie die Bewegung aufgenommen. Jahrelang hatte sie diese Tätigkeit im Sommer ausgeführt und sie hätte wohl auch mit verbundenen Augen den richtigen Moment zum Zupacken gefunden.
In fließenden Bewegungen zog sie das Stroh fort, reicht es nach hinten und sah, wie von der anderen Seite neue Ähren nachgeschoben wurden.
Die Männer waren gut aufeinander eingespielt und hier saß wirklich jeder Hieb! Es waren fast nur ältere Bauern und Knechte, die jüngeren waren wohl beim Aufstand gewesen.
Im Takt des Liedes und der Schläge tänzelte sie dahin und erspähte aus dem Augenwinkel, wie der Bauer Kaspar zur Seite nahm.
Für einen Moment stockte sie und wurde augenblicklich ihrerseits von Barbara zurückgerissen. Um Daumenbreite entfernt sauste der Dreschflegel vor ihrer Nase zu Boden.
Unvorsichtigkeit konnte hier schwerste Verletzungen nach sich ziehen, das wusste sie seit Jahren, und trotzdem war sie so nachlässig gewesen.
Schnaufend schaute sie über die Männer hinweg zur anderen Seite. Der Bauer trank mit Kaspar während der Arbeit! Eigentlich war dies eine Ungeheuerlichkeit! Was konnte das nur bedeuten?
„Gisela! Trödle nicht!“, fuhr die Bäuerin sie an und riss sie damit vorerst aus ihren Grübeleien.
Momentan war die Arbeit wichtiger!
Viel konzentrierter machte sie weiter und bei jedem Griff berührten sich ihre und Barbaras Hände. Da war so etwas Vertrautes darin und sie spürte, wie das Eis in Barbaras Seele mit jedem Körperkontakt immer mehr schmolz.
Irgendwann machten die Männer eine Pause und das war das Signal für alle Mägde, sich auf das gedroschene Korn zu stürzen, um es zur Seite zu räumen.
Seite an Seite knieten Barbara und sie auf dem Platz und klaubten die Körner in flache Körbe.
Vierzig Hände räumten den Platz in Windeseile frei, damit die Männer nach der Rast unverzagt weiterarbeiten konnten, aber weder Barbara noch sie hatten Augen für das Korn, sondern nur füreinander. Ohne Blick nach unten rafften sie das Getreide zusammen und immer wieder berührten sich dabei ihre Hände.
Unbeabsichtigt? Sicher nicht!
Die Männer kamen zurück, die Frauen wichen aus. Kaspar und der Bauer fehlten allerdings! Sicherlich waren sie in der Hütte geblieben. Am wichtigsten Tag des ganzen Jahres! Am Dreschtag!
Die monotone Arbeit ging den ganzen Tag weiter, aber den Bruder sah sie erst in der Abenddämmerung wieder auf dem Platz, als der Bauer die Männer verabschiedete.
Erneut wich Kaspar ihren Fragen aus und verschwand auch schon wenig später mit den Männern. Sicher gingen sie in die Schänke.
Barbara drückte sich neben ihr die Hände in den Rücken, richtete sich ächzend auf und sagte danach leise: „Danke!“
Gemeinsam schlurften sie zum Brunnen hinüber, wo sich Barbara entkräftet auf den Rand setzte. Offensichtlich war sie selbst zum Waschen zu erschöpft und darum half Gisela ihr, als würde sie einem kleinen Kind helfen.
Sie zog der Freundin das Kleid über den Kopf, nahm einen Lappen und wusch ihr Gesicht, Hals und Arme. Danach kniete sie sich vor sie hin und wusch auch Barbaras Beine ab. Einst hatte sie in dieser Art als Zoffmagd jeden Tag Barbara auf ihrem Schloss gewaschen.
Doch dieses Mal war es anders, denn als sie sich wieder aufrichtete, wurde sie von der Freundin dafür mit einem Kuss belohnt. Einem langen Kuss!
Für einen Moment zuckte sie zurück, doch dann kam die Erinnerung an diese wunderschöne Nacht zurück.
Barbara griff sich den Lappen und wusch sie jetzt ihrerseits, obwohl sie dazu vor kurzem noch zu abgekämpft gewesen war. Es tat gut, sich so verwöhnen zu lassen.
Wenig später schlenderten sie, Hand in Hand, zur Scheue zurück.
In diesem Gebäude und in der einsetzenden Dämmerung folgte ein neuer Kuss.
Augenblicklich schmolz ihrer beider Herz.
Aus der Freundschaft wurde Liebe, die aufloderte und vor der es kein Halten mehr gab.
Hektisch entledigten sie sich der Unterkleider und nur Bruchteile eines Augenblickes später sanken sie in das Stroh. Leidenschaftlich küssten sie sich.
Sie streichelten und liebten sich.
Im Dunkel der Scheune trieben sie sich beide gegenseitig zur Erlösung hin und die Erschöpfung des Tages war weit entfernt.
Stöhnend bäumte sich Barbara unter ihren Fingern auf. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Schatten des Regenbogens“ mit ISBN 978-3-7562-5829-1, als Buch für 11,50 Euro und demnächst auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

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Mein Buch „An fremder Küste“

„… Erstarrt stand Claudia auf der Treppe. Sie konnte es nicht fassen. Hatte sie das gerade eben wirklich gesehen? Diese Sklavin verbeugte sich vor der Katze! Das war Götzendienst! Hatte sie ihr nicht eindeutig zu verstehen gegeben, dass diese heidnischen Götter in ihrem Hause nichts zu suchen hatten? Der Anhänger war doch schon verbrannt. Eigentlich hätte diese Warnung genügen sollen.
„Was tust du da?“, brüllte Claudia die Sklavin an und diese fuhr zu ihr herum.
Für einen Moment herrschte Schweigen, dann brüllte Ælsbeth zurück „Ich verehre mein Göttin Fullo!“
Diese Aufsässigkeit verschlug Claudia förmlich die Sprache. Wer war sie, dass sie sich von einem Gegenstand so über den Mund fahren lassen musste? „Hatte ich dir das nicht verboten?“, rief Claudia und bekam auch schon die nächste freche Antwort.
„Du hast mir gar nichts zu verbieten!“, hallte über dem Platz nach, als Claudia sich langsam die Treppe hinunterbewegte und zu der Frau hinüberging.
Brach hier gerade eine Rebellion aus? Claudia war die Herrin aller Frauen und diese jämmerliche Gestalt von Schweinemagd versuchte ihr gerade den Rang abzulaufen? Unterwegs griff sie sich den Sax, den Thoralf neben dem Schlachtplatz hatte liegen lassen, doch die Schweinemagd hatte die Mistgabel in der Hand. Somit standen sie beide bewaffnet auf Armlänge voreinander. Sax gegen Mistgabel! Die Sächsin schien zu allem entschlossen, aber Claudia war das im Moment ebenfalls!
Noch ein Wort und es würde Blut fließen!
Claudia spürte, wie alle Blicke auf sie gerichtet waren und daher konnte sie nicht mehr zurück. Es würde auf eine Konfrontation mit dieser Sklavin hinauslaufen. Oder war die schon im Gange?
Zornige Blicke wurden schweigend ausgetauscht. „Ich sollte dich verkaufen!“, brach es wütend aus Claudia heraus.
„Ich bin hier nicht im Haus! Hier hast du mir gar nichts zu sagen und ich bin Thoralfs Eigentum!“, zischte die Sklavin ihr entgegen.
Zum Sprung gebeugt, die Mistgabel mit beiden Händen quer vor der Brust, starrte dieses Ding Claudia an.
Claudias Hand mit dem Sax zuckte nach oben und wurde von der Gabel getroffen. Diese Sächsin war schnell!
Nach zwei weiteren Schlägen war Claudia entwaffnet und schnappte vor Wut nach Luft.
Garmond, ihr Mann, trennte sie. Er schob sich zwischen sie und die Sklavin, die sofort die Gabel senkte und sich vor dem Führer des Stammes niederkniete. Sie wusste offensichtlich in den Sitten gut Bescheid!
Claudia bückte sich nach der Waffe und hob sie auf. Die Sklavin kniete nun schutzlos vor ihr. Ein Hieb würde reichen, doch ihr Mann griff zu ihrer Hand, mit der sie die Waffe führte.
Er entwand ihr den Sax und sie musste ihn zähneknirschend gewähren lassen, denn hier draußen war er der Herr!
Claudia blickte zwischen ihm und der Sklavin hin und her. Wie würde der Stammesführer entscheiden? Doch nur zu ihren Gunsten!
Geduldig hörte er die Frau an. „Ælsbeth hat recht!“, sagte er schließlich.
Das konnte doch nicht wahr sein! Er ergriff Partei für die Sklavin und nicht für sie? Übermäßiger Zorn stieg in Claudia auf, der sich Luft machen musste.
„Hier draußen mag sie Recht haben!“, schrie Claudia und stampfte vor Wut mit dem Fuß auf. „Dann soll sie auch hier draußen bleiben!“, brüllte sie und ging zurück zur Halle.
Auf der halben Treppe nach oben wendete sie sich zurück. „Du gehörst zu den Schweinen und dort bleibst du nun auch! Wage es nicht, deinen Fuß in die Halle zu setzen!“
Immer noch zornig betrat Claudia die Halle und ging zum Tisch hinüber. Thoralf hatte gerade den Schinken von dem Schwein getrennt. Hier drin hatte Claudia das Sagen und das wollte sie ihn nun auch spüren lassen. Schließlich hatte er die Sklavin hier angeschleppt.
Als sie gerade ansetzen wollte, trat ihr Mann in die Halle und hob die blutige Waffe. Es war eine unmissverständliche Warnung an sie.
Claudia schluckte ihren Zorn herunter und schlug stattdessen eine der Mägde, die gerade etwas vor ihr verloren hatte.
Alles hatte mit dieser Schweinemagd begonnen! An ihr und mit ihr drohte ihre Macht zu zerbrechen. Mühsam und in Jahren hatte Claudia die Frauen zum Christentum bekehrt und nun kam eine Fremde und betete hier ihre Götzen an. Sie hatte auch noch die Hand gegen sie erhoben und Garmond hatte nichts dazu gesagt!
„Jetzt kommen die kalten Nächte. Die wird schon angekrochen kommen, wenn sie in der Nacht draußen friert!“, sauste es durch Claudias Kopf und sie trat zum Altar, auf dem das Kreuz stand.
Im Gebet erbat sie sich den Schutz und den Segen Gottes für ihre Aufgabe. „Hilf mir!“, sagte sie tonlos und kniete vor dem Kreuz. Dabei dachte sie daran, dass die Männer immer noch draußen vor ihrem Götterbild ihre Opfer brachten. Auch das musste enden!
Garmond trat zu ihr und legte seine Hand auf ihre Schulter. Für einen Augenblick war sie gewillt, diese Hand abzuschütteln, doch sie brauchte den Schutz des Mannes. Noch war ihre Aufgabe nicht erfüllt und ohne diese Fürsprache von Garmond würden auch die Frauen wieder dem alten Glauben zufallen.
„Lass sie doch einfach in Ruhe!“, sagte er.
„Solange sie draußen bei den Schweinen bleibt, ist sie mir egal!“, entgegnete sie.
Garmond zog seine Hand wieder fort und setzte sich auf seinen Stuhl. „So soll es sein!“, legte er fest und Thoralf beugte sich diesem Spruch. Dem konnte sie nun nur noch zustimmen.
„Da das jetzt geklärt ist, kann jeder wieder an seine Arbeit gehen!“, setzte Garmond noch laut hinzu und im Aufstehen erkannte Claudia, dass sich die Sklavin vor der Türschwelle befand und den Ratschluss des Stammesführers kniend entgegengenommen hatte.
Mit Wohlwollen registrierte Claudia, dass Thoralf neben Maria und nicht neben der Sklavin stand. Vielleicht würde diese räumliche Trennung zwischen Thoralf und seiner Sklavin dazu führen, dass er sich mehr an Maria annäherte.
Wenig später gingen die Arbeiten weiter, als wäre nichts geschehen, aber der Widerstand der Sklavin schmerzte immer noch tief in Claudias Seele. Mit dem Messer zerteilte sie das Schwein und es war nicht das Tier, was sie dabei vor ihren Augen hatte.
Jeder Schnitt, jeder Hieb galt dieser Aufrührerin und es schien zu helfen, denn Claudia wurde ruhiger. …“

Weiter lesen in meinem Buch „An fremder Küste“ mit ISBN 978-3-7534-7768-8, als Buch für 9,90 Euro und auch als eBook für 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/36.html

Mein Buch „Eine Gräfin in Amerika“

„… In der letzten Zeit waren die Spuren von menschlicher Besiedelung immer weniger geworden und deshalb hatten sie auch einfach ihr Lager nachts in der Wildnis aufgeschlagen.
Clara hatte die Angst der anderen Frauen mit der Bemerkung über den Winterschlaf der Bären zu mindern gewusst, aber ob dem wirklich so war, das wusste sie nicht, denn sie kannte Braunbären nur von den Erzählungen ihres Lehrers. Von Wölfen, Kojoten und anderem Übelgetier mal ganz zu schweigen, deren Bilder sie in den alten Lexika in Vaters Bibliothek einst gesehen hatte!
Allerdings würde der Weg mit drei vor Angst schlotternden Frauen nur noch schwerer werden.
Ein neuer Morgen brach an und der erste bläuliche Schein am Himmel verdrängte die Sterne der Nacht. Clara erhob sich langsam von ihrem Platz am Feuer, streckte sich und blickte auf die kleine Gemeinschaft herab, die noch schlafend um sie herum am Boden lag.
Rose war in drei Decken und zwei Mäntel gewickelt. Die Kälte der Nacht setzte der jungen Frau deutlich zu. Sie war das Leben im Süden gewohnt und in Louisiana war es vermutlich selbst zu Weihnachten wärmer, als hier mitten im Sommer.
Es musste mittlerweile Iowa sein und sie waren immer noch auf dem Weg nach Nordwesten. Der verblassende Polarstern zeigte ihr die Richtung an. Abermals dankte sie ihrem Hauslehrer für all das, was sie früher für völlig unnützes Wissen gehalten hatte.
Clara beugte sich hinab, weckte Rose mit einem Kuss und als diese sich mit einem Becher heißen Kaffees an das Feuer setzte, ging Clara zu den Pferden hinüber, um diese für den Aufbruch vorzubereiten.
Sie hatte gerade das zweite Pferd gesattelt, da rief Maria nach ihr und Clara rannte zurück zum Lagerfeuer.
„Katharina hat Fieber!“, erklärte Maria sorgenvoll.
Alle vier Frauen prüften das sofort nach, doch das Ergebnis war eindeutig!
„So ein elender Mist! Wir brauchen einen Doktor für sie!“, stellte Clara besorgt fest.
Sie richtete sich auf und blickte sich um, aber es waren nur weites Land, niedrige Büsche und wellige Grasflächen rund um sie herum zu sehen.
„Wohin?“, fragte sie sich selbst, zog das Fernrohr aus ihrer Satteltasche und suchte den Horizont ab.
Im Norden war schwach eine Rauchsäule zu erspähen und wenn da nicht der Wald brannte, dann konnten da nur Menschen sein.
Schnell war alles verladen, das Feuer gelöscht und sie auf dem Weg zu dieser fernen Siedlung.
Es dauerte eine Weile, die sie im straffen Galopp zurücklegten, bis die Rauchfahne deutlicher wurde.
Etwa zwei Stunden später war ein Fort zu erkennen. Baumstämme waren als Palisaden in den Boden gerammt und über einem Wachturm wehte die amerikanische Fahne. Damit lief Clara allerdings Gefahr, dass sie dort eventuell gefangengenommen wurde.
Sie verhielt ihr Pferd und ging in den Schritt über.
Die drei Freundinnen ritten neben sie.
„Hört zu!“, begann sie zu erklären und setzte hinzu: „Ich bin Jane Jackson und soll euch zu euren Männern nach Chicago bringen, die dort eine Farm gekauft haben!“
Maria rollte mit den Augen, aber diese Notlüge war bitter nötig!
Vom Fort ritten ihnen ein paar Soldaten entgegen.
Wenig später blieben Frauen und Soldaten voreinander stehen.
„Hallo Captain!“, sagte Clara und tippte sich mit zwei Fingern an die Krempe ihres Hutes.
Der Offizier antwortete: „Ich bin Second Lieutenant Fox von der US Kavallerie! Willkommen in Fort Dodge. Was wollen sie!“
Maria stöhnte hörbar genervt auf.
„Ich bin Buffalo Jane! Jane Jackson und begleite diese Frauen zu ihren Männern nach Chicago. Das Kind von Miss Miller hat Fieber! Gibt es bei ihnen einen Doktor, der uns helfen kann?“, fragte sie.
„Natürlich, Miss Jackson! Folgen sie uns einfach!“, entgegnete der Offizier.
Die Soldaten wendeten und ritten zum Tor zurück, der Lieutenant blieb neben ihr.
„Es ist verdammt kalt geworden in der Prärie, da friert einem fast der Arsch ab!“, erklärte Clara und schlüpfte in ihre Rolle.
Maria schüttelte missbilligend den Kopf.
„Kann ich sie dann zu einem Schnaps in unseren Saloon einladen?“, fragte der Offizier neben ihr.
„Nur, wenn wir diese Nacht bei ihnen im Fort bleiben können. Ich möchte nüchtern sein, wenn ich wieder, wie vor ein paar Tagen, mit einem Bären ringen muss!“, antwortete sie, schob den Revolver zurecht und spuckte in das Gras hinab.
Der Offizier zog die Augenbrauen hoch.
„Braunbär oder Waschbär?“, fragte er.
Maria schlug sich schräg hinter ihr mit der flachen Hand vor die Stirn.
Buffalo Jane war im Begriff, die Kontrolle über diese Situation zu verlieren!
Ohne ein weiteres Wort ritten sie durch das Tor und von dort zu einer Hütte.
„Hier wohnt unser Doktor und dort drüben ist unser Saloon!“, erklärte der Offizier und zeigte auf ein Gebäude, an dem deutlich und groß „Saloon“ stand. Dann ritt der Offizier hinüber und ließ sie dort stehen.
„Buffalo Jane! Dass du immer so übertreiben musst!“, stöhnte Maria, als sie vom Pferd glitt. „Mit Waschbären ringen! Ich lach mich tot!“, murmelte sie, als sie mit Katharina das Haus des Arztes betrat.
„Wir reiten zum Saloon!“, rief Clara ihr hinterher und lenkte ihr Pferd hinüber.
Die beiden anderen Frauen schlossen sich ihr an. Nach ein paar Dutzend Schritten banden sie die Pferde vor dem Holzhaus an und betraten den Schankraum.
Schnell waren das Zimmer bezahlt und die Satteltaschen abgelegt. Jetzt mussten sie nur noch auf Maria warten.
Clara dachte an den versprochenen Schnaps, stieg nach unten in den Gastraum und setzte sich an den Tresen. Dort wartete sie auf den Offizier und auf Maria.
Gelangweilt blickte sie sich um und sah in der Ecke das große Brett mit den Fahndungsaufrufen. Sie erhob sich und schlenderte möglichst unauffällig dort hinüber.
Zwischen Posträubern und Viehdieben hing auch das Blatt mit ihrem Porträt. Schnell nahm sie es ab und schob es sich gefaltet in die Innentasche ihrer Weste.
„Sind sie auch als Kopfgeldjägerin unterwegs?“, fragte der Offizier sie von hinten.
Fast hätte sie dabei vor Schreck aufgeschrien.
„Gelegentlich!“, entgegnete sie gespielt gelassen, rückte den Colt zurecht und drehte sich zu dem Lieutenant um.
Der Mann lud sie mit einer Handbewegung zur Theke ein.
„Branntwein oder Whiskey?“, fragte er.
„Branntwein! Das andere Zeug ist doch für kleine Kinder!“, erwiderte Clara und spuckte in den Eimer.
„Zwei Branntwein!“, rief der Offizier.
Der Barmann stellte die Gläser vor sie ab.
Clara kippte den Schnaps mit einem Zug herunter, knallte das Glas auf den Tresen und sagte: „Noch einer!“
Mit dem zweiten stießen sie an und tranken dann langsamer.
Das Papier raschelte in der Weste. Sie brauchte eine Lösung für das Problem. Scarlett hätte eine gehabt, Jane eher nicht. Oder doch?
„Hast du heute Nacht schon was vor?“, fragte sie den Kavallerieoffizier …“

Weiter lesen in meinem Buch „Eine Gräfin in Amerika“ mit ISBN 978-3-7557-7346-7, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

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