Demnächst erscheint mein Buch „Im Zeichen der Schlange“

Meine Geschichte „Im Zeichen der Schlange“
Hier dazu der Klappentext:

„In einer fernen Zukunft hat sich die Menschheit durch Naturkatastrophen und Kriege fast vollständig ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden sind auf ein Dasein wie zur Zeit des Mittelalters zurückgefallen und bewohnen den Kontinent Mirento, der früher einmal Europa war.
Dieser Kontinent ist in fünf Reiche aufgeteilt.
Das Gleichgewicht zwischen den Kräften hängt an einem seidenen Faden und wird immer wieder durch Überfälle der Tuck oder durch Reibereien zwischen den eigentlich befreundeten Königreichen empfindlich gestört.
Nur die Kraft der drei Schlangenhüterinnen, Königin Zondala, Barbara und der Schamanin Ursula, hält das brüchige Band aufrecht, aber wie lange noch?
In der Fortsetzung der Geschichte „Die Hüterin der Schlangen – Die Chroniken von Mirento Band 1“ liegt jetzt das Schicksal des Kontinentes und seiner Bewohner auf den Schultern von Königin Zondalas und Fürstin Sandras Töchtern. Die jungen Frauen übernehmen diese Rolle nur ungern, doch die Zukunft der ganzen Menschheit steht immer wieder auf dem Spiel.“

Leseprobe:

„… Nicht einen einzigen Moment hatte Lunara in dieser Nacht die Augen schließen können. Soeben konnte sie über sich, in der Öffnung des Rauchabzuges, den Lichtschein des neuen Tages erspähen. Die Sonne hatte die Schatten der Nacht vertrieben, aber die Dunkelheit in ihren Gedanken hatte sie damit nicht ausgelöscht.
Noch immer wusste Lunara nicht, was sie tun sollte.
Sich verweigern und sterben, oder es zulassen und leben.
Leben oder Tod, das war doch eigentlich ganz einfach.
Eigentlich!
Wenn sie wirklich mit ihrem Bruder das Lager teilte, dann konnte sie der Mutter nie wieder unter die Augen treten und wenn sie den Tod wählte, dann würde sie Sandra nicht mehr wiedersehen.
Was blieb ihr eigentlich für eine Zukunft?
Sie würde in beiden Fällen für den Rest ihres Lebens hier bleiben müssen. Und bei einer Verweigerung wäre das hier ihr letzter Tag.
„So ein Mist!“, stöhnte sie auf, erhob sich vom Bett und setzte sich zurück an das niedergebrannte Feuer.
Mit ein paar Holzscheiten entfachte sie die Flammen aus der Glut und dachte dabei an ihren Bruder.
Er war wirklich sehr schön und stattlich. Und seine Augen waren der Hammer, aber er war ihr Bruder! Wenn er das nicht gewesen wäre, dann hätte sie kein Problem damit gehabt, sich ihm freudig hinzugeben!
Konnte sie einfach die Augen schließen und nicht daran denken, dass sie schon einmal neun Monate lang nackt Haut an Haut mit ihm gelegen hatte?
Und bei diesen Überlegungen war dann auch dieses warme Gefühl in ihren Bauch als Entscheidungshilfe nicht sehr förderlich.
Wenn er hässlich gewesen wäre, oder sonst irgendwas, vielleicht gewalttätig ihr gegenüber, dann hätte sie sich selbst sagen können: Ich hatte keine Wahl!
Aber so?
Er hatte ihr ja diese Entscheidung gelassen. Warum nur?
Hätte er sie nicht einfach nur packen, auf das Lager werfen und zustoßen können?
Lunara blickte sich um und ihr Haar fiel ihr in die Stirn. Dodarus hatte es ihr am Abend gelöst und jetzt suchte sie einen Kamm, um diese lange Mähne wieder zu bändigen.
Die junge Frau vom Abend zuvor trat in das Zelt und brachte eine Schüssel.
„Kannst du mir bitte einen Kamm bringen?“, bat sie die Frau und nahm ihr das Frühmahl aus der Hand.
Die Frau griff in einen Beutel an ihrem Gürtel und zog einen geschnitzten Holzkamm hervor, der wirklich wunderschön aussah.
„Soll ich dir helfen?“, fragte sie mit einer melodischen Stimme.
Lunara hatte schon geglaubt, dass die andere Frau nicht sprechen konnte, doch jetzt antwortete sie ihr: „Das wäre nett von dir!“
In Gedanken versunken aß sie das Mahl, während die andere Frau ihr wortlos das Haar kämmte.
Gerade hätte sie etwas fragen oder erzählen können, doch Lunaras Gedanken hingen bei dieser einen Entscheidung fest. Und sie kam davon nicht los! Die Frau würde ihr da sicher auch nicht helfen können, denn sie war ja nicht in dieser verzwickten Lage!
„Du blöder Kopf! Lass los!“, stöhnte sie.
Die andere Frau fragte: „Was bedrückt dich? Dass du da auf den Berg musst?“
„Ja und nein! Es ist mein Gewissen, dass mich plagt!“, entgegnete Lunara seufzend.
„Wenn man jeden Tag ums Überleben kämpfen muss, dann kann man sich kein Gewissen leisten!“, antwortete die Frau leise und trat vor sie hin.
„Und ich habe momentan das Problem, dass ich, wenn ich meinem Gewissen folge, heute sterben werde“, erklärte Lunara.
„Willst du denn nicht leben? Warum wirfst du dein Leben fort? Wegen deines Gewissens?“, fragte die Frau und schüttelte missbilligend den Kopf.
Es war wohl irgendwie schwierig ihr diese Situation zu erklären und eine Antwort von ihr zu erhalten. Oder hatte ihr die Frau gerade schon diese gegeben?
„Wie ist dein Name?“
„Sejla“
„Ich danke dir, Sejla. Du hast mir gerade sehr geholfen!“, antwortete Lunara.
„Wenn du dich für das Leben entscheidest, so bin ich für die nächste Zeit deine Gehilfin“, setzte Sejla hinzu und zeigte auf den Rock, den sie am Vorabend auf das Bett gelegt hatte.
Diese stumme Geste bedeutete wohl so etwas wie: „Es ist an der Zeit!“
Lunara nickte und erhob sich.
„Dein Halsband, welche Bedeutung hat es?“, fragte sie über die Schulter.
Sejla antwortete: „Es kennzeichnet mich als Eigentum des Kahns. Du wirst ein ebensolches erhalten, wenn er dich holen kommt! Nur mit diesem Zeichen kannst du dich unbehelligt im Lager bewegen!“
Noch mehr sonderbare Sitten!
Offensichtlich war, wenn sie Sejlas Worte richtig gedeutet hatte, jede Frau ohne Halsband Freiwild für die Männer. Das sagte wohl mehr über den Zusammenhalt innerhalb des Stammes aus, als alle Gelehrten von Mirento hätten wissen können.
Mit einer Verbeugung ging Sejla aus dem Zelt und ließ sie erneut sprachlos zurück.
Lunara legte die Decke ab, nahm das Kleidungsstück und hielt es sich an. Ein ganz normaler knielanger Rock in einer bunten Farbe. Blumen und Vögel waren darauf abgebildet. Er war wirklich sehr schön, aber das würde ihr einziges Kleidungsstück sein.
Auch Sejla trug nur einen solchen Rock. Das entsprach wohl damit auch ihrer Schilderung. Rock und Halsband würden von jetzt an genügen.
Gewöhnungsbedürftig!
Bisher hatten die Männer in Wiesenland die Frauen immer mit Respekt behandelt. Sie waren Gefährtinnen, Freundinnen, Geliebte und Kameradinnen.
Und bei den Tuck? Entweder Gegenstand oder laufender Schoß!
Lunara schnaubte und zog sich den Rock an. Sie würde den Kopf abschalten und dem Herzen folgen.
Dodarus betrat das Zelt und er hatte das erwartete rote Band dabei, welches er ihr sofort um den Hals legte.
„Wie ist deine Wahl ausgefallen?“, fragte er, offensichtlich wollte er schon jetzt ihre Antwort haben, obwohl sie ja noch viel Zeit haben würde, um sie ihm zu geben.
War er genauso, wie die Männer seines Stammes? Oder hatte das Blut der Mutter in ihm für etwas Mäßigung gesorgt?
Die Rücksicht und Anteilnahme des Vorabends ließ sie darauf hoffen.
„Ich möchte leben und dir einen Sohn schenken!“, erklärte sie und ging auf ihn zu.
Lunara erspähte für einen Wimpernschlag das freudige Blitzen in seinen Augen, dann trat er zur Seite, zog die Plane zurück und gab ihr den Weg nach draußen frei.
Dutzende Menschen standen dort vor dem Zelt und bildeten eine Gasse, durch die sie schreiten sollte. Am anderen Ende stand ein Mann mit einem weißen Bart und einer Mütze, an deren beiden Seiten die Hörner einer Kuh befestigt waren.
Vermutlich war dies der Schamane.
An der Seite ihres Bruders ging sie zu dem Mann und verbeugte sich vor ihm, wie es Dodarus ebenfalls tat.
Dodarus nahm sie auf die Arme, der Schamane verband ihr die Augen und sie hörte den Jubel der Menschen rings um sie herum.
Jetzt würde sie dem Weg ihres Herzens folgen müssen, aber ein bisschen mulmig war ihr schon dabei. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Zeichen der Schlange“ auf 432 Seiten. Mit ISBN: 978-3-7562-1221-7, als Buch für 12,90 Euro und auch als eBook für 3,49 Euro

Alle Informationen immer unter: http://fantasy.goeritz-netz.de/9.html

Mein Buch „Der schwarze Tod – Mainz, im Jahre 1349“

„Als im Jahre 1346 die Pest über Europa hereinbrach, da wusste noch niemand, dass der „schwarze Tod“ binnen weniger Jahre mehr als ein Drittel der Bevölkerung Europas hinwegraffen würde. Die Angst vor der unbekannten Seuche führt zu Hysterie und zu Pogromen an Andersgläubigen. Der Tod zieht durch die Straßen der Städte und nach dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung spielen sich apokalyptische Szenarien in Mitteleuropa ab.

Dies ist die Geschichte von drei junge Frauen, die im Jahre 1349 in Mainz aufeinandertreffen, und die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gundel, die Magd aus dem Dorfe, Lorena, die Hübschlerin aus der Stadt und Sarah, die junge Jüdin, schließen eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch wird dieser Bund den Wirren der Zeit standhalten können?

Die drei Frauen erleben in der Stadt ein Zeitalter der Gewalt, der Not sowie des Schreckens und kämpfen täglich um ihr Überleben. Können sie dieser tückischen Krankheit entgehen oder fallen sie der Hysterie ihrer Mitmenschen zum Opfer?“

„… Ruhelos streifte ihr Blick über die dunkle Straße. Sie hatte sich ein Tuch vor das Gesicht gezogen, wodurch nur noch die Augen zu sehen waren und sie war ein Geschöpf der Dunkelheit geworden. Erst nach Einbruch der Dämmerung kam sie aus ihrem Versteck und beim ersten Morgenrot verzog sie sich wieder in ihre Behausung, in welcher sie den Rest des Tages verschlief. Die Angst vor der Gewalt trieb sie dazu. Sie hatte auch ihren Mann gesehen, wie er durch die Straßen streifte und sie suchte, doch Lorena durfte ihm nie wieder begegnen, denn sie hatte dem Engel geschworen, zu helfen und das war nun ihre Aufgabe, auch wenn ihr die Trennung von Balthasar seelische Schmerzen bereitete. Auf leisen Sohlen eilte sie durch die Gassen und half den Ärmsten und Kranken.

Es war nun Anfang August und das Grauen des Todes war in der Stadt allgegenwärtig geworden. Nicht nur die Toten der Pest waren zu beklagen, sofern noch jemand dazu in der Lage war, nein, auch Räuberbanden zogen umher und raubten die leeren Häuser und die sterbenden Menschen aus. Immer gejagt von den Wachen der Stadt. Wenn man so wollte, dann war die öffentliche Ordnung vollkommen zusammengebrochen.

Erschöpft setzte sich die Frau an eine Hauswand in den Schatten und dachte daran zurück, wie sie in dem Hause des Juden gewesen war. Die Frau hatte sie nie wieder gesehen. Eines Abends, als sich die Wunde geschlossen hatte und sie wieder so weit in Ordnung gewesen war, hatte ihr die Frau den allabendlichen Trunk gegeben. Dann war Lorena eingeschlafen und am nächsten Morgen irgendwo in der Stadt aufgewacht. Sie war vollkommen angezogen gewesen mit dem Kleid, das ihr Gundel damals in das Haus gebracht hatte. Lage hatte Lorena überlegt, ob sie wieder in ihre alte Hütte oder zu Balthasar zurückgehen sollte, doch sie hatte sich für den Engel entschieden. Nur so würde sie der Hölle entgehen! Und so lebte sie nun unter den Toten. Mehr ein Geist, als ein Mensch.

Wie lange würde sie das Ganze überleben? Oder war sie schon tot? Hielt der Engel des Herrn schützend seine Hand über sie? Vielleicht! Jetzt, in der Nacht, konnten ihr nur die Räuber etwas tun. Die Wachen waren nur am Tage unterwegs und die früher eingesetzten Nachtwächter gab es schon lange nicht mehr. Doch die Frau war flink und kannte sich gut aus. Schnell konnte sie in einer der Seitengassen verschwinden, wenn es notwendig sein würde.

Eine Frau mit einem Kind hockte sich nur wenige Schritte vor ihr hin. Sie hörte das Schmatzen des Kindes an der Brust und sah, wie die Mutter dem Säugling liebevoll über den Kopf strich. Ein Bild des Lebens in einer Wüste des Todes. Sollte sie nach vorn zu ihr gehen und die schützende Deckung verlassen? Gerade eben hatte sie einer Sterbenden etwas Wasser aus einem Brunnen gebracht und die letzten Augenblicke mit der Frau zusammen gebetet. Lorena war nun so etwas wie ein Sterbensbegleiter geworden. Nur ganz selten sah sie einen Pfarrer auf der Straße, der oft nur den Reichen und Mächtigen die Sterbesakramente spenden ging. Und was war mit den Ärmsten? Sollten sie in die Hölle kommen?

Auch das war ein Auftrag des Engels gewesen. So viele Seelen wie nur möglich retten! Eigentlich war es absurd! Sie war ja immer noch eine Hübschlerin, eine Ausgestoßene und nun war sie diejenige, die den Menschen den himmlischen Segen und Trost in der Not brachte. Die meisten der Sterbenden hätten ihr vor wenigen Wochen noch nicht mal in ihr Gesicht gesehen und nun hielt sie ihnen die Hand und betete mit ihnen.

Von der linken Seite war ein Tumult zu hören. Die junge Mutter sprang auf und eilte davon. Lorena drückte sich tiefer in den Schatten einer eingefallenen Wand. Dadurch verschmolz sie mit der Straße. Ihre dunklen Sachen taten ein Übriges und so würde sie nicht von den anderen zu sehen sein. Angespannt starrte sie in die Dunkelheit und sah ein paar Männer, die offensichtlich nichts Besseres zu tun hatten, als die Toten auch noch auszurauben. Der toten Frau, mit der sie gerade noch gebetet hatten, rissen sie das Kreuz vom Hals. Vermutlich war es der wertvollste Besitz der alten Frau gewesen. Doch sie war ja schon auf dem Weg zum himmlischen Tor.

Geduckt und zum Sprung bereit sah Lorena den Männern zu. Das waren also die „ehrbaren Menschen“ die sich immer für so viel besser gehalten hatten. Es waren Räuber und Leichenfledderer geworden! Ein Geräusch war von rechts zu hören und eine weitere Bande kam die Straße herauf. Die Männer würden sich direkt vor ihr treffen müssen. Noch enger presste sie sich nach hinten. Nun war keine Flucht mehr möglich! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Der schwarze Tod – Mainz, im Jahre 1349“ mit ISBN 978-3-7494-7180-5, 336 Seiten als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/31.html

Mein Buch „Auf Bärenspuren“

„… Sie lag in dem Kasten neben den Säcken und konnte nur nach oben sehen. Da der Nubier ihr auch noch die Füße gefesselt hatte, konnte sie sich kaum bewegen. Nur die Köpfe der beiden Nubier konnte sie so erblicken und der Anführer war sicher auch irgendwo. Nach einer Weile versuchte Sarosa sich in dem holpernden Ding aufzusetzen, da die Schläge ihrem Rücken wehtaten. Aber das war mit den ebenfalls gefesselten Händen schwieriger als gedacht. Endlich erwischte sie den Rand des Gefährtes und zog sich daran hoch. „Bleib im Wagen“, rief der Anführer, der unmittelbar hinter ihr ging. Es waren wirklich nur er und die beiden Nubier noch bei ihr. „Wagen“ hatte der Mann gesagt. Sie drehte sich nach vorn, wo die beiden grauen Tiere den Wagen zogen. Dann drehte sie sich wieder zurück und fing dabei einen finsteren Blick des Nubiers ein, der an ihrer Seite lief.

Der Anführer kam nach vorn, war nun dicht neben ihr und sie fragte ihn „Wo sind die anderen Männer hin?“ „Ich habe ihnen ihren Lohn gegeben. Ich brauche sie jetzt nicht mehr“, sagte der Mann und Sarosa erinnerte sich an die Beutel mit den gelben Steinen. Der Mann trug ebenfalls so einen Beutel an seinem Gürtel und sie zeigte darauf. Er sah die Geste und nickte. Dann öffnete er den Beutel, griff hinein, nahm einen der Steine heraus und gab ihn ihr. Sarosa sah ihn sich jetzt genauer an. Er war flach, rund und glänzte in der Sonne. Auf beiden Seiten war etwas darauf abgebildet.

Eine Seite zierte ein Gesicht und auf der anderen befand sich eine Reihe von Symbolen. Unschlüssig drehte sie das kleine, glänzende Stück in den Fingern der gefesselten Hände. Durch die Erschütterungen des Wagens musste sie es gut festhalten, damit es ihr nicht aus der Hand fiel. Dann strich sie mit den Fingerspitzen über das abgebildete Gesicht. „Was ist das?“, fragte sie und gab das offensichtlich sehr wertvolle Schmuckstück zurück. „Das ist eine Münze. Diese ist eine Kuh wert“, sagte der Mann, als er die Münze sorgsam wieder verwahrte. „Eine Kuh? Aber wie?“, fragte Sarosa und schüttelte den Kopf.

„Ich kann sie jederzeit in eine Kuh tauschen“, sagte der Mann. So richtig verstand sie das nicht und fragte deshalb weiter „Wie und wo?“ Nun erkannte der Mann offensichtlich, dass er es ihr genauer erklären musste. „Wenn du ein Schwein haben möchtest. Was machst du dann?“, fragte er und Sarosa überlegte „Ich nehme ein paar Hühner und gehe zu meinem Nachbarn. Dort frage ich, ob er ein Ferkel gegen meine Hühner tauschen möchte.“ „Und wenn der nicht tauschen will?“ „Dann gehe ich zum nächsten. Einer wird schon tauschen. Dann ziehe ich das Ferkel groß und habe ein Schwein“, sagte sie triumphierend.

„Du brauchst also immer einen, der tauschen will und genau das hat, was du willst. Dann muss er auch noch wollen, was du hast“, sagte der Mann und sie nickte. „Manchmal machen wir das über drei Ecken. Der eine hat ein Kälbchen und will Hühner. Ein anderer hat zwei Ferkel und will ein Kälbchen“, sagte Sarosa. „Und wenn du Hühner hast und Ferkel möchtest, so tauscht ihr untereinander?“, fragte er und sie nickte lächelnd. „Das mag in eurer Siedlung gegangen sein. Bei uns würde das sicher nicht gehen“, sagte er und sah auf den Beutel.

„Erkläre es mir bitte genauer“, bat sie ihn und er begann „Wir haben verschieden große Münzen und wir können alles gegen sie tauschen. Für die Steine“, dabei zeigte er auf die neben Sarosa liegenden Säcke, „Erhalte ich viele Münzen und wenn ich eine Kuh brauche, so tausche ich ein paar davon ein.“ „Aha. Und wenn der, der von dir die Münzen erhalten hat, ein Schwein braucht, dann tauscht er das gegen die Münzen?“, fragte sie und er nickte „Ja. So ist es.“ Nun hatte sie es verstanden, nahm sie an, aber so richtig klar war es ihr trotzdem noch nicht.

Schließlich drehte sich Sarosa mühsam um, weil sie lieber sehen wollte, wo sie hingefahren werden würde. Dabei sah sie einen der Nubier an. Der Anführer trat an ihre Seite und der schwarze Mann ging nach vorn, zu einem der Tiere. „Und ihnen gibst du später ihren Lohn?“, fragte sie und zeigte auf die beiden anderen Männer. „Nein. Die gehören mir. Es sind meine Sklaven“, sagte der Mann und Sarosa sah ihn erschrocken an „Wie kann dir ein Mensch gehören?“, fragte sie und vergaß dabei, dass sie ja selbst den Männern gehörte. „Es sind Sklaven. Das ist einfach so“, sagte er. Anscheinend hatte er sich selbst noch keine Gedanken darüber gemacht. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Auf Bärenspuren“ mit ISBN 978-3-7412-9116-6, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/28.html

Mein Buch „Die Braut des Templers“

„Freitag, der 13. Oktober 1307 war ein schwarzer Tag für das Gerichtswesen des Mittelalters, denn Frankreichs König Philipp der Schöne bricht das Recht und versucht, mit Unterstützung des Papstes, sich in den Besitz des beträchtlichen Vermögens des Ordens der Armen Ritter vom Tempel Salomons zu bringen. Für die Wäschemagd Aveline beginnt an diesem Tag eine abenteuerliche Flucht. Wochen zuvor hatte sie sich in den Tempelritter Kuno von Bärenberg verliebt und nun versuchen sie ihren Verfolgern zu entkommen.
Gegen die strengen Regeln des Ordens, den Papst und den König, sowie im Kampf gegen die Kräfte der Natur und die Widrigkeiten ihres beschwerlichen Weges, können sich die beiden Liebenden nur auf Kunos Knappen und das Schwert des Ritters verlassen. Obwohl Aveline nicht an Märchen glaubt, wird ihr Weg zu einem Märchen, das wahr zu werden scheint. Doch welche Macht vermag schon zwei liebende Herzen voneinander zu trennen?“

„… Das Donnerwetter der Mutter war sicher in der ganzen Siedlung zu hören gewesen. Noch jetzt klingelten Aveline die Ohren und dabei war das schon Stunden her. Die beinahe erfolgte Schändung war der Mutter dabei nicht so schlimm vorgekommen, wie das Fehlen der Unterwäsche.
Dass sie beinahe nicht mehr lebend nach Hause gekommen wäre, das war wohl Nebensache gewesen. Mutter hätte es offenbar lieber gesehen, sie wäre in Ehre gestorben, als dass sie mit nackten Beinen durch das Viertel lief!
Nun war es draußen dunkel und Aveline saß am Tisch in der Hütte. Noch zwei weitere Male war sie an dem Tag am Fluss gewesen, um zu waschen. Immer mit einem mulmigen Gefühl in ihrem Bauch, dafür aber korrekt gekleidet.
Wobei das in der Hitze mehr als lästig gewesen war.
Neben ihr lag der Mantel ihres Retters und in den Händen hatte sie ein leinenes Tuch, das sie mit dem Bild eines Löwen bestickte. Im Schein des kleinen Talglichtes schien sich die Raubkatze auf dem Tuch zu bewegen.
Schon oft hatte Aveline Tiere auf Tücher gestickt und die Nachbarinnen lobten sie häufig für ihre Fingerfertigkeit, doch dieses Tuch musste etwas ganz Besonderes werden.
Der Anhänger an ihrem Halse hatte nun ein neues Band, einen neuen Gürtel hatte Aveline ebenfalls und zum Glück auch noch ihre Unschuld behalten, obwohl die Mutter da anscheinend keinen so großen Wert darauf legte.
Hauptsache die Strümpfe waren am Bein!
Avelines Blick ging zum Lager der Mutter hinüber, auf das diese sich gerade eben niedergelassen hatte. Selbst in der Nacht trug Mutter das lange leinene Unterkleid bis zum Halse geschlossen.
Bei der derzeitigen Hitze in der Hütte hätte sich Aveline auch gern einfach nur nackt unter die Decke gelegt.
Es würde sicher erneut bis zum Morgen dauern, bevor sich der Innenraum der Hütte auf angenehme Temperaturen abgekühlt haben würde.
Das Strohdach half da nur wenig, wenn die Sonne den ganzen Tag auf die Hüttenwand knallte und ihre Hütte war die einzige in der Siedlung, die zu fast drei Seiten den ganzen Tag Sonne abbekam.
An manchen Sommertagen konnte man abends nicht die Hand auf die mit Lehm beschichtete Außenwand legen, ohne sich dabei eine Verbrennung zu holen.
Mutter begann zu schnarchen und die Handarbeit fing wieder Avelines Aufmerksamkeit ein. Sorgsam, Stich für Stich, nahm die Raubkatze langsam Gestalt an. Sie setzte die Stiche besonders eng und daher dauerte es auch etwas länger, bis das etwa Handtellergroße Tier auf einer Ecke des Tuches so abgebildet war, wie es sich Aveline vorgestellt hatte.
Groß, kräftig, auf den Hinterbeinen stehend und mit weit aufgerissenem Maul. Vermutlich so, wie der Ritter es mögen würde. Und so, wie der Mann um sie, oder für sie, gekämpft hatte.
Mit dem Bild des Löwen vor Augen holte sie sich die Momente des Kampfes nochmals vor ihren Geist. Sie sah, wie der Ritter mit wehendem Mantel und nur mit seinen Fäusten die beiden Räuber bezwungen und getötete hatte.
In den Mantel gehüllt, der nun neben ihr lag und dessen Stoff ihre Finger gerade versonnen streichelten. Und wie vornehm der Ritter sie behandelt hatte! Nicht so, wie es die Knechte hier manchmal taten.
Natürlich herrschte ein rauer Ton in der Siedlung. Beschimpfungen, Beleidigungen und obszöne Schmähungen waren an der Tagesordnung, aber das andere gefiel ihr viel besser.
Versonnen zog sie das Tüchlein an ihre Brust. Da sie am nächsten Tag sowieso die Wäsche in die Kommende der Templer bringen musste, würde sie dabei auch die gerade eben fertig gestellte Stickerei mitnehmen.
Was würde der Empfänger wohl dazu sagen?
Kuno von Bärenberg! Der Name flog immer wieder durch ihren Kopf. Ein adliger Ritter und hochgeborener Herr. Würde er das Tuch überhaupt annehmen?
Sicherlich war es für ihn nur eine kleine Gabe. Eine Nichtigkeit, doch Aveline legte ihre ganze Liebe in diese Arbeit.
Bei den Gedanken an seinen fremdländischen Namen und seine Gestalt zog ein Kribbeln durch ihren Bauch. Ein Lächeln legte sich um ihren Mund.
Kuno von Bärenberg. Das klang so himmlisch. Allerdings war er ein hoher Herr. Das konnte nichts werden! Es würde eine Schwärmerei bleiben.
Da Aveline jeden Tag mit den Tempelrittern und deren Knechten zu tun hatte, wusste sie auch gut Bescheid, wie es bei den Männern dort in der Kommende zuging.
Aveline hob ihren Blick zur Tür. Hatte der Ritter nicht eigentlich schon gegen das 70. Gebot des Ordens verstoßen? „Die Brüder sollen ihre Aufmerksamkeit nicht auf das Angesicht von Frauen richten“, stand dort und sie hatte ihm nicht nur ihr Gesicht, sondern auch ihre Brüste gezeigt. Und ihren nackten Schoß, wie ihr gerade siedend heiß durch den Kopf schoss. In ihrer gesamten Nacktheit hatte sie vor ihm gestanden.
Seufzend erhob sie sich von dem Hocker, drückte ihren Rücken durch und streckte sich. Es würde eine kurze Nacht werden, wenn sie überhaupt schlafen könnte.
Noch waren ihre Gedanken völlig durcheinander. Das Licht des Mondes lockte sie vor die Hütte. Die schmutzige Gasse des Tages war in ein silbernes Licht getaucht und hatte dieselbe Farbe, wie auch der kleine Anhänger um ihren Hals.
Alles war in Silber gefasst. Stille war draußen und es war angenehm. Der kühle Wind der Nacht hatte die Hitze des Tages vertrieben. Zumindest vor der Hütte. Nun betrachtete sie ihr Werk auf dem Tuch. Auch der Löwe schien zu leuchten.
Von dem Tuch glitt ihr Blick die Gasse entlang zur Umzäunung der Kommende. Irgendwo dort hinten schlief ihr Retter gerade.
Vielleicht wäre ein Dankgebet auch für ihn nicht schlecht. Zusätzlich zu dem Tuch. Irgendwie kamen ihre Gedanken von dem Mann nicht mehr los und trotzdem musste sie ihn aus ihrem Kopf bekommen.
Er war ein Tempelritter und stand weit über ihr. Und er sollte keuch wie ein Mönch leben.
Wie ein Löwe hatte er um sie gekämpft. War sie seine Löwin? Das Kribbeln in ihrem Bauch rutschte eine Etage tiefer und fing sich in ihrem Schoß. Im Moment hatte sie völlig unkeusche Gedanken in sich, da war sie keine Löwin. Sie fühlte sich eher wie eine rollige Katze, die sich nach dem Kater sehnte.
Wo kamen diese Empfindungen auf einmal her? Hatte der Mond sie ihr in den Kopf gelegt? Fragend richtete sie ihren Blick auf die fast halbe Scheibe am Nachthimmel, die gerade versinken wollte.
Mit jedem Augenblick, den sie länger in das Silberlicht starrte, verstärkte sich das Gefühl in ihr. Aveline musste zurück in die Hütte, bevor sie diese Empfindung überwältigen würde!
Mit Mühe riss sie sich von dem Licht los und ging in die Wärme der Behausung zurück.
Was war das gewesen? Das war unzüchtig!
Niemals durfte sie auch nur so etwas denken!
Sorgfältig legte Aveline das Tuch zusammen, kniete sich in die Ecke und begann vor dem kleinen Kreuz das Vater-Unser. Danach streifte sie sich das Kleid über den Kopf, faltete die Strümpfe sorgsam auf dem Hocker zusammen und legte sich im Unterkleid zur Mutter auf ihr Lager.
Ihr Körper war hier, ihre Gedanken in der Kommende. Und sie bekam sie einfach nicht zurück! Wenn sie die Augen schloss, dann sah sie den Mann vor sich. Da war mehr als Dankbarkeit in ihr, aber im Angesicht ihrer Situation war dies völlig nutzlos. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Die Braut des Templers“ mit ISBN 978-3-7534-4502-1 als Buch für 9,90 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://www.buch.goeritz-netz.de/37.html

Mein Buch „Die Hüterin der Schlangen“

Meine Geschichte „Die Hüterin der Schlangen“

Hier dazu der Klappentext:

„In einer fernen Zukunft hat sich die Menschheit durch Naturkatastrophen und Kriege fast vollständig ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden sind auf ein Leben wie im Mittelalter zurückgefallen und bevölkern nun den Kontinent Mirento, der früher einmal Europa gewesen war.

Dieser Kontinent ist in fünf Reiche aufgeteilt.

Das Gleichgewicht zwischen den Kräften hängt an einem seidenen Faden und wird immer wieder durch die Überfälle der Tuck oder der Ritter von Mortunda empfindlich gestört.

Eine alte Sage berichtet davon, dass einst ein Kind geboren wird, das diese fünf Königreiche vereinigen wird und zu neuem Glanz führen kann, doch schon ziehen die dunklen Wolken des Kampfes abermals am Himmel auf.

Wird dieses Kind noch rechtzeitig das Licht der Welt erblicken, bevor ein neuer Krieg auch noch die letzten verbliebenen Menschen auslöschen wird?“

Leseprobe:

„… Müde schweifte Zondalas Blick über die Kühe, die sie gerade von der einen Weide zur nächsten Viehweide getrieben hatte. Auf den Hirtenstab gestützt versuchte sie ihren Rücken wieder gerade zu drücken. Eigentlich wäre das Treiben der Tiere nicht so schlimm gewesen, aber sie hatte ein Kälbchen tragen müssen, dass gerade erst geboren worden war und dass sie natürlich nicht zurücklassen konnte.
Normalerweise war das auch eine Aufgabe für mehr wie eine gewesen, aber die Männer des Dorfes hatten sich auf dem Ruf von Fürst Reinhold auf seiner Burg versammeln müssen und die Mutter war mit ihrer jüngsten Schwester in der Hütte geblieben. Gerade mal zwei Tage war die Kleine alt und auch die Mutter brauchte noch etwas Ruhe.
Mittlerweile lebte Zondala das vierzehnte Jahre in Wiesenland und seit einigen Jahren trug sie den Natterndolch an ihrer Seite, aber Reiter von Mortunda waren nicht wieder in die Ebene gekommen.
Die bekämpften sich im Norden mit den Kriegern von Cenobia. Dieser Kampf sorgte allerdings dafür, dass die Tuck nun viel öfter und auch viel weiter in den Norden kamen und die schutzlosen Dörfer überfielen.
Sicherlich hatte der Fürst auch deswegen die Männer zu sich gerufen.
Das Kälbchen neben ihr zupfte an ihrem Kleid und sie strich dem Tier über den Kopf. Hoffentlich dachte es nicht, dass Zondala seine Mutter war. Mit schieben und drücken brachte sie das Tier in die Nähe seiner wirklichen Mutter zurück, die das Kalb erst mal ausgiebig beschnupperte, bevor sie das Jungtier an das Euter ließ.
Schmatzend begann das Kalb zu trinken. Ruhig ließ das Mädchen ihre Augen über die grasende Herde gleiten. Alles war friedlich, dann ging ihr Blick nach Süden.
Dort unten lag das Land der Tuck. Schon von klein auf hatte die Mutter sie immer wieder vor den wilden Horden der plündernden Räuber gewarnt. Aber gesehen hatte sie die Männer bisher noch nie.
Wenn es nach ihr ging, so konnte das auch so bleiben.
War es aber klug vom Fürsten gewesen, alle Männer an einem Ort zusammenzuziehen? Hatte der alte Führer ihre Stämme und damit auch seine Dörfer schutzlos zurückgelassen? Natürlich war es früh im Jahr und die Ernte war noch auf dem Feld, aber es gab auch noch Vieh. So, wie die zwanzig Kühe, die sie gerade vor sich auf der Weide hatte.
Ihre Finger glitten über den Griff der Waffe an ihrem Gürtel. Freiwillig und ohne Gegenwehr würde sie keines der Tiere verlieren wollen, aber ein Mädchen gegen eine Horde von Reitern?
Zweifellos würde sie dabei verlieren. Nicht nur die Tiere, sondern sicher auch ihr Leben. Aber sie würde bis zum Schluss kämpfen. Mit der Übernahme des Hirtenstabes von ihrem Vater hatte sie ihm genau dies, ohne Worte, versprochen.
Diese Tiere waren ihr ganzer Besitz, ihr Reichtum, ihre einzige Möglichkeit, ein gutes Leben zu führen. Der Boden war bei ihrem Dorf nicht so gut, als dass er sich für gutes Getreide eignen würde. Gras für die Kühe und Schafe wuchs hier. Aber das im Überfluss. Sie strich über die Flanken der Mutterkuh. Gut genährt war sie und damit waren auch Zondala und ihre Familie gut versorgt.
Sie trat ein paar Schritte zurück und setzte sich in das Gras. In der letzten Zeit hatten Wölfe ein paar der Schafe gerissen, aber die Kühe waren dafür viel zu groß. Daher musste sie sich über die grauen Tiere der Nacht keine Gedanken machen.
Die Jungen, die die Schafe auf der anderen Seite des Dorfes bewachten, die hatten jetzt keine Hirtenstäbe mehr. Sie trugen Lanzen gegen die Raubtiere bei sich.
Langsam senkte sich der Abend auf das Dorf herab und damit wurde es auch für sie Zeit, zur Hütte zurückzugehen. Doch als sie sich erheben wollte, zog eine Bewegung im hohen Gras ihre Aufmerksamkeit auf die Seite.
Es konnte auch der Wind gewesen sein, aber in sich spürte sie so ein Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmte.
Auf den Stab gestützt stand Zondala langsam auf und blickte angestrengt in das dichte Gras, das ihr bestimmt bis über die Knie reichte.
An einigen Stellen auch bis zur Hüfte und genau an solch einer Stelle war diese Bewegung gewesen. Auch die Kühe wurden unruhig und bestätigten damit ihren Verdacht.
Den Stab in beiden Händen, quer vor der Brust haltend, ging sie langsam nach vorn. Irgendein Raubtier hatte es auf die Herde abgesehen. Sicherlich nicht auf die ausgewachsenen Tiere, aber vielleicht auf das schwache Kälbchen! Blieb aber noch die Frage, ob es nur eines war, oder ein ganzes Rudel von wilden Tieren.
Schritt für Schritt schob sich Zondala zwischen das hohe Gras und das kleine Kalb.
Noch immer war nichts zu sehen und auch die Bewegung war nicht mehr zu erkennen. Aber das Gefühl der Bedrohung war noch da. Dann erkannte sie einen grauen Rücken nur wenige Schritte vor sich.
„Verschwinde!“, brüllte sie in die Dämmerung und sah im selben Augenblick in ein weit aufgerissenes Maul mit vielen spitzen Zähnen.
„Ein Wolf! Und ein ziemlich großer!“, raste es durch ihren Kopf.
Auf die Entfernung von drei Wolfslängen standen sich Mensch und Wolf, Auge in Auge, gegenüber. Sicherlich wäre nicht nur das Kalb ein leckerer Bissen für das Raubtier, sondern auch das Mädchen. Unendlich schien sich die Zeit zu dehnen und keiner der beiden Kontrahenten wollte rückwärtsgehen.
„Jetzt hau schon ab!“, schrie sie das Tier an, doch der Wolf nahm das offensichtlich als Angriffssignal. Mit aufgerissenem Maul flog er auf sie zu und Zondala riss den Stab nach oben, wodurch der Wolf ihn quer im Maul hatte, als sich seine Kiefer vor ihrem Gesicht schlossen.
Das Tier war stark, stärker als das Mädchen, aber sie wollte ihn nicht entkommen lassen und auch den Stab nicht loslassen. Sie drückte das Tier zu Boden und ein verzweifelter Ringkampf begann.
Zondala konnte keine Hand von dem Stab lösen, um an den Dolch zu gelangen. Sie drückte mit beiden Händen gegen das Tier, das ebenfalls den Stab nicht mehr losließ.
Schließlich entschied die Kuh den Ringkampf, indem sie dem Wolf einen Tritt mit dem Vorderbein versetzte und der Räuber jaulend zur Seite flog. Dabei riss er ihr aber den Stab aus der Hand.
Im Grase stehend schüttelte sich das Grautier und setzte erneut zum Todessprung an.
Im letzten Moment konnte Zondala den Dolch aus der Scheide heraus reißen und der Wolf sprang direkt in die lange Klinge.
Jaulend, zappelnd und sterbend fiel er vor ihr zu Boden.
Während sie seinen Leben ein Ende setzte, tauchten die Jungen neben ihr auf, die von der anderen Weide herübergelaufen kamen.
Triumphierend schrie sie ein Freudengeheul in den Nachthimmel. Zu viert trugen sie das erlegte Raubtier in das Dorf hinüber.
Sein Fell würde von nun an vor ihrem Bett liegen! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Die Hüterin der Schlangen“ auf 428 Seiten. Mit ISBN: 978-3-7534-4522-9, als Buch für 12,90  Euro und auch als eBook für 3,49 Euro

Alle Informationen immer unter: http://fantasy.goeritz-netz.de/7.html

Jederzeit ist Lesezeit

Mit einem meiner bisher erschienenen Bücher vergeht die Zeit wie im Fluge.

Alle Bücher sind auch als eBook bei Amazon, iTunes, AppStore und im GooglePlayStore erhältlich.

Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Meine historischen Erzählungen

Wer macht Geschichte? Sind es nur die Könige oder Kaiser? Die Fürsten oder Päpste? In meinen Büchern versuche ich die kleinen Leute zu Wort kommen zu lassen. Bauern, Handwerker, Mönche und einfache Söldner bildeten die Masse der Bevölkerung und sie waren es, die maßgeblich für die Geschichte verantwortlich waren. Die jeweiligen Führer legten nur die Richtung fest, doch die Untergebenen brachten mit ihrem Blut und Leben diese Entwicklung voran. Heute kennen wir aber nur noch die Namen der Kaiser, die Namen der Bauern hingegen sind lange von der Zeit verweht worden.

Auch dort gab es starke Persönlichkeiten, die dem harten Leben und der Not trotzten. Diese Menschen, Männer und Frauen, waren es, denen wir unser heutiges Leben verdanken. Sie sind unsere direkten Vorfahren.

Die Geschichten und Erzählungen, die ich niedergeschrieben habe, handeln in Sachsen und erzählen vom Schicksal der einfachen Menschen dort. Sie erzählen von ihren täglichen Mühen, von glücklichen und schweren Tagen.

Die handelnden Figuren sind zu großen Teilen frei erfunden, aber die historischen Bezüge sind durch archäologische Ausgrabungen, Dokumente, Sagen und Überlieferungen belegt.

Also schaut mal bei mir rein unter www.buch.goeritz-netz.de

Mein Buch „Rosen hinter Burgmauern“

„… Immer dichter standen die Bäume an beiden Rändern des Weges. Der Kaufmann kam zur anderen Seite an sie heran und sagte „Ab jetzt fahren wir im Wald. Erst morgen Mittag werden wir ihn wieder verlassen.“ „Dann bleiben wir über Nacht auch in diesem Wald?“, fragte sie und der alte Mann nickte zur Bestätigung. Dann ging er zu den bewaffneten Männern nach hinten. Gwendolyn sah ihm kurz nach, dann ging ihr Blick wieder nach vorn, wo die dunklen Bäume bedrohlich auf sie zukamen. Doch mit all den Männern um sich herum verdrängte sie diese Angst. Der Kaufmann hatte fünf Bewaffnete mit und die sahen ziemlich Kampferfahren aus. Wozu sollte sie sich also ängstigen und der Mann würde doch nicht seine kostbare Ware riskieren. Oder etwa doch? Nun wurde es immer dunkler auf dem Weg. Die Bäume ließen nur wenig Licht bis zu ihr herunter. „Ein guter Reiter braucht nur einen Tag von Leipzig nach Dresden“, erklärte ihr Hinner ziemlich laut und ging wieder nach vorn zu den Pferden.

Nun führte er eines der Tiere am Zaumzeug. Einer der Bewaffneten führte das andere. Gwendolyn sah, dass er seine andere Hand am Griff des Schwertes hatte. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie in den Wald hinein, aber nichts passierte. Unendlich schien sich der Weg durch das Gehölz zu schlängeln. Am Abend fuhr der Wagen auf eine Lichtung neben dem Weg. Offensichtlich waren hier oft Wagen, den ein niedergebranntes Feuer war in der Mitte des Platzes zu sehen. Der Kutscher spannte die Pferde aus, tränkte sie aus einem Eimer und führte sie zur Seite, wo sie grasen konnten. Mit einem Strick band er einen Huf von jedem Pferd an einen Baum, so konnten sie sich bewegen und nicht weglaufen. Während Gwendolyn unschlüssig am Wagen stehen blieb, suchten die Männer Holz im Wald und fachten damit das Feuer wieder an. Ein Kessel wurde über diesem Feuer aufgehängt und Suppe hineingegeben, die erwärmt werden sollte. Als alle um das Lagerfeuer saßen, verteilte der Kutscher Brot, Wurst und kleine Schüsseln mit Suppe. Gwendolyn zog ihren Löffel aus der Gürteltasche und begann mit der Mahlzeit. Die aufgewärmte Suppe war richtig lecker. Ein Trinkschlauch kreiste am Feuer und auch Gwendolyn nahm einen großen Schluck von dem süßen Wein.

Immer dunkler wurde es auf der Lichtung, dann sagte der Kaufmann „Die Frau schläft im Wagen. Wir Männer hier am Feuer. Immer zwei halten Wache.“ Gwendolyn sah zum Wagen und ging hinüber. Hinner folgte ihr, dann zog er ein paar der Säcke so zu-recht, dass sie sich darauf hinlegen konnte. „Ich danke dir“, sagte sie. „Das wird dann deine letzte Nacht in Freiheit sein.“ „Auch im Kloster bin ich frei.“ „Es ist sicher etwas anderes“, entgegnete Hinner „Mögen Gott und alle Heiligen deinen Schlaf beschützen“, sagte er und sie nickte ihm zu. Dann ging er und sie kniete sich für ein Gebet in den Wagen

…..

Als die Sonne wenig später in die Zelle fiel, kamen die Männer, um sie zu holen, und führten sie auf den Burghof hinaus. Dort standen schon alle Bewohner der Burg angetreten. Sie vermied es, ihnen in die Gesichter zu schauen. Zu sehr schämte sie sich für ihr Vergehen. In der Mitte war eine kleine Holzplatte, auf die sie sich kniete, mit dem Rücken zu den Anwesenden. Peter trat mit einem Schwert neben sie und sagte leise, dass nur sie es hören konnte, „Ich werde dich mit einem Hieb töten, damit du keine Schmerzen haben wirst.“ „Ich danke dir“, sagte sie leise, denn oft hatte sie gesehen, dass der Henker mehr als drei Schläge brauchte. Sie faltende ihre Hände und rief nach oben „Gütiger Gott in deine Hände empfehle ich meine Seele.“ Dann reckte sie ihren Kopf so weit nach oben, dass der Hals ganz lang wurde und damit für Peter gut zu treffen war. Sie spürte die kalte Klinge an ihrem Halse, als Peter für den Hieb Maß nahm

….

Einer der Diener erschien in dem Vorraum und holte sie ab. Mit dem Manne zusammen ging sie auf die Fläche zwischen den Tischen. Der Herzog winkte seinem Diener zu und dieser löste ihren Gürtel. Überrascht wartete sie, was passieren würde. Doch sie sagte nichts und rührte keine Hand zur Gegenwehr. Das hätte sicher den Herzog nur verärgert. Was hatte der Mann vor? Dann streifte der Knecht Arikana Kleid und Unterkleid über den Kopf und so stand sie nun nackt zwischen den grölenden Männern. Das Tamburin bedeckte ihren Schoß nur notdürftig. Überall auf ihrer Haut spürte sie die Blicke der Männer. Nackt hatte sie noch nie getanzt, doch nun war es für eine Entgegnung zu spät. „Und nun tanz!“, rief der Herzog. Die Kapelle ließ ihre Instrumente ertönen und Arikana begann ihren Tanz. Rings um sie schlugen die Männer den Takt mit den Händen auf der Tischplatte, die ebenfalls zu tanzen begann. Arikana versuchte ihnen nicht in die Gesichter zu sehen.

Zum Glück war Peter gerade nicht mit im Raum. Ihm hätte es sicher nicht gefallen, dass sie hier so tanzte. Immer weiter ging der Tanz, dann machte der Herzog wieder ein Handzeichen. Die Musik verstummte und Arikana stoppte ihre Bewegungen. Wieder suchte das Tamburin seinen Platz vor ihrem Unterleib, während sie schnaufend und schwer atmend nur zwei Schritte vor dem Herrscher stand. Der Herzog drehte sich zur Seite und sah den Herrn an. Er sagte laut, sodass es auch Arikana hören konnte, „Ich sehe, dass ihr der Einzige seid, dem seine Hose noch passt. Daher will ich euch nun glauben und meine Nichte einem anderen Manne zur Frau geben.“ Dann schickte er Arikana aus dem Raum. Der Diener gab ihr am Ausgang Gürtel, Kleid und Unterkleid zurück, womit sie sich schnell anzog. Hinter ihr im Saal setzte die Musik wieder ein und der Herrscher rief „Und nun lasst uns feiern!“ dann fiel die Tür hinter ihr zu. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Rosen hinter Burgmauern“ mit ISBN 978-3-7347-0321-8, als Buch für 9,90 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/27.html

Mein Buch „Das Versteck des Eremiten“

„… Seit fünf Tagen wohnte Barbara nun schon mit in der kleinen Hütte und sie hatte die anfängliche Scheu dem Manne gegenüber fast völlig abgelegt. Der Schmerz um die verlorene Familie steckte immer noch in ihr, aber das Leben musste weitergehen. Was blieb auch sonst übrig?
Natürlich war es ein gewaltiger Schritt, von dem reichen Mädchen, das von Mägden bedient wurde, zur einfachen Frau, die alles selbst machen musste.
Anna hatte damit viel weniger Probleme gehabt. Schon früher hatte die Schwester mehr Zeit in der Küche verbracht, als an jedem anderen Platz und die Mägde waren von klein auf ihre Freundinnen gewesen.
Für Barbara war das alles schwieriger und ihre geliebten Bücher fehlten ihr ebenfalls.
Sieghelm hatte eine Lutherbibel, die sie nun oft in der Zeit las, die ihr bei ihren Arbeiten blieb. Noch nie hatte sie die Bibel so intensiv gelesen, wie sie das jetzt tat. Da waren richtig gute Geschichten drin. Von guten Menschen. Samson, Delila, Moses und natürlich von Jesus.
Und sie fragte sich, ob er wohl all das gutheißen würde, was hier in seinem Namen geschah!
Bisweilen redete sie darüber mit Sieghelm und ihre Ansichten ähnelten sich oft. Barbara kam das seltsam vor, denn hier war ein Mann, der mit einer Frau über religiöse Themen redete und ihr dabei sogar gelegentlich recht gab!
Am Anfang, Tage zuvor, hatten sie zuweilen sogar darüber gestritten und Anna war dabei immer sofort aus der Hütte geflüchtet.
Nun verstand Barbara den Mann und er sie und es gab kaum noch Streit. Vielleicht näherten sie sich beide gegenseitig an. Damit blieb nur noch die Frage zu klären, ob sie hier bleiben, oder weiterziehen sollten.
Allerdings hatten sie noch immer kein Ziel und es gab auch keine Verwandten, zu denen sie hätten fliehen können.
Offenherzig hatte Sieghelm ihnen seine Hütte als Bleibe angeboten. Doch durfte sie so einfach hier bleiben? Ein Mann mit zwei unverheirateten Frauen unter einem Dach? Was hätte wohl die Mutter dazu gesagt? Sicherlich wäre die fromme Frau entsetzt gewesen, aber was war richtig und was falsch?
Bei einer weiteren Flucht ins Nirgendwo wären sie nur abermals der Gefahr ausgesetzt.
Ohne dass es Barbara bemerkte, hatte sich eine Art von Vertrauen zu dem Manne in ihr aufgebaut. Vielleicht war es die Sicherheit, die er ihr in diesem Hause gab, die nun auch in ihrer Seele angekommen war.
Sie glaubte, dass ihr nichts passieren konnte, wenn der Mann nur in der Nähe war. Eine Art von Gottvertrauen stellte sich ein und eine Hoffnung, dass in seiner Nähe alles gut wurde.
In den Reden, die er führte und in seinen Bewegungen hatte sie erkannt, dass auch er gebildet war und sicher aus einem guten Hause stammte. Die Bildung, die sie als Kind erhalten hatte, hatte auch bei dem Mann zu einer Weltsicht geführt, die sie sehr oft teilte.
Manchmal war es ihr, als hätten sie beide denselben Lehrer gehabt. Sogar dieselben Gedichte hatten sie gelernt und sie musste gelegentlich sogar darüber lachen, dass er eines der Gedichte begann und sie es sofort fortsetzen konnte.
Anna sah da meist nur verzweifelt zu. Ihr waren Gedichte und Lesen nie wichtig gewesen. Das hatte die Mutter oft zur Verzweiflung gebracht. „Kind! Was soll mal aus dir werden?“, hatte die alte Frau oft gestöhnt.
Doch das hatte auch Barbara nicht gewusst. Das Einzige, was möglich war, war ja die Heirat mit einem anderen Kaufmann oder Patrizier. Das wäre dann etwa in einem Jahr gewesen, so wie es bei Susanna in ein paar Wochen gewesen wäre, wenn sich die Neunzehnjährige nicht aus lauter Verzweiflung in ihren Dolch gestürzt hätte, um dem Missbrauch durch die Landsknechte zu entgehen.
Offensichtlich hatte die zierliche Schwester eher als alle anderen verstanden, was wohl geschehen würde. Doch was würde nun aus Anna und ihr?
Eine reiche Hochzeit war in so weite Ferne gerückt, dass Barbara noch nicht mal davon träumen würde. Sie waren beide mittellos und nur die gute Ausbildung war ihr noch geblieben. Allerdings würde ihr das als Magd wohl nichts nutzen.
Vielleicht hatte es Anna da besser gemacht. Von klein auf war sie bei Mechthild in der Küche gewesen. Sie hatte gelernt, wie man kocht, Fische ausnimmt und Handarbeiten macht. Das war nun von einem viel höheren Wert, als all die griechischen Bücher, die Barbara gelesen hatte.
Was konnte man schon mit Aristoteles anfangen, wenn einem der Magen knurrte? Was half es, wenn man die Ilias von Homer im Original lesen konnte, aber nicht in der Lage war, einen Fisch auszunehmen ohne sich dabei in die Finger zu schneiden?
Vielleicht war genau dieser Mann hier in der Hütte das Beste, was ihr passieren konnte. Er war Witwer und nicht unattraktiv.
Doch nun stand ihr wiederum ihre Bildung im Weg, denn sie konnte den Mann nicht einfach fragen, ob er sie zur Frau nehmen wolle.
Das ging nicht!
War das nun aber wirklich das, was sie wollte? Ging das nicht zu schnell? Verwirrt blieb sie zurück und hatte keine Ahnung, was sie denken oder tun sollte. Die Mutter hätte es gewusst! Tränen liefen ihr über die Wange und diesmal würde sie auch nicht mit ihm darüber reden können. Noch nicht mal mit Anna konnte sie sich dazu austauschen.
Sollte sie nun erst mal richtig trauern? Oder doch in die Zukunft schauen?
Wohin sollte ihr Blick gehen? Nach hinten oder nach vorn?
Konnte man etwas Neues beginnen, wenn das Alte noch nicht abgeschlossen war? Was würden wohl die griechischen Philosophen dazu sagen?
Zweifelnd setze sich Barbara in den Wald und sah auf die grüne Wand aus Blättern um sich her.
In ihre Gedanken versunken hoffte sie auf eine Antwort. Sollte sie, so wie Andromache um ihren Hektor geweint hatte, um die Familie weinen? Barbara zuckte bei diesem Gedanken zusammen, wenn sie an das weitere Schicksal von Andromache dachte.
Der geliebte Mann tot, sie entführt, vergewaltigt und gefangen gehalten, bis ihr die Flucht gelingt. Dass Barbara gerade diese Frau eingefallen war, das ängstigte sie nun. Und war nicht auch der Kampf um Troja ein Bruderkrieg gewesen?
„Woran denkst du?“, riss die Stimme des Mannes sie aus ihren Gedanken.
Unwillkürlich musste sie antworten: „An Andromache!“
„Homer oder Euripides?“, fragte er ohne zu zögern nach.
„Beides!“, setzte sie hinzu und blickte zu ihm auf.
Da war etwas in seinen Augen, was sie in seinen Bann zog. Sie waren sich beide viel zu ähnlich.
Er kam näher, trat neben sie und plötzlich konnte sie nicht anders, sie musste ihn küssen. Schnell erhob sie sich, schlag ihre Hand um seinen Nacken, zog ihn an sich heran und ihre Lippen suchten die seinen.
Dieser Kuss war so herrlich und dennoch zuckte sofort danach wieder zurück, denn sie hörte in sich die Mutter darüber schimpfen.
Das durfte man als Frau nicht!
Barbara löste ihren Arm und wich einen Schritt von ihm zurück. Beschämt über ihre Beherztheit, schlug sie die Lider nieder. Was hatte sie dazu angestiftet?
Der Mann stand nur einen Schritt vor ihr. Warf er sie nun aus seiner Hütte? Langsam hob sie ihren Blick und legte den Kopf schief. Was hatte sie zu dieser unüberlegten Tat verleitet? Würde es etwas nutzen, wenn sie sich dafür bei ihm entschuldigen würde?
Er griff nach ihrer Hand, zog sie zu sich und Barbara ließ es geschehen.
Tröstend legte er seine Arme um sie und sie genoss seinen Schutz.
Alles würde gut werden. Hoffentlich!
Andromache zuckte warnend durch ihren Kopf. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Das Versteck des Eremiten“ mit ISBN 978-3-7543-3412-6, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/38.html

Amerika in den Jahren 1850/51…

Meine historische Geschichte „Eine Gräfin in Amerika“ ist jetzt auch als eBook erschienen

Es geht in das Amerika des Jahres 1850/51, mit Pferdekutschen, Revolvern und Mississippidampfern…

„… In der letzten Zeit waren die Spuren von menschlicher Besiedelung immer weniger geworden und deshalb hatten sie auch einfach ihr Lager nachts in der Wildnis aufgeschlagen.
Clara hatte die Angst der anderen Frauen mit der Bemerkung über den Winterschlaf der Bären zu mindern gewusst, aber ob dem wirklich so war, das wusste sie nicht, denn sie kannte Braunbären nur von den Erzählungen ihres Lehrers. Von Wölfen, Kojoten und anderem Übelgetier mal ganz zu schweigen, deren Bilder sie in den alten Lexika in Vaters Bibliothek einst gesehen hatte!
Allerdings würde der Weg mit drei vor Angst schlotternden Frauen nur noch schwerer werden.
Ein neuer Morgen brach an und der erste bläuliche Schein am Himmel verdrängte die Sterne der Nacht. Clara erhob sich langsam von ihrem Platz am Feuer, streckte sich und blickte auf die kleine Gemeinschaft herab, die noch schlafend um sie herum am Boden lag.
Rose war in drei Decken und zwei Mäntel gewickelt. Die Kälte der Nacht setzte der jungen Frau deutlich zu. Sie war das Leben im Süden gewohnt und in Louisiana war es vermutlich selbst zu Weihnachten wärmer, als hier mitten im Sommer.
Es musste mittlerweile Iowa sein und sie waren immer noch auf dem Weg nach Nordwesten. Der verblassende Polarstern zeigte ihr die Richtung an. Abermals dankte sie ihrem Hauslehrer für all das, was sie früher für völlig unnützes Wissen gehalten hatte.
Clara beugte sich hinab, weckte Rose mit einem Kuss und als diese sich mit einem Becher heißen Kaffees an das Feuer setzte, ging Clara zu den Pferden hinüber, um diese für den Aufbruch vorzubereiten.
Sie hatte gerade das zweite Pferd gesattelt, da rief Maria nach ihr und Clara rannte zurück zum Lagerfeuer.
„Katharina hat Fieber!“, erklärte Maria sorgenvoll.
Alle vier Frauen prüften das sofort nach, doch das Ergebnis war eindeutig!
„So ein elender Mist! Wir brauchen einen Doktor für sie!“, stellte Clara besorgt fest.
Sie richtete sich auf und blickte sich um, aber es waren nur weites Land, niedrige Büsche und wellige Grasflächen rund um sie herum zu sehen.
„Wohin?“, fragte sie sich selbst, zog das Fernrohr aus ihrer Satteltasche und suchte den Horizont ab.
Im Norden war schwach eine Rauchsäule zu erspähen und wenn da nicht der Wald brannte, dann konnten da nur Menschen sein.
Schnell war alles verladen, das Feuer gelöscht und sie auf dem Weg zu dieser fernen Siedlung.
Es dauerte eine Weile, die sie im straffen Galopp zurücklegten, bis die Rauchfahne deutlicher wurde.
Etwa zwei Stunden später war ein Fort zu erkennen. Baumstämme waren als Palisaden in den Boden gerammt und über einem Wachturm wehte die amerikanische Fahne. Damit lief Clara allerdings Gefahr, dass sie dort eventuell gefangengenommen wurde.
Sie verhielt ihr Pferd und ging in den Schritt über.
Die drei Freundinnen ritten neben sie.
„Hört zu!“, begann sie zu erklären und setzte hinzu: „Ich bin Jane Jackson und soll euch zu euren Männern nach Chicago bringen, die dort eine Farm gekauft haben!“
Maria rollte mit den Augen, aber diese Notlüge war bitter nötig!
Vom Fort ritten ihnen ein paar Soldaten entgegen.
Wenig später blieben Frauen und Soldaten voreinander stehen.
„Hallo Captain!“, sagte Clara und tippte sich mit zwei Fingern an die Krempe ihres Hutes.
Der Offizier antwortete: „Ich bin Second Lieutenant Fox von der US Kavallerie! Willkommen in Fort Dodge. Was wollen sie!“
Maria stöhnte hörbar genervt auf.
„Ich bin Buffalo Jane! Jane Jackson und begleite diese Frauen zu ihren Männern nach Chicago. Das Kind von Miss Miller hat Fieber! Gibt es bei ihnen einen Doktor, der uns helfen kann?“, fragte sie.
„Natürlich, Miss Jackson! Folgen sie uns einfach!“, entgegnete der Offizier.
Die Soldaten wendeten und ritten zum Tor zurück, der Lieutenant blieb neben ihr.
„Es ist verdammt kalt geworden in der Prärie, da friert einem fast der Arsch ab!“, erklärte Clara und schlüpfte in ihre Rolle.
Maria schüttelte missbilligend den Kopf.
„Kann ich sie dann zu einem Schnaps in unseren Saloon einladen?“, fragte der Offizier neben ihr.
„Nur, wenn wir diese Nacht bei ihnen im Fort bleiben können. Ich möchte nüchtern sein, wenn ich wieder, wie vor ein paar Tagen, mit einem Bären ringen muss!“, antwortete sie, schob den Revolver zurecht und spuckte in das Gras hinab.
Der Offizier zog die Augenbrauen hoch.
„Braunbär oder Waschbär?“, fragte er.
Maria schlug sich schräg hinter ihr mit der flachen Hand vor die Stirn.
Buffalo Jane war im Begriff, die Kontrolle über diese Situation zu verlieren!
Ohne ein weiteres Wort ritten sie durch das Tor und von dort zu einer Hütte.
„Hier wohnt unser Doktor und dort drüben ist unser Saloon!“, erklärte der Offizier und zeigte auf ein Gebäude, an dem deutlich und groß „Saloon“ stand. Dann ritt der Offizier hinüber und ließ sie dort stehen.
„Buffalo Jane! Dass du immer so übertreiben musst!“, stöhnte Maria, als sie vom Pferd glitt. „Mit Waschbären ringen! Ich lach mich tot!“, murmelte sie, als sie mit Katharina das Haus des Arztes betrat.
„Wir reiten zum Saloon!“, rief Clara ihr hinterher und lenkte ihr Pferd hinüber.
Die beiden anderen Frauen schlossen sich ihr an. Nach ein paar Dutzend Schritten banden sie die Pferde vor dem Holzhaus an und betraten den Schankraum.
Schnell waren das Zimmer bezahlt und die Satteltaschen abgelegt. Jetzt mussten sie nur noch auf Maria warten.
Clara dachte an den versprochenen Schnaps, stieg nach unten in den Gastraum und setzte sich an den Tresen. Dort wartete sie auf den Offizier und auf Maria.
Gelangweilt blickte sie sich um und sah in der Ecke das große Brett mit den Fahndungsaufrufen. Sie erhob sich und schlenderte möglichst unauffällig dort hinüber.
Zwischen Posträubern und Viehdieben hing auch das Blatt mit ihrem Porträt. Schnell nahm sie es ab und schob es sich gefaltet in die Innentasche ihrer Weste.
„Sind sie auch als Kopfgeldjägerin unterwegs?“, fragte der Offizier sie von hinten.
Fast hätte sie dabei vor Schreck aufgeschrien.
„Gelegentlich!“, entgegnete sie gespielt gelassen, rückte den Colt zurecht und drehte sich zu dem Lieutenant um.
Der Mann lud sie mit einer Handbewegung zur Theke ein.
„Branntwein oder Whiskey?“, fragte er.
„Branntwein! Das andere Zeug ist doch für kleine Kinder!“, erwiderte Clara und spuckte in den Eimer.
„Zwei Branntwein!“, rief der Offizier.
Der Barmann stellte die Gläser vor sie ab.
Clara kippte den Schnaps mit einem Zug herunter, knallte das Glas auf den Tresen und sagte: „Noch einer!“
Mit dem zweiten stießen sie an und tranken dann langsamer.
Das Papier raschelte in der Weste. Sie brauchte eine Lösung für das Problem. Scarlett hätte eine gehabt, Jane eher nicht. Oder doch?
„Hast du heute Nacht schon was vor?“, fragte sie den Kavallerieoffizier …“

Weiter lesen in meinem Buch „Eine Gräfin in Amerika“mit ISBN 978-3-7557-7346-7, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/39.html

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