Mein Buch „An fremder Küste“

„… Erstarrt stand Claudia auf der Treppe. Sie konnte es nicht fassen. Hatte sie das gerade eben wirklich gesehen? Diese Sklavin verbeugte sich vor der Katze! Das war Götzendienst! Hatte sie ihr nicht eindeutig zu verstehen gegeben, dass diese heidnischen Götter in ihrem Hause nichts zu suchen hatten? Der Anhänger war doch schon verbrannt. Eigentlich hätte diese Warnung genügen sollen.
„Was tust du da?“, brüllte Claudia die Sklavin an und diese fuhr zu ihr herum.
Für einen Moment herrschte Schweigen, dann brüllte Ælsbeth zurück „Ich verehre mein Göttin Fullo!“
Diese Aufsässigkeit verschlug Claudia förmlich die Sprache. Wer war sie, dass sie sich von einem Gegenstand so über den Mund fahren lassen musste? „Hatte ich dir das nicht verboten?“, rief Claudia und bekam auch schon die nächste freche Antwort.
„Du hast mir gar nichts zu verbieten!“, hallte über dem Platz nach, als Claudia sich langsam die Treppe hinunterbewegte und zu der Frau hinüberging.
Brach hier gerade eine Rebellion aus? Claudia war die Herrin aller Frauen und diese jämmerliche Gestalt von Schweinemagd versuchte ihr gerade den Rang abzulaufen? Unterwegs griff sie sich den Sax, den Thoralf neben dem Schlachtplatz hatte liegen lassen, doch die Schweinemagd hatte die Mistgabel in der Hand. Somit standen sie beide bewaffnet auf Armlänge voreinander. Sax gegen Mistgabel! Die Sächsin schien zu allem entschlossen, aber Claudia war das im Moment ebenfalls!
Noch ein Wort und es würde Blut fließen!
Claudia spürte, wie alle Blicke auf sie gerichtet waren und daher konnte sie nicht mehr zurück. Es würde auf eine Konfrontation mit dieser Sklavin hinauslaufen. Oder war die schon im Gange?
Zornige Blicke wurden schweigend ausgetauscht. „Ich sollte dich verkaufen!“, brach es wütend aus Claudia heraus.
„Ich bin hier nicht im Haus! Hier hast du mir gar nichts zu sagen und ich bin Thoralfs Eigentum!“, zischte die Sklavin ihr entgegen.
Zum Sprung gebeugt, die Mistgabel mit beiden Händen quer vor der Brust, starrte dieses Ding Claudia an.
Claudias Hand mit dem Sax zuckte nach oben und wurde von der Gabel getroffen. Diese Sächsin war schnell!
Nach zwei weiteren Schlägen war Claudia entwaffnet und schnappte vor Wut nach Luft.
Garmond, ihr Mann, trennte sie. Er schob sich zwischen sie und die Sklavin, die sofort die Gabel senkte und sich vor dem Führer des Stammes niederkniete. Sie wusste offensichtlich in den Sitten gut Bescheid!
Claudia bückte sich nach der Waffe und hob sie auf. Die Sklavin kniete nun schutzlos vor ihr. Ein Hieb würde reichen, doch ihr Mann griff zu ihrer Hand, mit der sie die Waffe führte.
Er entwand ihr den Sax und sie musste ihn zähneknirschend gewähren lassen, denn hier draußen war er der Herr!
Claudia blickte zwischen ihm und der Sklavin hin und her. Wie würde der Stammesführer entscheiden? Doch nur zu ihren Gunsten!
Geduldig hörte er die Frau an. „Ælsbeth hat recht!“, sagte er schließlich.
Das konnte doch nicht wahr sein! Er ergriff Partei für die Sklavin und nicht für sie? Übermäßiger Zorn stieg in Claudia auf, der sich Luft machen musste.
„Hier draußen mag sie Recht haben!“, schrie Claudia und stampfte vor Wut mit dem Fuß auf. „Dann soll sie auch hier draußen bleiben!“, brüllte sie und ging zurück zur Halle.
Auf der halben Treppe nach oben wendete sie sich zurück. „Du gehörst zu den Schweinen und dort bleibst du nun auch! Wage es nicht, deinen Fuß in die Halle zu setzen!“
Immer noch zornig betrat Claudia die Halle und ging zum Tisch hinüber. Thoralf hatte gerade den Schinken von dem Schwein getrennt. Hier drin hatte Claudia das Sagen und das wollte sie ihn nun auch spüren lassen. Schließlich hatte er die Sklavin hier angeschleppt.
Als sie gerade ansetzen wollte, trat ihr Mann in die Halle und hob die blutige Waffe. Es war eine unmissverständliche Warnung an sie.
Claudia schluckte ihren Zorn herunter und schlug stattdessen eine der Mägde, die gerade etwas vor ihr verloren hatte.
Alles hatte mit dieser Schweinemagd begonnen! An ihr und mit ihr drohte ihre Macht zu zerbrechen. Mühsam und in Jahren hatte Claudia die Frauen zum Christentum bekehrt und nun kam eine Fremde und betete hier ihre Götzen an. Sie hatte auch noch die Hand gegen sie erhoben und Garmond hatte nichts dazu gesagt!
„Jetzt kommen die kalten Nächte. Die wird schon angekrochen kommen, wenn sie in der Nacht draußen friert!“, sauste es durch Claudias Kopf und sie trat zum Altar, auf dem das Kreuz stand.
Im Gebet erbat sie sich den Schutz und den Segen Gottes für ihre Aufgabe. „Hilf mir!“, sagte sie tonlos und kniete vor dem Kreuz. Dabei dachte sie daran, dass die Männer immer noch draußen vor ihrem Götterbild ihre Opfer brachten. Auch das musste enden!
Garmond trat zu ihr und legte seine Hand auf ihre Schulter. Für einen Augenblick war sie gewillt, diese Hand abzuschütteln, doch sie brauchte den Schutz des Mannes. Noch war ihre Aufgabe nicht erfüllt und ohne diese Fürsprache von Garmond würden auch die Frauen wieder dem alten Glauben zufallen.
„Lass sie doch einfach in Ruhe!“, sagte er.
„Solange sie draußen bei den Schweinen bleibt, ist sie mir egal!“, entgegnete sie.
Garmond zog seine Hand wieder fort und setzte sich auf seinen Stuhl. „So soll es sein!“, legte er fest und Thoralf beugte sich diesem Spruch. Dem konnte sie nun nur noch zustimmen.
„Da das jetzt geklärt ist, kann jeder wieder an seine Arbeit gehen!“, setzte Garmond noch laut hinzu und im Aufstehen erkannte Claudia, dass sich die Sklavin vor der Türschwelle befand und den Ratschluss des Stammesführers kniend entgegengenommen hatte.
Mit Wohlwollen registrierte Claudia, dass Thoralf neben Maria und nicht neben der Sklavin stand. Vielleicht würde diese räumliche Trennung zwischen Thoralf und seiner Sklavin dazu führen, dass er sich mehr an Maria annäherte.
Wenig später gingen die Arbeiten weiter, als wäre nichts geschehen, aber der Widerstand der Sklavin schmerzte immer noch tief in Claudias Seele. Mit dem Messer zerteilte sie das Schwein und es war nicht das Tier, was sie dabei vor ihren Augen hatte.
Jeder Schnitt, jeder Hieb galt dieser Aufrührerin und es schien zu helfen, denn Claudia wurde ruhiger. …“

Weiter lesen in meinem Buch „An fremder Küste“ mit ISBN 978-3-7534-7768-8, als Buch für 9,90 Euro und auch als eBook für 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/36.html

Mein Fantasy-Geschichte „Die Hüterin der Schlangen“

Nur noch wenige Tage gibt es meine Fantasy-Geschichte „Die Hüterin der Schlangen“ als eBook zum Preis von 2,49 €

Hier dazu der Klappentext:

„In einer fernen Zukunft hat sich die Menschheit durch Naturkatastrophen und Kriege fast vollständig ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden sind auf ein Leben wie im Mittelalter zurückgefallen und bevölkern nun den Kontinent Mirento, der früher einmal Europa gewesen war.
Dieser Kontinent ist in fünf Reiche aufgeteilt.
Das Gleichgewicht zwischen den Kräften hängt an einem seidenen Faden und wird immer wieder durch die Überfälle der Tuck oder der Ritter von Mortunda empfindlich gestört.
Eine alte Sage berichtet davon, dass einst ein Kind geboren wird, das diese fünf Königreiche vereinigen wird und zu neuem Glanz führen kann, doch schon ziehen die dunklen Wolken des Kampfes abermals am Himmel auf.
Wird dieses Kind noch rechtzeitig das Licht der Welt erblicken, bevor ein neuer Krieg auch noch die letzten verbliebenen Menschen auslöschen wird?“

Leseprobe:

„… Müde schweifte Zondalas Blick über die Kühe, die sie gerade von der einen Weide zur nächsten Viehweide getrieben hatte. Auf den Hirtenstab gestützt versuchte sie ihren Rücken wieder gerade zu drücken. Eigentlich wäre das Treiben der Tiere nicht so schlimm gewesen, aber sie hatte ein Kälbchen tragen müssen, dass gerade erst geboren worden war und dass sie natürlich nicht zurücklassen konnte.
Normalerweise war das auch eine Aufgabe für mehr wie eine gewesen, aber die Männer des Dorfes hatten sich auf dem Ruf von Fürst Reinhold auf seiner Burg versammeln müssen und die Mutter war mit ihrer jüngsten Schwester in der Hütte geblieben. Gerade mal zwei Tage war die Kleine alt und auch die Mutter brauchte noch etwas Ruhe.
Mittlerweile lebte Zondala das vierzehnte Jahre in Wiesenland und seit einigen Jahren trug sie den Natterndolch an ihrer Seite, aber Reiter von Mortunda waren nicht wieder in die Ebene gekommen.
Die bekämpften sich im Norden mit den Kriegern von Cenobia. Dieser Kampf sorgte allerdings dafür, dass die Tuck nun viel öfter und auch viel weiter in den Norden kamen und die schutzlosen Dörfer überfielen.
Sicherlich hatte der Fürst auch deswegen die Männer zu sich gerufen.
Das Kälbchen neben ihr zupfte an ihrem Kleid und sie strich dem Tier über den Kopf. Hoffentlich dachte es nicht, dass Zondala seine Mutter war. Mit schieben und drücken brachte sie das Tier in die Nähe seiner wirklichen Mutter zurück, die das Kalb erst mal ausgiebig beschnupperte, bevor sie das Jungtier an das Euter ließ.
Schmatzend begann das Kalb zu trinken. Ruhig ließ das Mädchen ihre Augen über die grasende Herde gleiten. Alles war friedlich, dann ging ihr Blick nach Süden.
Dort unten lag das Land der Tuck. Schon von klein auf hatte die Mutter sie immer wieder vor den wilden Horden der plündernden Räuber gewarnt. Aber gesehen hatte sie die Männer bisher noch nie.
Wenn es nach ihr ging, so konnte das auch so bleiben.
War es aber klug vom Fürsten gewesen, alle Männer an einem Ort zusammenzuziehen? Hatte der alte Führer ihre Stämme und damit auch seine Dörfer schutzlos zurückgelassen? Natürlich war es früh im Jahr und die Ernte war noch auf dem Feld, aber es gab auch noch Vieh. So, wie die zwanzig Kühe, die sie gerade vor sich auf der Weide hatte.
Ihre Finger glitten über den Griff der Waffe an ihrem Gürtel. Freiwillig und ohne Gegenwehr würde sie keines der Tiere verlieren wollen, aber ein Mädchen gegen eine Horde von Reitern?
Zweifellos würde sie dabei verlieren. Nicht nur die Tiere, sondern sicher auch ihr Leben. Aber sie würde bis zum Schluss kämpfen. Mit der Übernahme des Hirtenstabes von ihrem Vater hatte sie ihm genau dies, ohne Worte, versprochen.
Diese Tiere waren ihr ganzer Besitz, ihr Reichtum, ihre einzige Möglichkeit, ein gutes Leben zu führen. Der Boden war bei ihrem Dorf nicht so gut, als dass er sich für gutes Getreide eignen würde. Gras für die Kühe und Schafe wuchs hier. Aber das im Überfluss. Sie strich über die Flanken der Mutterkuh. Gut genährt war sie und damit waren auch Zondala und ihre Familie gut versorgt.
Sie trat ein paar Schritte zurück und setzte sich in das Gras. In der letzten Zeit hatten Wölfe ein paar der Schafe gerissen, aber die Kühe waren dafür viel zu groß. Daher musste sie sich über die grauen Tiere der Nacht keine Gedanken machen.
Die Jungen, die die Schafe auf der anderen Seite des Dorfes bewachten, die hatten jetzt keine Hirtenstäbe mehr. Sie trugen Lanzen gegen die Raubtiere bei sich.
Langsam senkte sich der Abend auf das Dorf herab und damit wurde es auch für sie Zeit, zur Hütte zurückzugehen. Doch als sie sich erheben wollte, zog eine Bewegung im hohen Gras ihre Aufmerksamkeit auf die Seite.
Es konnte auch der Wind gewesen sein, aber in sich spürte sie so ein Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmte.
Auf den Stab gestützt stand Zondala langsam auf und blickte angestrengt in das dichte Gras, das ihr bestimmt bis über die Knie reichte.
An einigen Stellen auch bis zur Hüfte und genau an solch einer Stelle war diese Bewegung gewesen. Auch die Kühe wurden unruhig und bestätigten damit ihren Verdacht.
Den Stab in beiden Händen, quer vor der Brust haltend, ging sie langsam nach vorn. Irgendein Raubtier hatte es auf die Herde abgesehen. Sicherlich nicht auf die ausgewachsenen Tiere, aber vielleicht auf das schwache Kälbchen! Blieb aber noch die Frage, ob es nur eines war, oder ein ganzes Rudel von wilden Tieren.
Schritt für Schritt schob sich Zondala zwischen das hohe Gras und das kleine Kalb.
Noch immer war nichts zu sehen und auch die Bewegung war nicht mehr zu erkennen. Aber das Gefühl der Bedrohung war noch da. Dann erkannte sie einen grauen Rücken nur wenige Schritte vor sich.
„Verschwinde!“, brüllte sie in die Dämmerung und sah im selben Augenblick in ein weit aufgerissenes Maul mit vielen spitzen Zähnen.
„Ein Wolf! Und ein ziemlich großer!“, raste es durch ihren Kopf.
Auf die Entfernung von drei Wolfslängen standen sich Mensch und Wolf, Auge in Auge, gegenüber. Sicherlich wäre nicht nur das Kalb ein leckerer Bissen für das Raubtier, sondern auch das Mädchen. Unendlich schien sich die Zeit zu dehnen und keiner der beiden Kontrahenten wollte rückwärtsgehen.
„Jetzt hau schon ab!“, schrie sie das Tier an, doch der Wolf nahm das offensichtlich als Angriffssignal. Mit aufgerissenem Maul flog er auf sie zu und Zondala riss den Stab nach oben, wodurch der Wolf ihn quer im Maul hatte, als sich seine Kiefer vor ihrem Gesicht schlossen.
Das Tier war stark, stärker als das Mädchen, aber sie wollte ihn nicht entkommen lassen und auch den Stab nicht loslassen. Sie drückte das Tier zu Boden und ein verzweifelter Ringkampf begann.
Zondala konnte keine Hand von dem Stab lösen, um an den Dolch zu gelangen. Sie drückte mit beiden Händen gegen das Tier, das ebenfalls den Stab nicht mehr losließ.
Schließlich entschied die Kuh den Ringkampf, indem sie dem Wolf einen Tritt mit dem Vorderbein versetzte und der Räuber jaulend zur Seite flog. Dabei riss er ihr aber den Stab aus der Hand.
Im Grase stehend schüttelte sich das Grautier und setzte erneut zum Todessprung an.
Im letzten Moment konnte Zondala den Doch aus der Scheide heraus reißen und der Wolf sprang direkt in die lange Klinge.
Jaulend, zappelnd und sterbend fiel er vor ihr zu Boden.
Während sie seinen Leben ein Ende setzte, tauchten die Jungen neben ihr auf, die von der anderen Weide herübergelaufen kamen.
Triumphierend schrie sie ein Freudengeheul in den Nachthimmel. Zu viert trugen sie das erlegte Raubtier in das Dorf hinüber.
Sein Fell würde von nun an vor ihrem Bett liegen! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Die Hüterin der Schlangen“ auf 428 Seiten. Mit ISBN: 978-3-7534-4522-9, als Buch für 12,90  Euro und auch als eBook für 3,49 Euro

Alle Informationen immer unter: http://fantasy.goeritz-netz.de/7.html

Meine bisher erschienenen Bücher

Mit einem meiner bisher erschienenen Bücher vergeht die Zeit wie im Fluge.Alle Bücher sind auch als eBook bei Amazon, iTunes, AppStore und im GooglePlayStore erhältlich.
Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

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„Die Hüterin der Schlangen“

Werbung in eigener Sache

Am 28.5.2021 ist meine Fantasyerzählung „Die Hüterin der Schlangen“ im Verlage BoD erschienen.

Sie ist als erster Teil einer Trilogie geplant.

Hier dazu der Klappentext:

„In einer fernen Zukunft hat sich die Menschheit durch Naturkatastrophen und Kriege fast vollständig ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden sind auf ein Leben wie im Mittelalter zurückgefallen und bevölkern nun den Kontinent Mirento, der früher einmal Europa gewesen war.
Dieser Kontinent ist in fünf Reiche aufgeteilt.
Das Gleichgewicht zwischen den Kräften hängt an einem seidenen Faden und wird immer wieder durch die Überfälle der Tuck oder der Ritter von Mortunda empfindlich gestört.
Eine alte Sage berichtet davon, dass einst ein Kind geboren wird, das diese fünf Königreiche vereinigen wird und zu neuem Glanz führen kann, doch schon ziehen die dunklen Wolken des Kampfes abermals am Himmel auf.
Wird dieses Kind noch rechtzeitig das Licht der Welt erblicken, bevor ein neuer Krieg auch noch die letzten verbliebenen Menschen auslöschen wird?“

Leseprobe:

„… Müde schweifte Zondalas Blick über die Kühe, die sie gerade von der einen Weide zur nächsten Viehweide getrieben hatte. Auf den Hirtenstab gestützt versuchte sie ihren Rücken wieder gerade zu drücken. Eigentlich wäre das Treiben der Tiere nicht so schlimm gewesen, aber sie hatte ein Kälbchen tragen müssen, dass gerade erst geboren worden war und dass sie natürlich nicht zurücklassen konnte.
Normalerweise war das auch eine Aufgabe für mehr wie eine gewesen, aber die Männer des Dorfes hatten sich auf dem Ruf von Fürst Reinhold auf seiner Burg versammeln müssen und die Mutter war mit ihrer jüngsten Schwester in der Hütte geblieben. Gerade mal zwei Tage war die Kleine alt und auch die Mutter brauchte noch etwas Ruhe.
Mittlerweile lebte Zondala das vierzehnte Jahre in Wiesenland und seit einigen Jahren trug sie den Natterndolch an ihrer Seite, aber Reiter von Mortunda waren nicht wieder in die Ebene gekommen.
Die bekämpften sich im Norden mit den Kriegern von Cenobia. Dieser Kampf sorgte allerdings dafür, dass die Tuck nun viel öfter und auch viel weiter in den Norden kamen und die schutzlosen Dörfer überfielen.
Sicherlich hatte der Fürst auch deswegen die Männer zu sich gerufen.
Das Kälbchen neben ihr zupfte an ihrem Kleid und sie strich dem Tier über den Kopf. Hoffentlich dachte es nicht, dass Zondala seine Mutter war. Mit schieben und drücken brachte sie das Tier in die Nähe seiner wirklichen Mutter zurück, die das Kalb erst mal ausgiebig beschnupperte, bevor sie das Jungtier an das Euter ließ.
Schmatzend begann das Kalb zu trinken. Ruhig ließ das Mädchen ihre Augen über die grasende Herde gleiten. Alles war friedlich, dann ging ihr Blick nach Süden.
Dort unten lag das Land der Tuck. Schon von klein auf hatte die Mutter sie immer wieder vor den wilden Horden der plündernden Räuber gewarnt. Aber gesehen hatte sie die Männer bisher noch nie.
Wenn es nach ihr ging, so konnte das auch so bleiben.
War es aber klug vom Fürsten gewesen, alle Männer an einem Ort zusammenzuziehen? Hatte der alte Führer ihre Stämme und damit auch seine Dörfer schutzlos zurückgelassen? Natürlich war es früh im Jahr und die Ernte war noch auf dem Feld, aber es gab auch noch Vieh. So, wie die zwanzig Kühe, die sie gerade vor sich auf der Weide hatte.
Ihre Finger glitten über den Griff der Waffe an ihrem Gürtel. Freiwillig und ohne Gegenwehr würde sie keines der Tiere verlieren wollen, aber ein Mädchen gegen eine Horde von Reitern?
Zweifellos würde sie dabei verlieren. Nicht nur die Tiere, sondern sicher auch ihr Leben. Aber sie würde bis zum Schluss kämpfen. Mit der Übernahme des Hirtenstabes von ihrem Vater hatte sie ihm genau dies, ohne Worte, versprochen.
Diese Tiere waren ihr ganzer Besitz, ihr Reichtum, ihre einzige Möglichkeit, ein gutes Leben zu führen. Der Boden war bei ihrem Dorf nicht so gut, als dass er sich für gutes Getreide eignen würde. Gras für die Kühe und Schafe wuchs hier. Aber das im Überfluss. Sie strich über die Flanken der Mutterkuh. Gut genährt war sie und damit waren auch Zondala und ihre Familie gut versorgt.
Sie trat ein paar Schritte zurück und setzte sich in das Gras. In der letzten Zeit hatten Wölfe ein paar der Schafe gerissen, aber die Kühe waren dafür viel zu groß. Daher musste sie sich über die grauen Tiere der Nacht keine Gedanken machen.
Die Jungen, die die Schafe auf der anderen Seite des Dorfes bewachten, die hatten jetzt keine Hirtenstäbe mehr. Sie trugen Lanzen gegen die Raubtiere bei sich.
Langsam senkte sich der Abend auf das Dorf herab und damit wurde es auch für sie Zeit, zur Hütte zurückzugehen. Doch als sie sich erheben wollte, zog eine Bewegung im hohen Gras ihre Aufmerksamkeit auf die Seite.
Es konnte auch der Wind gewesen sein, aber in sich spürte sie so ein Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmte.
Auf den Stab gestützt stand Zondala langsam auf und blickte angestrengt in das dichte Gras, das ihr bestimmt bis über die Knie reichte.
An einigen Stellen auch bis zur Hüfte und genau an solch einer Stelle war diese Bewegung gewesen. Auch die Kühe wurden unruhig und bestätigten damit ihren Verdacht.
Den Stab in beiden Händen, quer vor der Brust haltend, ging sie langsam nach vorn. Irgendein Raubtier hatte es auf die Herde abgesehen. Sicherlich nicht auf die ausgewachsenen Tiere, aber vielleicht auf das schwache Kälbchen! Blieb aber noch die Frage, ob es nur eines war, oder ein ganzes Rudel von wilden Tieren.
Schritt für Schritt schob sich Zondala zwischen das hohe Gras und das kleine Kalb.
Noch immer war nichts zu sehen und auch die Bewegung war nicht mehr zu erkennen. Aber das Gefühl der Bedrohung war noch da. Dann erkannte sie einen grauen Rücken nur wenige Schritte vor sich.
„Verschwinde!“, brüllte sie in die Dämmerung und sah im selben Augenblick in ein weit aufgerissenes Maul mit vielen spitzen Zähnen.
„Ein Wolf! Und ein ziemlich großer!“, raste es durch ihren Kopf.
Auf die Entfernung von drei Wolfslängen standen sich Mensch und Wolf, Auge in Auge, gegenüber. Sicherlich wäre nicht nur das Kalb ein leckerer Bissen für das Raubtier, sondern auch das Mädchen. Unendlich schien sich die Zeit zu dehnen und keiner der beiden Kontrahenten wollte rückwärtsgehen.
„Jetzt hau schon ab!“, schrie sie das Tier an, doch der Wolf nahm das offensichtlich als Angriffssignal. Mit aufgerissenem Maul flog er auf sie zu und Zondala riss den Stab nach oben, wodurch der Wolf ihn quer im Maul hatte, als sich seine Kiefer vor ihrem Gesicht schlossen.
Das Tier war stark, stärker als das Mädchen, aber sie wollte ihn nicht entkommen lassen und auch den Stab nicht loslassen. Sie drückte das Tier zu Boden und ein verzweifelter Ringkampf begann.
Zondala konnte keine Hand von dem Stab lösen, um an den Dolch zu gelangen. Sie drückte mit beiden Händen gegen das Tier, das ebenfalls den Stab nicht mehr losließ.
Schließlich entschied die Kuh den Ringkampf, indem sie dem Wolf einen Tritt mit dem Vorderbein versetzte und der Räuber jaulend zur Seite flog. Dabei riss er ihr aber den Stab aus der Hand.
Im Grase stehend schüttelte sich das Grautier und setzte erneut zum Todessprung an.
Im letzten Moment konnte Zondala den Doch aus der Scheide heraus reißen und der Wolf sprang direkt in die lange Klinge.
Jaulend, zappelnd und sterbend fiel er vor ihr zu Boden.
Während sie seinen Leben ein Ende setzte, tauchten die Jungen neben ihr auf, die von der anderen Weide herübergelaufen kamen.
Triumphierend schrie sie ein Freudengeheul in den Nachthimmel. Zu viert trugen sie das erlegte Raubtier in das Dorf hinüber.
Sein Fell würde von nun an vor ihrem Bett liegen! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Die Hüterin der Schlangen“ auf 428 Seiten. Mit ISBN: 978-3-7534-4522-9, als Buch für 12,90  Euro und demnächst auch als eBook für 3,49 Euro

Alle Informationen immer unter: http://fantasy.goeritz-netz.de/7.html

Mein Kinderbuch „Kater Gismo und der Hühnerdieb“

„… Wo könnte der Hühnerdieb mit Isabel hin gelaufen sein?“ fragten sich die beiden Kater und schauten sich die Umgebung an. Das er mit dem Huhn hier herüber gesprungen war, das war fast sicher, auch wenn es an der Kiste keine Federn gab. „Durch das Dorf wird er nicht gelaufen sein. Da bleibt nur der Waldrand an der anderen Seite.“ sagte Gismo und schaute in diese Richtung.
Die beiden Kater verabschiedeten sich von Hans und machten sich auf den Weg zum Waldrand. Nach einer Weile fand Dorian wieder eine Feder. Sie sah genau so aus wie die am Fass, es musste eine von Isabel sein. Sie hatten die Spur gefunden. Aller paar Meter lag nun eine Feder und sie brauchten der Spur nur folgen.


Unmittelbar vor dem Waldrand gabelte sich der Weg und die Federn lagen nun nicht mehr da. „Wohin nun?“ fragte Dorian und Gismo schaute erst in die eine und dann in die andere Richtung. Welcher Weg war der richtige? Gismo zeigte einfach nach links und sagte „Wir versuchen es erst mal dort lang.“ „Von zwei Wegen ist einer immer der falsche.“ sagte Dorian und dann gingen sie zusammen auf den Waldrand zu.


Sie bemerkten nun eine Tatzenspur vor sich und beschlossen dieser Spur zu folgen. Die Abdrücke der Tatzen waren etwas so groß wie die von Gismo, sahen aber anders aus. „Wie ein kleiner Hund.“ sagte Dorian und Gismo nickte. „Mal sehen wohin sie uns führt.“ sagte er und lief immer tiefer in den Wald hinein. …“

W

Weiter lesen in meinem Kinderbuch „Kater Gismo und der Hühnerdieb“mit ISBN978-3-7347-6131-7, (als Buch für 5,49 Euro und als E-Bookfür2,49Euro)


Alle Infos immer unter http://www.kinderbuch.goeritz-netz.de/9.html

Meine historische Geschichte „Das siebente Mädchen“

„… Nun liefen überall Soldaten herum, aber die Meisten von ihnen waren betrunken. So sehr sie sich auch anstrengte, sie wurde einfach hinterher gezogen. Die beiden Soldaten schwankten beim Gehen und sie wollten sie wohl zu einer der Lagerhütte ziehen, die nun, nachdem alles daraus geplündert worden war, leer standen. Der dort gelagerte Wein war schon längst durch die Kehlen der Männer geflossen und hatte ihnen die Sinne vernebelt.
Aruna blickte nach oben und fragte im Zorn die große Göttin, ob das ihre Hilfe sein sollte, um die sie die Mutter in der Hütte gerade eben noch lautstark gebeten hatte, da schlug das Schwert eines der Männer gegen ihr nacktes Bein.
Im Bruchteil eines Wimpernschlages realisierte sie, dass sie zwischen einem Dolch und einem Schwert lief. Nur wenige handbreit von ihr entfernt, da hatte sie alles, was sie zu ihrer Befreiung brauchen würde.
Die offene Tür der Lagerscheune war direkt vor ihr, da gab sie sich einen Stoß, sprang nach vorn und bekam dabei eine Hand frei. Der betrunkene Soldat wusste nicht, wie ihm geschah. Auch als ihm die Klinge seines eigenen Schwertes in den Hals traf, hatte er noch nicht begriffen, was passierte und er hatte auch keine Zeit mehr dafür. Wenig später folgte ihm sein Kamerad. Aruna stand über die beiden Männer gebeugt und blickte sich um.
Das Schwert in der Hand und zum Sprung bereit, beobachtete sie die Männer, von denen aber niemand irgendwie von ihr Notiz nahm. So schnell sie konnte, lief sie zu der Hütte zurück und öffnete die Tür. Darin half sie der Mutter auf und aufeinander gestützt verließen sie beide die Hütte.
In den Schatten der Hüttenwand gepresst beobachteten sie weiter das Treiben innerhalb der Palisaden. Die Legionäre mussten sich ihrer Sache ziemlich sicher sein, denn sie hatten weder das Tor geschlossen, noch schien auch nur einer von ihnen noch vollkommen nüchtern zu sein. Es waren ja auch nur noch Frauen hier oben und mit denen würden sie sicher auch im betrunkenen Zustand fertig werden können. Doch da hatten sie sich in diesem Falle getäuscht. Entschlossen krampfte sich Arunas Hand um den Schwertgriff.
„Hole deine Geschwister. Wir treffen uns dann wieder hier. Aber sei vorsichtig!“, sagte die Mutter entschlossen und Aruna zeigte das blutverschmierte Schwert. „Solange ich das hier in meiner Hand habe, wird mir nichts passieren!“ Sie nickten sich beide zu und ihre Wege trennten sich.
Überall auf der Plattform waren Feuer entzündet, die ihren rötlichen Schein an die Häuser und bis zu den Palisaden warfen. Im Schatten der Hütten huschte Aruna zum hinteren Eingang des großen Hauses, wo sich die Küche befand, denn dort würde sicher kein Posten stehen.
Vorsichtig schaute sie um die Ecke und schlüpfte in das Haus. Waren die drei Geschwister immer noch in dem Raum bei der Amme? Oder waren sie fortgebracht worden? Im Halbdunkel des Gangs schlich sie zu der Tür, die den Raum verschloss. Es stand ein Posten davor, was darauf schließen ließ, dass sie noch darin festsaßen. Wie sollte sie aber an den Posten heran kommen? Er schien nicht betrunken zu sein und so musste sie sich eine List überlegen.
Sie löste eine der Fibeln von ihrem Kleid und warf diese den Gang entlang in die entgegengesetzte Richtung. So, wie sie es oft geübt hatte, traf sie auch dieses Mal die dort abgestellte metallene Schüssel. Die Mutter hatte sie immer für den Lärm gescholten, den das gemacht hatte, doch diesmal hatte es die gewünschte Wirkung. Der Soldat drehte sich dorthin um und zog sein Schwert, doch da traf ihn schon die Klinge von Aruna. Ohne einen Laut sackte er in sich zusammen und sie fing ihn auf, damit das Geräusch des fallenden Legionärs nicht noch mehr Männer alarmierte.
Im großen Raum wurde gefeiert und sie hörte das Johlen der Männer, das vermutlich jedes andere Geräusch überdecken würde. Aruna legte den Mann am Rand des Ganges ab und der Weg war frei. Sie zog die Tür auf und schlüpfte hinein. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Das siebente Mädchen“ mit ISBN 978-3-7504-3239-0, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/34.html

Meine Geschichten …

Jederzeit ist Lesezeit:


Mit einem meiner bisher erschienenen Bücher vergeht die Zeit wie im Fluge.Alle Bücher sind auch als E-Book bei Amazon, iTunes, AppStore und im GooglePlayStore erhältlich.

Als eBooks kosten sie einheitlich 2,49 Euro, in den ersten vier Wochen nach dem Erscheinen nur 1,49 Euro, und sie sind sofort lesebereit:


Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Mein Buch „Im Schatten des Feuerberges“

„… Die Frau kniete in dem Haus vor dem Feuer und schürte die Glut. Seit mehr als einem Jahr war sie nun schon Sklavin. Tiberia musste noch das Essen für ihren Herrn machen. Der Kessel hing schon über der Feuerstelle und dampfte vor sich hin. Sie stand auf und schaute sich in dem Raum um. Das Haus hatte nur diesen einen Raum. Er war Essbereich, Wohnbereich und Schlafbereich in einem. Aber das war sie auch von der Hütte ihrer Eltern gewohnt. Oftmals wohnten bis zu zwanzig Personen in einer Hütte, hier waren sie nur zu zweit. Sie sah das Bett am anderen Ende der Hütte und dachte daran, wie Tiberius sie am ersten Abend an den Haaren dorthin gezogen, ihr die Sachen zerrissen und sich dann an ihr vergangen hatte. Bei der Erinnerung griff sie an das Medaillon an ihrem Hals, was sie zu seinem Eigentum gemacht hatte. Er konnte alles mit ihr machen, selbst sie verkaufen oder töten, ohne das dem Mann etwas passieren würde. Das hatte er ihr zuerst beigebracht!
Erneut ging ihr Blick umher. Hier drin war sie nun gefangen. Auf zehn mal zehn Schritten Platz. Doch sogar die leicht zu öffnende Tür hielt sie zurück. Nicht das Schloss war es, welches sie gefangen hielt, sondern die Angst und diese verdammte Kette um ihren Hals. Ohne die Zustimmung von Tiberius durfte sie das Haus nicht verlassen, er würde es erfahren und sie bestrafen, und wenn sie das Kastell verlassen wollte, so würden die Wachen sie sofort töten. Die Halskette, die nur mit Gewalt zu öffnen war, würde sie sofort als entlaufene Sklavin verraten und darauf stand der Tod als Strafe. Eigentlich gefiel ihr dieses Haus. Es war sauber und es lebten keine Tiere hier drin. Von ein paar Mäusen mal abgesehen.
Sie drehte sich zurück zum Feuer und rührte die Suppe um. Lange konnte es nicht mehr dauern, bis ihr Herr nach Hause kommen würde. Gedankenverloren strich sie sich die knielange blaue Tunika glatt, die von einem Gürtel um die Taille zusammen gehalten wurde. Wieder ging ihre Hand zu der Kette. Ihre Finger drehten den Anhänger. Er sah wie ein Schmuckstück aus und doch war es eher eine Besitzurkunde. Tiberius hatte seinen Namen auf ihren Körper geschrieben, genau so, wie er es mit dem Weinkrug in der Ecke gemacht hatte, den sie nun holen ging, um ihn mit Wein zu befüllen. Ihr Magen begann zu knurren, aber sie durfte erst nach Tiberius essen.
Wieder dachte sie an die ersten Tage hier zurück. Damals war Tiberius brutal und rücksichtslos gewesen. Das hatte sich zum Glück etwas geändert. Nun war er mitunter sogar zärtlich und strich ihr über das Haar. Immer weiter dachte sie an damals. Da hatte sie noch niemanden verstanden und alles war ihr fremd gewesen. Tiberius hatte sie in einem Raum geführt, in dem eine Sklavin auf einem Tisch festgebunden war. Ein Medicus führte eine blutige Beschneidung an den Genitalien der Frau durch und vernähte die Frau danach. Tiberia hatte mit Angst auf die vor Schmerzen schreiende Frau geschaut und die ganze Zeit geglaubt gehabt, sie sei die nächste, die dort auf dem Tisch landen würde. Doch es war nur eine Warnung von Tiberius gewesen, was ihr passieren konnte, wenn sie sich ihm verweigerte.
Erst später hatte sie erfahren, dass die Römer so verhindern wollten, dass ihre Sklavinnen schwanger werden. Doch es war eine ziemlich brutale Behandlung. Männliche Sklaven wurden manchmal sogar kastriert. Ob das alles mehr der Demütigung oder Einschüchterung der Sklaven dienen sollte, das konnte sie nicht sagen. Bei ihr jedenfalls war es so gewesen. Sie hatte schnell erkannt, dass sie hier nichts mehr zu erwarten hatte und nur bei totaler Unterwerfung ihr ein relativ schmerzfreies Leben beschieden war.
Die Tür öffnete sich und Tiberius trat in den Raum. Die Frau fuhr herum und verbeugte sich schnell vor ihm. Der Mann legte seinen Umhang ab, hängte ihn an einen Haken neben der Tür und setzte sich ohne ein Wort an den Tisch. Tiberia brachte ihm Wein, Brot und eine Schüssel Suppe. Danach wartete sie hinter ihm auf seine weiteren Wünsche. Nachdem der Mann satt war, trank er Wein am Tisch und schaute zu, wie Tiberia auf sein Zeichen schnell ihr Brot und die Suppe verschlang.
Später zeigte er einfach auf das Bett. Tiberia löste ihren Gürtel und zog sich die Tunika über den Kopf. So stand sie nackt vor dem Bett. Nicht ein Wort war bisher gewechselt worden und es blieb auch dabei. Bevor Tiberius einschlief, streichelte er ihr Haar und gab ihr sogar einen Kuss. Sie lag neben ihm und hörte seinem Schnarchen zu. Ein bisschen fühlte sie sich jetzt sogar als Frau. Geliebt und nicht so sehr als Sklavin und Dienerin. Fast liebevoll zog sie die Decke über seinen Körper, stieg aus dem Bett, nahm ihre Tunika und legte sich auf die Decke, die ihr Schlafplatz am Feuer war. Von dort schaute sie noch einmal zu ihm hinauf und dachte daran, dass er sich vielleicht auch durch sie so verändert hatte.
Am nächsten Morgen weckte die Sonne Tiberia. Schnell zog sie sich an und schürte wieder das Feuer. Mit einem Grunzen erwachte Tiberius und setzte sich in seinem Bett auf. Er sah zu ihr hinüber und ein Lächeln schien über sein Gesicht zu fliegen. Zumindest sah es für einen Moment für die Frau so aus. Wieder verbeugte sie sich vor ihm und stellte Brot und Wurst für ihn auf den Tisch. Nach dem Essen nahm Tiberius seine Sklavin mit in die Therme. Dort war sie gern, denn sie konnte sich dort mit anderen Frauen unterhalten und kam mal wieder aus dem Haus. Sonst war sie ja praktisch den ganzen Tag alleine. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Schatten des Feuerberges“ mit ISBN 978-3-7481-3800-6 als Buch für 7,90 Euro und als eBook für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/29.html

Meine historischen Erzählungen

Wer macht Geschichte? Sind es nur die Könige oder Kaiser? Die Fürsten oder Päpste? In meinen Büchern versuche ich die kleinen Leute zu Wort kommen zu lassen. Bauern, Handwerker, Mönche und einfache Söldner bildeten die Masse der Bevölkerung und sie waren es, die maßgeblich für die Geschichte verantwortlich waren. Die jeweiligen Führer legten nur die Richtung fest, doch die Untergebenen brachten mit ihrem Blut und Leben diese Entwicklung voran. Heute kennen wir aber nur noch die Namen der Kaiser, die Namen der Bauern hingegen sind lange von der Zeit verweht worden.

Auch dort gab es starke Persönlichkeiten, die dem harten Leben und der Not trotzten. Diese Menschen, Männer und Frauen, waren es, denen wir unser heutiges Leben verdanken. Sie sind unsere direkten Vorfahren.Die Geschichten und Erzählungen, die ich niedergeschrieben habe, handeln in Sachsen und erzählen vom Schicksal der einfachen Menschen dort. Sie erzählen von ihren täglichen Mühen, von glücklichen und schweren Tagen.

Die handelnden Figuren sind zu großen Teilen frei erfunden, aber die historischen Bezüge sind durch archäologische Ausgrabungen, Dokumente, Sagen und Überlieferungen belegt.

Also schaut mal bei mir rein unter www.buch.goeritz-netz.de

Mein Buch „Im Schatten des Feuerberges“

„… Die Frau kniete in dem Haus vor dem Feuer und schürte die Glut. Seit mehr als einem Jahr war sie nun schon Sklavin. Tiberia musste noch das Essen für ihren Herrn machen. Der Kessel hing schon über der Feuerstelle und dampfte vor sich hin. Sie stand auf und schaute sich in dem Raum um. Das Haus hatte nur diesen einen Raum. Er war Essbereich, Wohnbereich und Schlafbereich in einem. Aber das war sie auch von der Hütte ihrer Eltern gewohnt. Oftmals wohnten bis zu zwanzig Personen in einer Hütte, hier waren sie nur zu zweit. Sie sah das Bett am anderen Ende der Hütte und dachte daran, wie Tiberius sie am ersten Abend an den Haaren dorthin gezogen, ihr die Sachen zerrissen und sich dann an ihr vergangen hatte. Bei der Erinnerung griff sie an das Medaillon an ihrem Hals, was sie zu seinem Eigentum gemacht hatte. Er konnte alles mit ihr machen, selbst sie verkaufen oder töten, ohne das dem Mann etwas passieren würde. Das hatte er ihr zuerst beigebracht!

Erneut ging ihr Blick umher. Hier drin war sie nun gefangen. Auf zehn mal zehn Schritten Platz. Doch sogar die leicht zu öffnende Tür hielt sie zurück. Nicht das Schloss war es, welches sie gefangen hielt, sondern die Angst und diese verdammte Kette um ihren Hals. Ohne die Zustimmung von Tiberius durfte sie das Haus nicht verlassen, er würde es erfahren und sie bestrafen, und wenn sie das Kastell verlassen wollte, so würden die Wachen sie sofort töten. Die Halskette, die nur mit Gewalt zu öffnen war, würde sie sofort als entlaufene Sklavin verraten und darauf stand der Tod als Strafe. Eigentlich gefiel ihr dieses Haus. Es war sauber und es lebten keine Tiere hier drin. Von ein paar Mäusen mal abgesehen.

Sie drehte sich zurück zum Feuer und rührte die Suppe um. Lange konnte es nicht mehr dauern, bis ihr Herr nach Hause kommen würde. Gedankenverloren strich sie sich die knielange blaue Tunika glatt, die von einem Gürtel um die Taille zusammen gehalten wurde. Wieder ging ihre Hand zu der Kette. Ihre Finger drehten den Anhänger. Er sah wie ein Schmuckstück aus und doch war es eher eine Besitzurkunde. Tiberius hatte seinen Namen auf ihren Körper geschrieben, genau so, wie er es mit dem Weinkrug in der Ecke gemacht hatte, den sie nun holen ging, um ihn mit Wein zu befüllen. Ihr Magen begann zu knurren, aber sie durfte erst nach Tiberius essen.

Wieder dachte sie an die ersten Tage hier zurück. Damals war Tiberius brutal und rücksichtslos gewesen. Das hatte sich zum Glück etwas geändert. Nun war er mitunter sogar zärtlich und strich ihr über das Haar. Immer weiter dachte sie an damals. Da hatte sie noch niemanden verstanden und alles war ihr fremd gewesen. Tiberius hatte sie in einem Raum geführt, in dem eine Sklavin auf einem Tisch festgebunden war. Ein Medicus führte eine blutige Beschneidung an den Genitalien der Frau durch und vernähte die Frau danach. Tiberia hatte mit Angst auf die vor Schmerzen schreiende Frau geschaut und die ganze Zeit geglaubt gehabt, sie sei die nächste, die dort auf dem Tisch landen würde. Doch es war nur eine Warnung von Tiberius gewesen, was ihr passieren konnte, wenn sie sich ihm verweigerte.

Erst später hatte sie erfahren, dass die Römer so verhindern wollten, dass ihre Sklavinnen schwanger werden. Doch es war eine ziemlich brutale Behandlung. Männliche Sklaven wurden manchmal sogar kastriert. Ob das alles mehr der Demütigung oder Einschüchterung der Sklaven dienen sollte, das konnte sie nicht sagen. Bei ihr jedenfalls war es so gewesen. Sie hatte schnell erkannt, dass sie hier nichts mehr zu erwarten hatte und nur bei totaler Unterwerfung ihr ein relativ schmerzfreies Leben beschieden war.

Die Tür öffnete sich und Tiberius trat in den Raum. Die Frau fuhr herum und verbeugte sich schnell vor ihm. Der Mann legte seinen Umhang ab, hängte ihn an einen Haken neben der Tür und setzte sich ohne ein Wort an den Tisch. Tiberia brachte ihm Wein, Brot und eine Schüssel Suppe. Danach wartete sie hinter ihm auf seine weiteren Wünsche. Nachdem der Mann satt war, trank er Wein am Tisch und schaute zu, wie Tiberia auf sein Zeichen schnell ihr Brot und die Suppe verschlang.

Später zeigte er einfach auf das Bett. Tiberia löste ihren Gürtel und zog sich die Tunika über den Kopf. So stand sie nackt vor dem Bett. Nicht ein Wort war bisher gewechselt worden und es blieb auch dabei. Bevor Tiberius einschlief, streichelte er ihr Haar und gab ihr sogar einen Kuss. Sie lag neben ihm und hörte seinem Schnarchen zu. Ein bisschen fühlte sie sich jetzt sogar als Frau. Geliebt und nicht so sehr als Sklavin und Dienerin. Fast liebevoll zog sie die Decke über seinen Körper, stieg aus dem Bett, nahm ihre Tunika und legte sich auf die Decke, die ihr Schlafplatz am Feuer war. Von dort schaute sie noch einmal zu ihm hinauf und dachte daran, dass er sich vielleicht auch durch sie so verändert hatte.

Am nächsten Morgen weckte die Sonne Tiberia. Schnell zog sie sich an und schürte wieder das Feuer. Mit einem Grunzen erwachte Tiberius und setzte sich in seinem Bett auf. Er sah zu ihr hinüber und ein Lächeln schien über sein Gesicht zu fliegen. Zumindest sah es für einen Moment für die Frau so aus. Wieder verbeugte sie sich vor ihm und stellte Brot und Wurst für ihn auf den Tisch. Nach dem Essen nahm Tiberius seine Sklavin mit in die Therme. Dort war sie gern, denn sie konnte sich dort mit anderen Frauen unterhalten und kam mal wieder aus dem Haus. Sonst war sie ja praktisch den ganzen Tag alleine. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Schatten des Feuerberges“ mit ISBN 978-3-7481-3800-6 als Buch für 7,90 Euro und als eBook für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/29.html

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