Winterzeit ist Lesezeit:

Mit einem meiner bisher erschienenen Bücher vergeht die Zeit wie im Fluge.

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Mein Buch „Zwei Frauen unterm Sternenbanner“

„… Nicht mehr viel fehlte am Morgen. Vermutlich würde in spätestens einer Stunde die Sonne aufgehen und Rose versuchte so leise wie nur irgend möglich das Lager zu betreten. Im blassen Licht des soeben untergehenden Mondes konnte sie die Hütten vor sich gerade noch so erkennen.
In den vielen Jahren ihrer Abwesenheit schien sich hier so rein gar nichts verändert zu haben und sie hätte den Weg zu Mutters Hütte vermutlich sogar mit geschlossenen Augen gefunden.
Nur noch etwa dreißig Schritte trennten sie von dem Gebäude, in dem sie geboren und die ersten Jahre aufgewachsen war.
Hinter der ehemaligen Hütte ihres Freundes ließ sie die beiden Revolver ins Gras rutschen, dann schlich sie auf Zehenspitzen weiter.
Noch zehn Schritte!
Immer wieder blieb sie stehen und lauschte auf die Geräusche, aber nur der Wind säuselte in dem Baum neben der Hütte.
Jetzt musste sie sich beeilen.
Rose schlüpfte in die Baracke der Mutter und hoffte, dass es noch ihre war. Sie huschte zu dem Strohsack, beugte sich herunter und sah das vertraute Gesicht im letzten Mondlicht.
Eilig legte sie ihre Hand auf den Mund der alten Frau und flüsterte: „Mutter! Wir müssen fort!“
Mae zuckte zusammen, dann sah Rose zuerst das Aufblitzen der Freude über dieses Treffen in Mutters Augen, das nur Bruchteile eines Augenblickes später von Stutzen und Entsetzen abgelöst wurde.
„Mein Gott, Rose! Was machst du hier? Du hättest bleiben sollen, wo auch immer du warst! Verschwinde schnell wieder, bevor dich jemand sieht!“, erklärte die Mutter leise und mit sich fast überschlagender Stimme.
„Schnell! Komm mit! Ich habe einen Weg in den Norden für dich und mich. Meine Tochter will dich auch sehen!“, entgegnete Rose und richtete sich auf.
Für einen Augenblick war es ihr, als ob ein Lichtschein in die Hütte fiel, aber für die morgendliche Sonne war es noch viel zu früh. Oder hatte sie sich vertan?
Rose fuhr zum Hüttenausgang herum und mit einem lauten Knall entzündeten sich im selben Moment zwei Fackeln unmittelbar vor der Behausung.
„Na wen haben wir denn da? Rose, die Ausreißerin!“, hörte sie den triumphierenden Ruf von Stuart, dem alten Aufseher, der sie vor vielen Jahren schon einmal gefangen hatte.
„Du bringst mir fünfzig Dollar ein, die Master Simon auf deinen Kopf ausgesetzt hat!“, äußerte er weiter.
Rose blickte in die Mündung der doppelläufigen Flinte, die Stuart in seiner Hand hielt.
„Mist!“, sauste es durch ihren Kopf, denn die Revolver lagen zu weit entfernt. Warum hatte sie die nicht einfach mitgenommen?
Konnte sie die Strecke bis dahin schaffen? Simon wollte sie doch bestimmt lebend haben! Rose stürzte nach vorn und wollte an dem Aufseher vorbei zu der anderen Hütte, doch Stuart stellte ihr ein Bein.
Sie stürzte und ein Schlag mit dem Gewehrkolben raubte ihr die Sinne.
Ein Wasserguss erweckte sie wieder.
Die Sonne ging gerade auf und um sie herum standen lauter weiße Männer. Auch zwei der Bluthunde waren in der Nähe. Sie sah und hörte die beiden Tiere, die von einem der Männer an der Leine gehalten wurden.
„Wenn haben wir denn hier?“, fragte ein junger Mann in einem gut sitzenden Anzug. Sicherlich war das Simon. „Wenn das nicht diese elende und nichtsnutzige Verbrecherin Rose ist!“, äußerte er weiter, trat einen Schritt auf sie zu und schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht.
„Wascht sie! Zieht ihr was Anständiges an und bringt sie in mein Haus!“, befahl er noch, drehte sich um und ging davon.
Für einen Augenblick fragte sie sich, was die Männer ihr denn anständiges anziehen sollten, denn ihre Kleidung war doch vollständig intakt und von Gundel auf Maß geschneidert.
Es gab nichts Besseres, bis einen Atemzug später Kleid, Jacke, Mieder und Unterkleid nacheinander schichtweise in Fetzen gingen. Auch die Unterhose, Strümpfe und Schuhe wurden ihr rabiat von den Füßen gerissen.
Zwei der Männer packten sie an den Armen und schleiften sie nackt zum Brunnen.
Ziemlich brutal wuschen die Männer sie und schrubbten sie mit einer Bürste ab.
Danach musste sie nackt zum Herrenhaus laufen, wo sie wenig später die Kleidung einer Sklavin in die Hand gedrückt bekam und mit einem Stoß in den Rücken in die Arrestzelle flog.
Alles war aus!
Die Aufseher verschlossen lachend die Tür, Rose zog sich Unterkleid, Bluse und Rock an und setzte sich auf die hölzerne Pritsche.
Es war eine blöde Idee gewesen, hierher zurückzukommen!
Die Sklaven hier versuchten alles, um in den Norden zu entfliehen und sie ging in die andere Richtung, geradewegs in ihr Verderben!
Was würde geschehen?
Rose blickte sich um. Vor vielen Jahren war sie bereits einmal in dieser Kammer. Das war einst nach ihrer Flucht. Der Freund war damals gestorben und sie hatte zehn Peitschenhiebe erhalten, bevor ihr Vater sie verkauft hatte.
Diesmal würde sie sicher den Tod finden!
Eine Träne lief ihr an der Wange herab, aber sie galt ihrer Tochter und nicht sich selbst. Vielleicht hatte Rose dieses Ende schon einkalkuliert, denn niemand mit klarem Verstand ging sehenden Auges in eine Falle!
Mit den Fingerspitzen wischte sie sich die Träne fort.
Sie musste sich in Geduld fassen, denn der Master würde sie sicherlich erst mal schmoren lassen, damit die Angst sie weichmachte.
Erneut ging ihr Blick umher. Vier mal vier Schritte maß dieser Verschlag. Mit einer hölzernen Pritsche, einem vergitterten Fenster und einer abgeschlossenen Tür. Es gab keine Decke, nur einen verdreckten Eimer neben der Tür. Von ihrem Platz aus konnte Rose erkennen, dass er wohl der Notdurft dienen sollte.
Auf der hochbeinigen hölzernen Schlafstelle sitzend zog sich für Rose die Zeit unendlich lang. Warum sagte ihr Simon nicht einfach, wann er sie töten würde? Gleich oder Morgen? Länger als eine Woche würde er sie wohl kaum am Leben lassen.
Damals war er noch keine zehn Jahre alt gewesen und sie hatte noch nicht gewusst, dass er ihr Halbbruder war. Sie hatte ihn oft bei den Feiern gesehen, bei denen sie damals bedienen musste.
Sie war das Schokoladenmädchen gewesen und Simon hatte oft die Leckereien von ihrem Teller geholt. Nie hatte sie auch nur einen Krümel oder die Reste davon erhalten. Und was kam jetzt?
Rose erhob sich und trat an das Fenster. In dem großen Garten davor arbeiteten zwei alte Sklavinnen. Ihre grauen Haare erinnerten sie an die Großmutter, die damals diese Tätigkeit gemacht hatte.
Was war wohl aus ihr geworden?
Was hatte Simon und dessen Bruder wohl mit ihrer Familie gemacht, als er erfahren hatte, dass sie damals ihren und seinen Vater getötet hatte? Das hätte sie jetzt gern die Mutter gefragt.
Gefasst wartete sie auf ihr Ende! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Zwei Frauen unterm Sternenbanner“ mit ISBN 978-3-7562-2366-4, als Buch für 11,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/41.html

Mein Buch „Eine Gräfin in Amerika“

„… In der letzten Zeit waren die Spuren von menschlicher Besiedelung immer weniger geworden und deshalb hatten sie auch einfach ihr Lager nachts in der Wildnis aufgeschlagen.
Clara hatte die Angst der anderen Frauen mit der Bemerkung über den Winterschlaf der Bären zu mindern gewusst, aber ob dem wirklich so war, das wusste sie nicht, denn sie kannte Braunbären nur von den Erzählungen ihres Lehrers. Von Wölfen, Kojoten und anderem Übelgetier mal ganz zu schweigen, deren Bilder sie in den alten Lexika in Vaters Bibliothek einst gesehen hatte!
Allerdings würde der Weg mit drei vor Angst schlotternden Frauen nur noch schwerer werden.
Ein neuer Morgen brach an und der erste bläuliche Schein am Himmel verdrängte die Sterne der Nacht. Clara erhob sich langsam von ihrem Platz am Feuer, streckte sich und blickte auf die kleine Gemeinschaft herab, die noch schlafend um sie herum am Boden lag.
Rose war in drei Decken und zwei Mäntel gewickelt. Die Kälte der Nacht setzte der jungen Frau deutlich zu. Sie war das Leben im Süden gewohnt und in Louisiana war es vermutlich selbst zu Weihnachten wärmer, als hier mitten im Sommer.
Es musste mittlerweile Iowa sein und sie waren immer noch auf dem Weg nach Nordwesten. Der verblassende Polarstern zeigte ihr die Richtung an. Abermals dankte sie ihrem Hauslehrer für all das, was sie früher für völlig unnützes Wissen gehalten hatte.
Clara beugte sich hinab, weckte Rose mit einem Kuss und als diese sich mit einem Becher heißen Kaffees an das Feuer setzte, ging Clara zu den Pferden hinüber, um diese für den Aufbruch vorzubereiten.
Sie hatte gerade das zweite Pferd gesattelt, da rief Maria nach ihr und Clara rannte zurück zum Lagerfeuer.
„Katharina hat Fieber!“, erklärte Maria sorgenvoll.
Alle vier Frauen prüften das sofort nach, doch das Ergebnis war eindeutig!
„So ein elender Mist! Wir brauchen einen Doktor für sie!“, stellte Clara besorgt fest.
Sie richtete sich auf und blickte sich um, aber es waren nur weites Land, niedrige Büsche und wellige Grasflächen rund um sie herum zu sehen.
„Wohin?“, fragte sie sich selbst, zog das Fernrohr aus ihrer Satteltasche und suchte den Horizont ab.
Im Norden war schwach eine Rauchsäule zu erspähen und wenn da nicht der Wald brannte, dann konnten da nur Menschen sein.
Schnell war alles verladen, das Feuer gelöscht und sie auf dem Weg zu dieser fernen Siedlung.
Es dauerte eine Weile, die sie im straffen Galopp zurücklegten, bis die Rauchfahne deutlicher wurde.
Etwa zwei Stunden später war ein Fort zu erkennen. Baumstämme waren als Palisaden in den Boden gerammt und über einem Wachturm wehte die amerikanische Fahne. Damit lief Clara allerdings Gefahr, dass sie dort eventuell gefangengenommen wurde.
Sie verhielt ihr Pferd und ging in den Schritt über.
Die drei Freundinnen ritten neben sie.
„Hört zu!“, begann sie zu erklären und setzte hinzu: „Ich bin Jane Jackson und soll euch zu euren Männern nach Chicago bringen, die dort eine Farm gekauft haben!“
Maria rollte mit den Augen, aber diese Notlüge war bitter nötig!
Vom Fort ritten ihnen ein paar Soldaten entgegen.
Wenig später blieben Frauen und Soldaten voreinander stehen.
„Hallo Captain!“, sagte Clara und tippte sich mit zwei Fingern an die Krempe ihres Hutes.
Der Offizier antwortete: „Ich bin Second Lieutenant Fox von der US Kavallerie! Willkommen in Fort Dodge. Was wollen sie!“
Maria stöhnte hörbar genervt auf.
„Ich bin Buffalo Jane! Jane Jackson und begleite diese Frauen zu ihren Männern nach Chicago. Das Kind von Miss Miller hat Fieber! Gibt es bei ihnen einen Doktor, der uns helfen kann?“, fragte sie.
„Natürlich, Miss Jackson! Folgen sie uns einfach!“, entgegnete der Offizier.
Die Soldaten wendeten und ritten zum Tor zurück, der Lieutenant blieb neben ihr.
„Es ist verdammt kalt geworden in der Prärie, da friert einem fast der Arsch ab!“, erklärte Clara und schlüpfte in ihre Rolle.
Maria schüttelte missbilligend den Kopf.
„Kann ich sie dann zu einem Schnaps in unseren Saloon einladen?“, fragte der Offizier neben ihr.
„Nur, wenn wir diese Nacht bei ihnen im Fort bleiben können. Ich möchte nüchtern sein, wenn ich wieder, wie vor ein paar Tagen, mit einem Bären ringen muss!“, antwortete sie, schob den Revolver zurecht und spuckte in das Gras hinab.
Der Offizier zog die Augenbrauen hoch.
„Braunbär oder Waschbär?“, fragte er.
Maria schlug sich schräg hinter ihr mit der flachen Hand vor die Stirn.
Buffalo Jane war im Begriff, die Kontrolle über diese Situation zu verlieren!
Ohne ein weiteres Wort ritten sie durch das Tor und von dort zu einer Hütte.
„Hier wohnt unser Doktor und dort drüben ist unser Saloon!“, erklärte der Offizier und zeigte auf ein Gebäude, an dem deutlich und groß „Saloon“ stand. Dann ritt der Offizier hinüber und ließ sie dort stehen.
„Buffalo Jane! Dass du immer so übertreiben musst!“, stöhnte Maria, als sie vom Pferd glitt. „Mit Waschbären ringen! Ich lach mich tot!“, murmelte sie, als sie mit Katharina das Haus des Arztes betrat.
„Wir reiten zum Saloon!“, rief Clara ihr hinterher und lenkte ihr Pferd hinüber.
Die beiden anderen Frauen schlossen sich ihr an. Nach ein paar Dutzend Schritten banden sie die Pferde vor dem Holzhaus an und betraten den Schankraum.
Schnell waren das Zimmer bezahlt und die Satteltaschen abgelegt. Jetzt mussten sie nur noch auf Maria warten.
Clara dachte an den versprochenen Schnaps, stieg nach unten in den Gastraum und setzte sich an den Tresen. Dort wartete sie auf den Offizier und auf Maria.
Gelangweilt blickte sie sich um und sah in der Ecke das große Brett mit den Fahndungsaufrufen. Sie erhob sich und schlenderte möglichst unauffällig dort hinüber.
Zwischen Posträubern und Viehdieben hing auch das Blatt mit ihrem Porträt. Schnell nahm sie es ab und schob es sich gefaltet in die Innentasche ihrer Weste.
„Sind sie auch als Kopfgeldjägerin unterwegs?“, fragte der Offizier sie von hinten.
Fast hätte sie dabei vor Schreck aufgeschrien.
„Gelegentlich!“, entgegnete sie gespielt gelassen, rückte den Colt zurecht und drehte sich zu dem Lieutenant um.
Der Mann lud sie mit einer Handbewegung zur Theke ein.
„Branntwein oder Whiskey?“, fragte er.
„Branntwein! Das andere Zeug ist doch für kleine Kinder!“, erwiderte Clara und spuckte in den Eimer.
„Zwei Branntwein!“, rief der Offizier.
Der Barmann stellte die Gläser vor sie ab.
Clara kippte den Schnaps mit einem Zug herunter, knallte das Glas auf den Tresen und sagte: „Noch einer!“
Mit dem zweiten stießen sie an und tranken dann langsamer.
Das Papier raschelte in der Weste. Sie brauchte eine Lösung für das Problem. Scarlett hätte eine gehabt, Jane eher nicht. Oder doch?
„Hast du heute Nacht schon was vor?“, fragte sie den Kavallerieoffizier …“

Weiter lesen in meinem Buch „Eine Gräfin in Amerika“mit ISBN 978-3-7557-7346-7, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/39.html

Mein Buch „Eine sächsische Revolution“

„… Stunden später waren dann alle in den Betten verschwunden. Alle bis auf Heinrich, sie und die Herrin von Maria. Heinrich hatte ja eigentlich hier kein Bett, denn als Vorarbeiter hatte er ein Zimmer in dem Haus, in dem die Ingenieure und Meister der Maschinenbaufirma Hartmann wohnten. Und hier waren alle Betten belegt. Das von Fritz sogar doppelt. Es störte sie nicht, dass sich die beiden unmittelbar hinter ihr liebten.

So saßen sie leise erzählend zu dritt im Schein von einem rußenden Licht an dem Kopfende des Tisches. Unmittelbar hinter ihr waren die beiden Mädchen eingeschlafen und sie stand auf, als der Löffel scheppernd zu Boden fiel, den Carola aus der Hand verloren hatte. Keine der beiden war davon wach geworden. Mit Heinrichs Hilfe legte sie ihre beiden Töchter in das Bett nach oben und auch dabei wachten sie nicht auf. Sie waren viel zu müde durch die Arbeit in der Tuchmanufaktur.

Als sie wieder am Tisch saß, zeigte die Herrin auf die beiden schlafenden Kinder und noch bevor sie etwas fragen konnte, erzählte Regina „Ja! Ich weiß! Sie sollten zur Schule gehen. Aber ich bin auf die Münzen angewiesen, die sie in der Tuchfabrik bekommen. Vier Groschen im Monat, aber es hilft nichts!“ „In welcher Fabrik?“, fragte die Frau nach und Regina nannte den Namen. Betreten schwieg die Frau, dann sagte sie „Die gehört meinem Vater.“ Nun sah Regina sie mit anderen, strengeren Augen an.

„Und sie bekommen wirklich nur vier Groschen?“, fragte die Frau, als ob sie es nicht besser wissen würde. „Ja! Aber zusammen. Nicht jede!“, erwiderte Regina fast trotzig. „Das ist doch aber viel zu wenig für diese schwere Arbeit“, sagte die fremde Frau und das konnte Regina nur nickend bestätigen. Dann begann sie von der Not zu erzählen, der sie hier alle ausgesetzt waren. Zum Schluss sagte sie nur noch verbittert „Und dann müssen wir uns auch noch prostituieren, damit noch eine Münze mehr rausspringt!“ „Deshalb Elfriede?“, fragte die Frau und Regina konnte nur noch zustimmen. „Deshalb ist sie das Leben und nicht der Tod. Ohne sie würden viele Frauen bei den Geburten sterben oder danach mit den vielen Kindern verhungern“, erklärte Regina verbittert.

„Gehst du auch zu ihr?“, wollte die Frau wissen und Regina konnte nur antworten, „Natürlich. Es reicht gerade mal so für die Beiden.“ Dabei zeigte sie nach oben auf das Bett. „Du bietest hier also nicht nur Bett, Unterkunft und Essen an?“, fragte nun die Frau, aber das hatte sie ihr doch schon gesagt. So konnte sie nur noch einmal nicken. „Ich muss mich auch selbst verkaufen. Es bleibt sonst nicht genug am Ende des Monats übrig.“ „Und das, was du damit verdienst, das trägst du dann zu Elfriede?“, fragte sie nach und Regina überschlug im Gedanken. Dann setzte sie hinzu „Etwa die Hälfte davon!“

„Das ist ungerecht!“, antwortet die fremde Frau. Maria stand aus dem Bett auf, zog sich ihr Unterhemd über und setzte sich zu ihnen an den Tisch. Mit nackten Beinen und einer dünnen Decke um die Schultern saß sie bei ihrer Herrin. „Kann ich einen Malzkaffee haben?“, fragte sie und sah über die Schulter zu ihrem schlafenden Freund. Regina füllte die Tassen und auch die Herrin griff nach einem der Becher. Nun herrschte betretenes Schweigen und erst sehr viel später sagte die Herrin von Maria „Ihr verkauft hier nicht nur eure Körper. Ihr verkauft auch eure Seelen!“

„Das ist das Los der Frauen!“, erklärte Maria, noch bevor Regina es sagen konnte. So blieb ihr nur übrig dem Gesagten zuzustimmen. Von draußen fiel der erste helle Schein durch die verschmierten Fenster zu ihnen herein. Im Raum wurde es langsam heller und die ersten Schläfer erwachten.

Maria legte die Decke zurück,  zog sich wieder an und Heinrich bot den beiden Frauen an, sie aus dem Viertel zu begleiten. Zur Verabschiedung gab die Herrin ihr die Hand und dann legte die Frau noch zwei silberne Taler in ihre Hand. Regina sah die großen Münzen staunend an. „Das kann ich nicht annehmen!“, sagte sie und wollte sie zurückgeben, doch die Frau zog ihre Hand zurück. „Doch, du musst es sogar!“, sagte sie und zum Dank umarmte Regina die Frau, auch wenn sie wegen der Zugehörigkeit der Frau zur Familie des Ausbeuters ihrer Kinder immer noch etwas voreingenommen ihr gegenüber war. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Eine sächsische Revolution“ mit ISBN 978-3-7528-8679-5, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/32.html

Meine Geschichte „Im Zeichen der Schlange“


Hier dazu der Klappentext:

„In einer fernen Zukunft hat sich die Menschheit durch Naturkatastrophen und Kriege fast vollständig ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden sind auf ein Dasein wie zur Zeit des Mittelalters zurückgefallen und bewohnen den Kontinent Mirento, der früher einmal Europa war.
Dieser Kontinent ist in fünf Reiche aufgeteilt.
Das Gleichgewicht zwischen den Kräften hängt an einem seidenen Faden und wird immer wieder durch Überfälle der Tuck oder durch Reibereien zwischen den eigentlich befreundeten Königreichen empfindlich gestört.
Nur die Kraft der drei Schlangenhüterinnen, Königin Zondala, Barbara und der Schamanin Ursula, hält das brüchige Band aufrecht, aber wie lange noch?
In der Fortsetzung der Geschichte „Die Hüterin der Schlangen – Die Chroniken von Mirento Band 1“ liegt jetzt das Schicksal des Kontinentes und seiner Bewohner auf den Schultern von Königin Zondalas und Fürstin Sandras Töchtern. Die jungen Frauen übernehmen diese Rolle nur ungern, doch die Zukunft der ganzen Menschheit steht immer wieder auf dem Spiel.“

Leseprobe:

„… Nicht einen einzigen Moment hatte Lunara in dieser Nacht die Augen schließen können. Soeben konnte sie über sich, in der Öffnung des Rauchabzuges, den Lichtschein des neuen Tages erspähen. Die Sonne hatte die Schatten der Nacht vertrieben, aber die Dunkelheit in ihren Gedanken hatte sie damit nicht ausgelöscht.
Noch immer wusste Lunara nicht, was sie tun sollte.
Sich verweigern und sterben, oder es zulassen und leben.
Leben oder Tod, das war doch eigentlich ganz einfach.
Eigentlich!
Wenn sie wirklich mit ihrem Bruder das Lager teilte, dann konnte sie der Mutter nie wieder unter die Augen treten und wenn sie den Tod wählte, dann würde sie Sandra nicht mehr wiedersehen.
Was blieb ihr eigentlich für eine Zukunft?
Sie würde in beiden Fällen für den Rest ihres Lebens hier bleiben müssen. Und bei einer Verweigerung wäre das hier ihr letzter Tag.
„So ein Mist!“, stöhnte sie auf, erhob sich vom Bett und setzte sich zurück an das niedergebrannte Feuer.
Mit ein paar Holzscheiten entfachte sie die Flammen aus der Glut und dachte dabei an ihren Bruder.
Er war wirklich sehr schön und stattlich. Und seine Augen waren der Hammer, aber er war ihr Bruder! Wenn er das nicht gewesen wäre, dann hätte sie kein Problem damit gehabt, sich ihm freudig hinzugeben!
Konnte sie einfach die Augen schließen und nicht daran denken, dass sie schon einmal neun Monate lang nackt Haut an Haut mit ihm gelegen hatte?
Und bei diesen Überlegungen war dann auch dieses warme Gefühl in ihren Bauch als Entscheidungshilfe nicht sehr förderlich.
Wenn er hässlich gewesen wäre, oder sonst irgendwas, vielleicht gewalttätig ihr gegenüber, dann hätte sie sich selbst sagen können: Ich hatte keine Wahl!
Aber so?
Er hatte ihr ja diese Entscheidung gelassen. Warum nur?
Hätte er sie nicht einfach nur packen, auf das Lager werfen und zustoßen können?
Lunara blickte sich um und ihr Haar fiel ihr in die Stirn. Dodarus hatte es ihr am Abend gelöst und jetzt suchte sie einen Kamm, um diese lange Mähne wieder zu bändigen.
Die junge Frau vom Abend zuvor trat in das Zelt und brachte eine Schüssel.
„Kannst du mir bitte einen Kamm bringen?“, bat sie die Frau und nahm ihr das Frühmahl aus der Hand.
Die Frau griff in einen Beutel an ihrem Gürtel und zog einen geschnitzten Holzkamm hervor, der wirklich wunderschön aussah.
„Soll ich dir helfen?“, fragte sie mit einer melodischen Stimme.
Lunara hatte schon geglaubt, dass die andere Frau nicht sprechen konnte, doch jetzt antwortete sie ihr: „Das wäre nett von dir!“
In Gedanken versunken aß sie das Mahl, während die andere Frau ihr wortlos das Haar kämmte.
Gerade hätte sie etwas fragen oder erzählen können, doch Lunaras Gedanken hingen bei dieser einen Entscheidung fest. Und sie kam davon nicht los! Die Frau würde ihr da sicher auch nicht helfen können, denn sie war ja nicht in dieser verzwickten Lage!
„Du blöder Kopf! Lass los!“, stöhnte sie.
Die andere Frau fragte: „Was bedrückt dich? Dass du da auf den Berg musst?“
„Ja und nein! Es ist mein Gewissen, dass mich plagt!“, entgegnete Lunara seufzend.
„Wenn man jeden Tag ums Überleben kämpfen muss, dann kann man sich kein Gewissen leisten!“, antwortete die Frau leise und trat vor sie hin.
„Und ich habe momentan das Problem, dass ich, wenn ich meinem Gewissen folge, heute sterben werde“, erklärte Lunara.
„Willst du denn nicht leben? Warum wirfst du dein Leben fort? Wegen deines Gewissens?“, fragte die Frau und schüttelte missbilligend den Kopf.
Es war wohl irgendwie schwierig ihr diese Situation zu erklären und eine Antwort von ihr zu erhalten. Oder hatte ihr die Frau gerade schon diese gegeben?
„Wie ist dein Name?“
„Sejla“
„Ich danke dir, Sejla. Du hast mir gerade sehr geholfen!“, antwortete Lunara.
„Wenn du dich für das Leben entscheidest, so bin ich für die nächste Zeit deine Gehilfin“, setzte Sejla hinzu und zeigte auf den Rock, den sie am Vorabend auf das Bett gelegt hatte.
Diese stumme Geste bedeutete wohl so etwas wie: „Es ist an der Zeit!“
Lunara nickte und erhob sich.
„Dein Halsband, welche Bedeutung hat es?“, fragte sie über die Schulter.
Sejla antwortete: „Es kennzeichnet mich als Eigentum des Kahns. Du wirst ein ebensolches erhalten, wenn er dich holen kommt! Nur mit diesem Zeichen kannst du dich unbehelligt im Lager bewegen!“
Noch mehr sonderbare Sitten!
Offensichtlich war, wenn sie Sejlas Worte richtig gedeutet hatte, jede Frau ohne Halsband Freiwild für die Männer. Das sagte wohl mehr über den Zusammenhalt innerhalb des Stammes aus, als alle Gelehrten von Mirento hätten wissen können.
Mit einer Verbeugung ging Sejla aus dem Zelt und ließ sie erneut sprachlos zurück.
Lunara legte die Decke ab, nahm das Kleidungsstück und hielt es sich an. Ein ganz normaler knielanger Rock in einer bunten Farbe. Blumen und Vögel waren darauf abgebildet. Er war wirklich sehr schön, aber das würde ihr einziges Kleidungsstück sein.
Auch Sejla trug nur einen solchen Rock. Das entsprach wohl damit auch ihrer Schilderung. Rock und Halsband würden von jetzt an genügen.
Gewöhnungsbedürftig!
Bisher hatten die Männer in Wiesenland die Frauen immer mit Respekt behandelt. Sie waren Gefährtinnen, Freundinnen, Geliebte und Kameradinnen.
Und bei den Tuck? Entweder Gegenstand oder laufender Schoß!
Lunara schnaubte und zog sich den Rock an. Sie würde den Kopf abschalten und dem Herzen folgen.
Dodarus betrat das Zelt und er hatte das erwartete rote Band dabei, welches er ihr sofort um den Hals legte.
„Wie ist deine Wahl ausgefallen?“, fragte er, offensichtlich wollte er schon jetzt ihre Antwort haben, obwohl sie ja noch viel Zeit haben würde, um sie ihm zu geben.
War er genauso, wie die Männer seines Stammes? Oder hatte das Blut der Mutter in ihm für etwas Mäßigung gesorgt?
Die Rücksicht und Anteilnahme des Vorabends ließ sie darauf hoffen.
„Ich möchte leben und dir einen Sohn schenken!“, erklärte sie und ging auf ihn zu.
Lunara erspähte für einen Wimpernschlag das freudige Blitzen in seinen Augen, dann trat er zur Seite, zog die Plane zurück und gab ihr den Weg nach draußen frei.
Dutzende Menschen standen dort vor dem Zelt und bildeten eine Gasse, durch die sie schreiten sollte. Am anderen Ende stand ein Mann mit einem weißen Bart und einer Mütze, an deren beiden Seiten die Hörner einer Kuh befestigt waren.
Vermutlich war dies der Schamane.
An der Seite ihres Bruders ging sie zu dem Mann und verbeugte sich vor ihm, wie es Dodarus ebenfalls tat.
Dodarus nahm sie auf die Arme, der Schamane verband ihr die Augen und sie hörte den Jubel der Menschen rings um sie herum.
Jetzt würde sie dem Weg ihres Herzens folgen müssen, aber ein bisschen mulmig war ihr schon dabei. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Zeichen der Schlange“ auf 432 Seiten. Mit ISBN: 978-3-7562-1221-7, als Buch für 12,90  Euro und auch als eBook für 3,49 Euro

Alle Informationen immer unter: http://fantasy.goeritz-netz.de/9.html

Mein Buch „Zwei Frauen unterm Sternenbanner“

„… Nicht mehr viel fehlte am Morgen. Vermutlich würde in spätestens einer Stunde die Sonne aufgehen und Rose versuchte so leise wie nur irgend möglich das Lager zu betreten. Im blassen Licht des soeben untergehenden Mondes konnte sie die Hütten vor sich gerade noch so erkennen.
In den vielen Jahren ihrer Abwesenheit schien sich hier so rein gar nichts verändert zu haben und sie hätte den Weg zu Mutters Hütte vermutlich sogar mit geschlossenen Augen gefunden.
Nur noch etwa dreißig Schritte trennten sie von dem Gebäude, in dem sie geboren und die ersten Jahre aufgewachsen war.
Hinter der ehemaligen Hütte ihres Freundes ließ sie die beiden Revolver ins Gras rutschen, dann schlich sie auf Zehenspitzen weiter.
Noch zehn Schritte!
Immer wieder blieb sie stehen und lauschte auf die Geräusche, aber nur der Wind säuselte in dem Baum neben der Hütte.
Jetzt musste sie sich beeilen.
Rose schlüpfte in die Baracke der Mutter und hoffte, dass es noch ihre war. Sie huschte zu dem Strohsack, beugte sich herunter und sah das vertraute Gesicht im letzten Mondlicht.
Eilig legte sie ihre Hand auf den Mund der alten Frau und flüsterte: „Mutter! Wir müssen fort!“
Mae zuckte zusammen, dann sah Rose zuerst das Aufblitzen der Freude über dieses Treffen in Mutters Augen, das nur Bruchteile eines Augenblickes später von Stutzen und Entsetzen abgelöst wurde.
„Mein Gott, Rose! Was machst du hier? Du hättest bleiben sollen, wo auch immer du warst! Verschwinde schnell wieder, bevor dich jemand sieht!“, erklärte die Mutter leise und mit sich fast überschlagender Stimme.
„Schnell! Komm mit! Ich habe einen Weg in den Norden für dich und mich. Meine Tochter will dich auch sehen!“, entgegnete Rose und richtete sich auf.
Für einen Augenblick war es ihr, als ob ein Lichtschein in die Hütte fiel, aber für die morgendliche Sonne war es noch viel zu früh. Oder hatte sie sich vertan?
Rose fuhr zum Hüttenausgang herum und mit einem lauten Knall entzündeten sich im selben Moment zwei Fackeln unmittelbar vor der Behausung.
„Na wen haben wir denn da? Rose, die Ausreißerin!“, hörte sie den triumphierenden Ruf von Stuart, dem alten Aufseher, der sie vor vielen Jahren schon einmal gefangen hatte.
„Du bringst mir fünfzig Dollar ein, die Master Simon auf deinen Kopf ausgesetzt hat!“, äußerte er weiter.
Rose blickte in die Mündung der doppelläufigen Flinte, die Stuart in seiner Hand hielt.
„Mist!“, sauste es durch ihren Kopf, denn die Revolver lagen zu weit entfernt. Warum hatte sie die nicht einfach mitgenommen?
Konnte sie die Strecke bis dahin schaffen? Simon wollte sie doch bestimmt lebend haben! Rose stürzte nach vorn und wollte an dem Aufseher vorbei zu der anderen Hütte, doch Stuart stellte ihr ein Bein.
Sie stürzte und ein Schlag mit dem Gewehrkolben raubte ihr die Sinne.
Ein Wasserguss erweckte sie wieder.
Die Sonne ging gerade auf und um sie herum standen lauter weiße Männer. Auch zwei der Bluthunde waren in der Nähe. Sie sah und hörte die beiden Tiere, die von einem der Männer an der Leine gehalten wurden.
„Wenn haben wir denn hier?“, fragte ein junger Mann in einem gut sitzenden Anzug. Sicherlich war das Simon. „Wenn das nicht diese elende und nichtsnutzige Verbrecherin Rose ist!“, äußerte er weiter, trat einen Schritt auf sie zu und schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht.
„Wascht sie! Zieht ihr was Anständiges an und bringt sie in mein Haus!“, befahl er noch, drehte sich um und ging davon.
Für einen Augenblick fragte sie sich, was die Männer ihr denn anständiges anziehen sollten, denn ihre Kleidung war doch vollständig intakt und von Gundel auf Maß geschneidert.
Es gab nichts Besseres, bis einen Atemzug später Kleid, Jacke, Mieder und Unterkleid nacheinander schichtweise in Fetzen gingen. Auch die Unterhose, Strümpfe und Schuhe wurden ihr rabiat von den Füßen gerissen.
Zwei der Männer packten sie an den Armen und schleiften sie nackt zum Brunnen.
Ziemlich brutal wuschen die Männer sie und schrubbten sie mit einer Bürste ab.
Danach musste sie nackt zum Herrenhaus laufen, wo sie wenig später die Kleidung einer Sklavin in die Hand gedrückt bekam und mit einem Stoß in den Rücken in die Arrestzelle flog.
Alles war aus!
Die Aufseher verschlossen lachend die Tür, Rose zog sich Unterkleid, Bluse und Rock an und setzte sich auf die hölzerne Pritsche.
Es war eine blöde Idee gewesen, hierher zurückzukommen!
Die Sklaven hier versuchten alles, um in den Norden zu entfliehen und sie ging in die andere Richtung, geradewegs in ihr Verderben!
Was würde geschehen?
Rose blickte sich um. Vor vielen Jahren war sie bereits einmal in dieser Kammer. Das war einst nach ihrer Flucht. Der Freund war damals gestorben und sie hatte zehn Peitschenhiebe erhalten, bevor ihr Vater sie verkauft hatte.
Diesmal würde sie sicher den Tod finden!
Eine Träne lief ihr an der Wange herab, aber sie galt ihrer Tochter und nicht sich selbst. Vielleicht hatte Rose dieses Ende schon einkalkuliert, denn niemand mit klarem Verstand ging sehenden Auges in eine Falle!
Mit den Fingerspitzen wischte sie sich die Träne fort.
Sie musste sich in Geduld fassen, denn der Master würde sie sicherlich erst mal schmoren lassen, damit die Angst sie weichmachte.
Erneut ging ihr Blick umher. Vier mal vier Schritte maß dieser Verschlag. Mit einer hölzernen Pritsche, einem vergitterten Fenster und einer abgeschlossenen Tür. Es gab keine Decke, nur einen verdreckten Eimer neben der Tür. Von ihrem Platz aus konnte Rose erkennen, dass er wohl der Notdurft dienen sollte.
Auf der hochbeinigen hölzernen Schlafstelle sitzend zog sich für Rose die Zeit unendlich lang. Warum sagte ihr Simon nicht einfach, wann er sie töten würde? Gleich oder Morgen? Länger als eine Woche würde er sie wohl kaum am Leben lassen.
Damals war er noch keine zehn Jahre alt gewesen und sie hatte noch nicht gewusst, dass er ihr Halbbruder war. Sie hatte ihn oft bei den Feiern gesehen, bei denen sie damals bedienen musste.
Sie war das Schokoladenmädchen gewesen und Simon hatte oft die Leckereien von ihrem Teller geholt. Nie hatte sie auch nur einen Krümel oder die Reste davon erhalten. Und was kam jetzt?
Rose erhob sich und trat an das Fenster. In dem großen Garten davor arbeiteten zwei alte Sklavinnen. Ihre grauen Haare erinnerten sie an die Großmutter, die damals diese Tätigkeit gemacht hatte.
Was war wohl aus ihr geworden?
Was hatte Simon und dessen Bruder wohl mit ihrer Familie gemacht, als er erfahren hatte, dass sie damals ihren und seinen Vater getötet hatte? Das hätte sie jetzt gern die Mutter gefragt.
Gefasst wartete sie auf ihr Ende! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Zwei Frauen unterm Sternenbanner“ mit ISBN 978-3-7562-2366-4, als Buch für 11,90 Euro und demnächst als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/41.html

Mein Buch „Im Feuersturm“, die Geschichte der Grete Minde aus Tangermünde

„… Offensichtlich blieb der Mann im Winter immer in der Nähe der Stadt. Im Sommer war er oft tagelang verschwunden gewesen. Wohin wusste keiner. Vielleicht nur Martin. Mit ihm zog der Soldat immer herum, obwohl die beiden mehr als ein paar Jahre trennten. Konnte es also nicht endlich Frühling werden? Dann würde er sicher wieder verschwinden und mit ihm Minnas Angst. Aber es war noch so lange hin! So viel Zeit zur Furcht im Dunklen. Dabei gingen ihre Gedanken auch immer wieder zu Grete. Was würde wohl werden, wenn sie das Erbe erhielt? Was, wenn nicht? Nicht mal in ihren Albträumen wollte sie mit diesem Manne zusammen sein. Und Grete würde das dann jeden Tag vor sich haben! Immer wieder fragte sich Minna, ob sie die Freundin vor dem Mann warnen sollte. War es nicht ihre Pflicht als Freundin der anderen Freundin gegenüber?

Es war später Nachmittag und vor der Hüttentür war es schon dunkel, als ein dringendes Bedürfnis Minna nach draußen zur Latrine zog, die sich hinter den Hütten befand. Dabei würde sie auch an der Hütte vorbei müssen, in welcher der Soldat wohnte und es duldete keinen Aufschub. Wenn irgend möglich hätte sie nun auf Jacob gewartet, aber so lange würde sie es wohl nicht mehr aushalten. Für einen Moment dachte sie noch daran, sich vielleicht in den Eimer zu erleichtern, doch dann faste sie Mut und schob die Tür auf. Bis zu dem Balken waren es ja nur ein paar Schritte und dorthin ging fast jeder aus der kleinen Gruppe der Hütten. Was konnte ihr auf diesen dreißig Schritten schon schlimmes passieren?

Sie kam nun fünfzehn! Direkt an der Ecke zur Nachbarhütte blieb sie stehen, weil sie einen Schatten gesehen hatte. Dann hörte sie ein Tuscheln. Zwei Männer mussten auf der anderen Seite stehen und unterhielten sich leise. Minna hörte zu, obwohl sie das nicht wollte. Schon einmal war sie ja gewarnt worden, als der Herr sie für ihr Lauschen die Treppe hinab geworfen hatte. Doch etwas zwang sie, dort stehenzubleiben. Das leise Gespräch ging darum, dass ein Kaufmann sehr viel Geld haben sollte. Und natürlich ging es auch darum, dieses Geld „umzuverteilen“, wie einer der beiden Männer wispernd sagte. Minna war klar, dass hier gerade ein Raub besprochen wurde, denn freiwillig würde ja niemand sein Geld herausgeben. Nun wollte sie nur noch zurück, der Eimer in der Hütte war jetzt die sicherere Wahl.

Im Umdrehen stieß sie allerdings gegen die Hüttenwand. Das Geräusch war viel zu laut! Erschrocken sah sie über die Schulter zurück und blickte in die eiskalten Augen des Landsknechtes. Der Mann hatte die geistige Büchse schon auf sie abgefeuert! Dieser Blick hätte einen Panzer durchdringen können! Mit schnellen Schritten rannte Minna, trotz des sie behindernden Kleides, zur Hütte zurück, doch der Mann holte sie an der Hüttentür ein und schleuderte sie durch die sich öffnende Tür in den Raum hinein. Minna prallte gegen den Tisch und schon legte sich eine große Hand von hinten über ihren Mund. „Von all dem wirst du niemanden etwas verraten!“, wisperte die Stimme dicht bei ihrem Ohr. Minna nickte und der Mann flüsterte weiter „Ich werde immer in deiner Nähe sein und du wirst sterben, wenn auch nur ein Wort darüber deinen Mund verlässt!“ erneut nickte sie.

….

Als dann der Hochsommer über das Land kam, war in den Dörfern keine helfende Hand mehr nötig. Daher begannen sie in der Gegend zwischen Gardelegen und Salzwedel umherzustreifen und in den Städten Handel zu treiben oder beim Markttag für ein paar Kupfermünzen zu helfen. Das Helfen blieb dabei an Grete hängen, Antonius „half“ meist nur dem Wirt ein paar Becher zu leeren und gab die von Grete sauer verdienten Münzen für sich aus. Doch jeder Widerspruch von ihr wurde nur mit Schlägen vergolten. Wenn man es so wollte, so war ihr Leben nun ziemlich armselig geworden.

Kein Dach über Kopf und ein schreiendes Kind vor der Brust. Der tägliche Hunger sorgte auch noch dafür, dass sie kaum Milch für das Kind hatte und damit auf Milch von den Bauern angewiesen war. Allerdings vertrank Tonnis auch weiterhin die meisten Münzen! Grete war damit auf Betteln angewiesen und auf mildtätige Spenden der Standbetreiber auf den Märkten. Aber Bettler waren da eben nicht so gern gesehen. Manchmal wurde sie auch mit Schlägen oder Tritten davon gejagt.

Es waren zwei Tagesmärsche und nur die Aussicht auf guten Wein brachte den Mann dazu, mit ihr zu ziehen. Aber hatte sie sich zu viel zugetraut? Die Entkräftung hatte ihr schon sehr zugesetzt und trotz des guten Wetters hustete sie ständig. Ihr Kopf fühlte sich heiß an und von Zeit zu Zeit war ihr schwindelig. Doch das brachte den Mann natürlich nicht dazu, langsamer zu gehen, oder gar auf sie Rücksicht zu nehmen. In ihrem Zustand würde sie wohl eher vier Tage brauchen, für das Stück des Weges, wenn sie überhaupt in die Stadt kommen würde. Nur die Aussicht darauf, sich mal endlich wieder so richtig satt essen zu können, hielt die Frau noch auf den Beinen und zog sie vorwärts.

Mit einem Stoß in den Rücken schob der breitschultrige Mann sie ziemlich unsanft in den Saal, in welchem der Rat schon versammelt war. Würde sie nun endlich erfahren, was man ihr zur Last legte? Dann stand der Bürgermeister aus seinem Sessel auf und begann „Wir haben am Montag, dem 21. Januar, deinen Mann durch den Scharfrichter Winsel befragen lassen, weshalb er sich, als der Stadt verwiesener Räuber und Dieb, innerhalb der Mauern unserer Stadt aufhält.“

In Gretes Ohren hallten die Worte „Räuber und Dieb“ wieder. Was war hier los? Was hatte sie getan und warum hatte ihr Tonnis nichts davon gesagt? Der Bürgermeister machte eine größere Pause, dann setzte er fort „Bei der peinlichen Befragung durch den Scharfrichter hat er seine Räubereien gestanden. Mehr noch! Er hat uns berichtet, dass du ihn nur geheiratet hast, damit er deine Rache wegen der vorenthaltenen Erbschaft am Rat vollstrecken sollte.“ Ungläubig hörte sie zu und war zu keiner Regung fähig. Wie von fern hörte sie die Worte des Mannes.

„Dein Mann hat uns euren Plan bis ins kleinste Detail beschrieben. Wie du mit ihm und euren Kumpanen das Feuer gelegt hast. Wie er uns mit dem Schwert töten sollte, nachdem du uns arglistig getäuscht hast. Hätte die andere Frau ihn nicht auf der Treppe erkannt, so hätte er uns alle getötet!“. Ein Murren der anderen Ratsmitglieder gab ihr einen Moment der Ruhe, um die gesagten Worte zu verstehen „Aber ich war doch krank. Ich lag zur Zeit des Brandes in Apenburg auf dem Krankenlager. Da können die hohen Herren den Viehtreiber Hans fragen, der mich dort betreut hat. Ich bin unschuldig!“, stieß sie hervor, doch der Bürgermeister schnitt ihr das Wort ab.

„Er hat uns den Brand und den Mordversuch in allen Einzelheiten geschildert. Auch eure Kumpane hat er benannt. Die Brüder Horneburg, Hans Hännekemacher und Martin Emmert waren deine Helfershelfer. Gestehe endlich deine Schuld ein!“, fuhr er sie an, doch wiederum beteuerte Grete ihre Unschuld. Allerdings hatte der Bürgermeister alles gesagt, was er ihr sagen wollte. Er schnitt ihr einfach das Wort ab, setzte sich und auf ein Handzeichen von ihm zerrte der Posten die Frau einfach hinter sich her aus dem Raum. Fast wäre sie die Treppe hinuntergefallen und wenig später saß sie im Keller in ihrer Zelle. Die Ketten waren immer noch an Handgelenken und Knöcheln geschlossen. Sie war unschuldig und doch verloren. Grete hatte den Blick der Männer gesehen, da würde sie nur mit viel Glück lebend davonkommen. …“

… Weiter lesen in meinem Buch „Im Feuersturm – Grete Minde“ mit ISBN 978-3-7481-2078-0, als Buch für 9,90 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/25.html

Demnächst erscheint meine neue historische Erzählung „Zwei Frauen unterm Sternenbanner“

Hier dazu der Klappentext:

„Die USA im Jahre 1862. Der Bürgerkrieg zerreißt das Land in Norden und Süden. Clara hatte erwartet, dass sie so weit im Norden und kurz vor der Grenze zu Kanada von den Auswirkungen dieser Auseinandersetzung verschont bleiben würde, doch dann bricht ihre Partnerin, die ehemalige Sklavin Rose, auf, um ihre Mutter aus der Sklaverei zu befreien, doch schnell stellt die junge Frau fest, dass dies ein tödlicher Einfall gewesen war. Schließlich ist auch Clara gefordert, zur Waffe zu greifen und sich dem Feind entgegenzustellen.
In der Fortsetzung der Erzählung „Eine Gräfin in Amerika“ sind die Freundinnen gezwungen, sich dem unausweichlichen Schicksal zu stellen. Maria, die seit über zehn Jahren bei den Dakota lebt, Rose, die entflohene Sklavin und Clara, die im Süden gesuchte Mörderin, müssen jede an ihrem Platz um ihr Überleben kämpfen.“

Leseprobe:
„… Nicht mehr viel fehlte am Morgen. Vermutlich würde in spätestens einer Stunde die Sonne aufgehen und Rose versuchte so leise wie nur irgend möglich das Lager zu betreten. Im blassen Licht des soeben untergehenden Mondes konnte sie die Hütten vor sich gerade noch so erkennen.
In den vielen Jahren ihrer Abwesenheit schien sich hier so rein gar nichts verändert zu haben und sie hätte den Weg zu Mutters Hütte vermutlich sogar mit geschlossenen Augen gefunden.
Nur noch etwa dreißig Schritte trennten sie von dem Gebäude, in dem sie geboren und die ersten Jahre aufgewachsen war.
Hinter der ehemaligen Hütte ihres Freundes ließ sie die beiden Revolver ins Gras rutschen, dann schlich sie auf Zehenspitzen weiter.
Noch zehn Schritte!
Immer wieder blieb sie stehen und lauschte auf die Geräusche, aber nur der Wind säuselte in dem Baum neben der Hütte.
Jetzt musste sie sich beeilen.
Rose schlüpfte in die Baracke der Mutter und hoffte, dass es noch ihre war. Sie huschte zu dem Strohsack, beugte sich herunter und sah das vertraute Gesicht im letzten Mondlicht.
Eilig legte sie ihre Hand auf den Mund der alten Frau und flüsterte: „Mutter! Wir müssen fort!“
Mae zuckte zusammen, dann sah Rose zuerst das Aufblitzen der Freude über dieses Treffen in Mutters Augen, das nur Bruchteile eines Augenblickes später von Stutzen und Entsetzen abgelöst wurde.
„Mein Gott, Rose! Was machst du hier? Du hättest bleiben sollen, wo auch immer du warst! Verschwinde schnell wieder, bevor dich jemand sieht!“, erklärte die Mutter leise und mit sich fast überschlagender Stimme.
„Schnell! Komm mit! Ich habe einen Weg in den Norden für dich und mich. Meine Tochter will dich auch sehen!“, entgegnete Rose und richtete sich auf.
Für einen Augenblick war es ihr, als ob ein Lichtschein in die Hütte fiel, aber für die morgendliche Sonne war es noch viel zu früh. Oder hatte sie sich vertan?
Rose fuhr zum Hüttenausgang herum und mit einem lauten Knall entzündeten sich im selben Moment zwei Fackeln unmittelbar vor der Behausung.
„Na wen haben wir denn da? Rose, die Ausreißerin!“, hörte sie den triumphierenden Ruf von Stuart, dem alten Aufseher, der sie vor vielen Jahren schon einmal gefangen hatte.
„Du bringst mir fünfzig Dollar ein, die Master Simon auf deinen Kopf ausgesetzt hat!“, äußerte er weiter.
Rose blickte in die Mündung der doppelläufigen Flinte, die Stuart in seiner Hand hielt.
„Mist!“, sauste es durch ihren Kopf, denn die Revolver lagen zu weit entfernt. Warum hatte sie die nicht einfach mitgenommen?
Konnte sie die Strecke bis dahin schaffen? Simon wollte sie doch bestimmt lebend haben! Rose stürzte nach vorn und wollte an dem Aufseher vorbei zu der anderen Hütte, doch Stuart stellte ihr ein Bein.
Sie stürzte und ein Schlag mit dem Gewehrkolben raubte ihr die Sinne.
Ein Wasserguss erweckte sie wieder.
Die Sonne ging gerade auf und um sie herum standen lauter weiße Männer. Auch zwei der Bluthunde waren in der Nähe. Sie sah und hörte die beiden Tiere, die von einem der Männer an der Leine gehalten wurden.
„Wenn haben wir denn hier?“, fragte ein junger Mann in einem gut sitzenden Anzug. Sicherlich war das Simon. „Wenn das nicht diese elende und nichtsnutzige Verbrecherin Rose ist!“, äußerte er weiter, trat einen Schritt auf sie zu und schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht.
„Wascht sie! Zieht ihr was Anständiges an und bringt sie in mein Haus!“, befahl er noch, drehte sich um und ging davon.
Für einen Augenblick fragte sie sich, was die Männer ihr denn anständiges anziehen sollten, denn ihre Kleidung war doch vollständig intakt und von Gundel auf Maß geschneidert.
Es gab nichts Besseres, bis einen Atemzug später Kleid, Jacke, Mieder und Unterkleid nacheinander schichtweise in Fetzen gingen. Auch die Unterhose, Strümpfe und Schuhe wurden ihr rabiat von den Füßen gerissen.
Zwei der Männer packten sie an den Armen und schleiften sie nackt zum Brunnen.
Ziemlich brutal wuschen die Männer sie und schrubbten sie mit einer Bürste ab.
Danach musste sie nackt zum Herrenhaus laufen, wo sie wenig später die Kleidung einer Sklavin in die Hand gedrückt bekam und mit einem Stoß in den Rücken in die Arrestzelle flog.
Alles war aus!
Die Aufseher verschlossen lachend die Tür, Rose zog sich Unterkleid, Bluse und Rock an und setzte sich auf die hölzerne Pritsche.
Es war eine blöde Idee gewesen, hierher zurückzukommen!
Die Sklaven hier versuchten alles, um in den Norden zu entfliehen und sie ging in die andere Richtung, geradewegs in ihr Verderben!
Was würde geschehen?
Rose blickte sich um. Vor vielen Jahren war sie bereits einmal in dieser Kammer. Das war einst nach ihrer Flucht. Der Freund war damals gestorben und sie hatte zehn Peitschenhiebe erhalten, bevor ihr Vater sie verkauft hatte.
Diesmal würde sie sicher den Tod finden!
Eine Träne lief ihr an der Wange herab, aber sie galt ihrer Tochter und nicht sich selbst. Vielleicht hatte Rose dieses Ende schon einkalkuliert, denn niemand mit klarem Verstand ging sehenden Auges in eine Falle!
Mit den Fingerspitzen wischte sie sich die Träne fort.
Sie musste sich in Geduld fassen, denn der Master würde sie sicherlich erst mal schmoren lassen, damit die Angst sie weichmachte.
Erneut ging ihr Blick umher. Vier mal vier Schritte maß dieser Verschlag. Mit einer hölzernen Pritsche, einem vergitterten Fenster und einer abgeschlossenen Tür. Es gab keine Decke, nur einen verdreckten Eimer neben der Tür. Von ihrem Platz aus konnte Rose erkennen, dass er wohl der Notdurft dienen sollte.
Auf der hochbeinigen hölzernen Schlafstelle sitzend zog sich für Rose die Zeit unendlich lang. Warum sagte ihr Simon nicht einfach, wann er sie töten würde? Gleich oder Morgen? Länger als eine Woche würde er sie wohl kaum am Leben lassen.
Damals war er noch keine zehn Jahre alt gewesen und sie hatte noch nicht gewusst, dass er ihr Halbbruder war. Sie hatte ihn oft bei den Feiern gesehen, bei denen sie damals bedienen musste.
Sie war das Schokoladenmädchen gewesen und Simon hatte oft die Leckereien von ihrem Teller geholt. Nie hatte sie auch nur einen Krümel oder die Reste davon erhalten. Und was kam jetzt?
Rose erhob sich und trat an das Fenster. In dem großen Garten davor arbeiteten zwei alte Sklavinnen. Ihre grauen Haare erinnerten sie an die Großmutter, die damals diese Tätigkeit gemacht hatte.
Was war wohl aus ihr geworden?
Was hatte Simon und dessen Bruder wohl mit ihrer Familie gemacht, als er erfahren hatte, dass sie damals ihren und seinen Vater getötet hatte? Das hätte sie jetzt gern die Mutter gefragt.
Gefasst wartete sie auf ihr Ende! …“

Weiter lesen in meinem Buch „Zwei Frauen unterm Sternenbanner“ mit ISBN 978-3-7562-2366-4, demnächst als Buch für 11,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

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Mein Buch „Eine Gräfin in Amerika“

„… In der letzten Zeit waren die Spuren von menschlicher Besiedelung immer weniger geworden und deshalb hatten sie auch einfach ihr Lager nachts in der Wildnis aufgeschlagen.
Clara hatte die Angst der anderen Frauen mit der Bemerkung über den Winterschlaf der Bären zu mindern gewusst, aber ob dem wirklich so war, das wusste sie nicht, denn sie kannte Braunbären nur von den Erzählungen ihres Lehrers. Von Wölfen, Kojoten und anderem Übelgetier mal ganz zu schweigen, deren Bilder sie in den alten Lexika in Vaters Bibliothek einst gesehen hatte!
Allerdings würde der Weg mit drei vor Angst schlotternden Frauen nur noch schwerer werden.
Ein neuer Morgen brach an und der erste bläuliche Schein am Himmel verdrängte die Sterne der Nacht. Clara erhob sich langsam von ihrem Platz am Feuer, streckte sich und blickte auf die kleine Gemeinschaft herab, die noch schlafend um sie herum am Boden lag.
Rose war in drei Decken und zwei Mäntel gewickelt. Die Kälte der Nacht setzte der jungen Frau deutlich zu. Sie war das Leben im Süden gewohnt und in Louisiana war es vermutlich selbst zu Weihnachten wärmer, als hier mitten im Sommer.
Es musste mittlerweile Iowa sein und sie waren immer noch auf dem Weg nach Nordwesten. Der verblassende Polarstern zeigte ihr die Richtung an. Abermals dankte sie ihrem Hauslehrer für all das, was sie früher für völlig unnützes Wissen gehalten hatte.
Clara beugte sich hinab, weckte Rose mit einem Kuss und als diese sich mit einem Becher heißen Kaffees an das Feuer setzte, ging Clara zu den Pferden hinüber, um diese für den Aufbruch vorzubereiten.
Sie hatte gerade das zweite Pferd gesattelt, da rief Maria nach ihr und Clara rannte zurück zum Lagerfeuer.
„Katharina hat Fieber!“, erklärte Maria sorgenvoll.
Alle vier Frauen prüften das sofort nach, doch das Ergebnis war eindeutig!
„So ein elender Mist! Wir brauchen einen Doktor für sie!“, stellte Clara besorgt fest.
Sie richtete sich auf und blickte sich um, aber es waren nur weites Land, niedrige Büsche und wellige Grasflächen rund um sie herum zu sehen.
„Wohin?“, fragte sie sich selbst, zog das Fernrohr aus ihrer Satteltasche und suchte den Horizont ab.
Im Norden war schwach eine Rauchsäule zu erspähen und wenn da nicht der Wald brannte, dann konnten da nur Menschen sein.
Schnell war alles verladen, das Feuer gelöscht und sie auf dem Weg zu dieser fernen Siedlung.
Es dauerte eine Weile, die sie im straffen Galopp zurücklegten, bis die Rauchfahne deutlicher wurde.
Etwa zwei Stunden später war ein Fort zu erkennen. Baumstämme waren als Palisaden in den Boden gerammt und über einem Wachturm wehte die amerikanische Fahne. Damit lief Clara allerdings Gefahr, dass sie dort eventuell gefangengenommen wurde.
Sie verhielt ihr Pferd und ging in den Schritt über.
Die drei Freundinnen ritten neben sie.
„Hört zu!“, begann sie zu erklären und setzte hinzu: „Ich bin Jane Jackson und soll euch zu euren Männern nach Chicago bringen, die dort eine Farm gekauft haben!“
Maria rollte mit den Augen, aber diese Notlüge war bitter nötig!
Vom Fort ritten ihnen ein paar Soldaten entgegen.
Wenig später blieben Frauen und Soldaten voreinander stehen.
„Hallo Captain!“, sagte Clara und tippte sich mit zwei Fingern an die Krempe ihres Hutes.
Der Offizier antwortete: „Ich bin Second Lieutenant Fox von der US Kavallerie! Willkommen in Fort Dodge. Was wollen sie!“
Maria stöhnte hörbar genervt auf.
„Ich bin Buffalo Jane! Jane Jackson und begleite diese Frauen zu ihren Männern nach Chicago. Das Kind von Miss Miller hat Fieber! Gibt es bei ihnen einen Doktor, der uns helfen kann?“, fragte sie.
„Natürlich, Miss Jackson! Folgen sie uns einfach!“, entgegnete der Offizier.
Die Soldaten wendeten und ritten zum Tor zurück, der Lieutenant blieb neben ihr.
„Es ist verdammt kalt geworden in der Prärie, da friert einem fast der Arsch ab!“, erklärte Clara und schlüpfte in ihre Rolle.
Maria schüttelte missbilligend den Kopf.
„Kann ich sie dann zu einem Schnaps in unseren Saloon einladen?“, fragte der Offizier neben ihr.
„Nur, wenn wir diese Nacht bei ihnen im Fort bleiben können. Ich möchte nüchtern sein, wenn ich wieder, wie vor ein paar Tagen, mit einem Bären ringen muss!“, antwortete sie, schob den Revolver zurecht und spuckte in das Gras hinab.
Der Offizier zog die Augenbrauen hoch.
„Braunbär oder Waschbär?“, fragte er.
Maria schlug sich schräg hinter ihr mit der flachen Hand vor die Stirn.
Buffalo Jane war im Begriff, die Kontrolle über diese Situation zu verlieren!
Ohne ein weiteres Wort ritten sie durch das Tor und von dort zu einer Hütte.
„Hier wohnt unser Doktor und dort drüben ist unser Saloon!“, erklärte der Offizier und zeigte auf ein Gebäude, an dem deutlich und groß „Saloon“ stand. Dann ritt der Offizier hinüber und ließ sie dort stehen.
„Buffalo Jane! Dass du immer so übertreiben musst!“, stöhnte Maria, als sie vom Pferd glitt. „Mit Waschbären ringen! Ich lach mich tot!“, murmelte sie, als sie mit Katharina das Haus des Arztes betrat.
„Wir reiten zum Saloon!“, rief Clara ihr hinterher und lenkte ihr Pferd hinüber.
Die beiden anderen Frauen schlossen sich ihr an. Nach ein paar Dutzend Schritten banden sie die Pferde vor dem Holzhaus an und betraten den Schankraum.
Schnell waren das Zimmer bezahlt und die Satteltaschen abgelegt. Jetzt mussten sie nur noch auf Maria warten.
Clara dachte an den versprochenen Schnaps, stieg nach unten in den Gastraum und setzte sich an den Tresen. Dort wartete sie auf den Offizier und auf Maria.
Gelangweilt blickte sie sich um und sah in der Ecke das große Brett mit den Fahndungsaufrufen. Sie erhob sich und schlenderte möglichst unauffällig dort hinüber.
Zwischen Posträubern und Viehdieben hing auch das Blatt mit ihrem Porträt. Schnell nahm sie es ab und schob es sich gefaltet in die Innentasche ihrer Weste.
„Sind sie auch als Kopfgeldjägerin unterwegs?“, fragte der Offizier sie von hinten.
Fast hätte sie dabei vor Schreck aufgeschrien.
„Gelegentlich!“, entgegnete sie gespielt gelassen, rückte den Colt zurecht und drehte sich zu dem Lieutenant um.
Der Mann lud sie mit einer Handbewegung zur Theke ein.
„Branntwein oder Whiskey?“, fragte er.
„Branntwein! Das andere Zeug ist doch für kleine Kinder!“, erwiderte Clara und spuckte in den Eimer.
„Zwei Branntwein!“, rief der Offizier.
Der Barmann stellte die Gläser vor sie ab.
Clara kippte den Schnaps mit einem Zug herunter, knallte das Glas auf den Tresen und sagte: „Noch einer!“
Mit dem zweiten stießen sie an und tranken dann langsamer.
Das Papier raschelte in der Weste. Sie brauchte eine Lösung für das Problem. Scarlett hätte eine gehabt, Jane eher nicht. Oder doch?
„Hast du heute Nacht schon was vor?“, fragte sie den Kavallerieoffizier …“

Weiter lesen in meinem Buch „Eine Gräfin in Amerika“ mit ISBN 978-3-7557-7346-7, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/39.html

Mein Buch „Eine sächsische Revolution“

„… Stunden später waren dann alle in den Betten verschwunden. Alle bis auf Heinrich, sie und die Herrin von Maria. Heinrich hatte ja eigentlich hier kein Bett, denn als Vorarbeiter hatte er ein Zimmer in dem Haus, in dem die Ingenieure und Meister der Maschinenbaufirma Hartmann wohnten. Und hier waren alle Betten belegt. Das von Fritz sogar doppelt. Es störte sie nicht, dass sich die beiden unmittelbar hinter ihr liebten.

So saßen sie leise erzählend zu dritt im Schein von einem rußenden Licht an dem Kopfende des Tisches. Unmittelbar hinter ihr waren die beiden Mädchen eingeschlafen und sie stand auf, als der Löffel scheppernd zu Boden fiel, den Carola aus der Hand verloren hatte. Keine der beiden war davon wach geworden. Mit Heinrichs Hilfe legte sie ihre beiden Töchter in das Bett nach oben und auch dabei wachten sie nicht auf. Sie waren viel zu müde durch die Arbeit in der Tuchmanufaktur.

Als sie wieder am Tisch saß, zeigte die Herrin auf die beiden schlafenden Kinder und noch bevor sie etwas fragen konnte, erzählte Regina „Ja! Ich weiß! Sie sollten zur Schule gehen. Aber ich bin auf die Münzen angewiesen, die sie in der Tuchfabrik bekommen. Vier Groschen im Monat, aber es hilft nichts!“ „In welcher Fabrik?“, fragte die Frau nach und Regina nannte den Namen. Betreten schwieg die Frau, dann sagte sie „Die gehört meinem Vater.“ Nun sah Regina sie mit anderen, strengeren Augen an.

„Und sie bekommen wirklich nur vier Groschen?“, fragte die Frau, als ob sie es nicht besser wissen würde. „Ja! Aber zusammen. Nicht jede!“, erwiderte Regina fast trotzig. „Das ist doch aber viel zu wenig für diese schwere Arbeit“, sagte die fremde Frau und das konnte Regina nur nickend bestätigen. Dann begann sie von der Not zu erzählen, der sie hier alle ausgesetzt waren. Zum Schluss sagte sie nur noch verbittert „Und dann müssen wir uns auch noch prostituieren, damit noch eine Münze mehr rausspringt!“ „Deshalb Elfriede?“, fragte die Frau und Regina konnte nur noch zustimmen. „Deshalb ist sie das Leben und nicht der Tod. Ohne sie würden viele Frauen bei den Geburten sterben oder danach mit den vielen Kindern verhungern“, erklärte Regina verbittert.

„Gehst du auch zu ihr?“, wollte die Frau wissen und Regina konnte nur antworten, „Natürlich. Es reicht gerade mal so für die Beiden.“ Dabei zeigte sie nach oben auf das Bett. „Du bietest hier also nicht nur Bett, Unterkunft und Essen an?“, fragte nun die Frau, aber das hatte sie ihr doch schon gesagt. So konnte sie nur noch einmal nicken. „Ich muss mich auch selbst verkaufen. Es bleibt sonst nicht genug am Ende des Monats übrig.“ „Und das, was du damit verdienst, das trägst du dann zu Elfriede?“, fragte sie nach und Regina überschlug im Gedanken. Dann setzte sie hinzu „Etwa die Hälfte davon!“

„Das ist ungerecht!“, antwortet die fremde Frau. Maria stand aus dem Bett auf, zog sich ihr Unterhemd über und setzte sich zu ihnen an den Tisch. Mit nackten Beinen und einer dünnen Decke um die Schultern saß sie bei ihrer Herrin. „Kann ich einen Malzkaffee haben?“, fragte sie und sah über die Schulter zu ihrem schlafenden Freund. Regina füllte die Tassen und auch die Herrin griff nach einem der Becher. Nun herrschte betretenes Schweigen und erst sehr viel später sagte die Herrin von Maria „Ihr verkauft hier nicht nur eure Körper. Ihr verkauft auch eure Seelen!“

„Das ist das Los der Frauen!“, erklärte Maria, noch bevor Regina es sagen konnte. So blieb ihr nur übrig dem Gesagten zuzustimmen. Von draußen fiel der erste helle Schein durch die verschmierten Fenster zu ihnen herein. Im Raum wurde es langsam heller und die ersten Schläfer erwachten.

Maria legte die Decke zurück,  zog sich wieder an und Heinrich bot den beiden Frauen an, sie aus dem Viertel zu begleiten. Zur Verabschiedung gab die Herrin ihr die Hand und dann legte die Frau noch zwei silberne Taler in ihre Hand. Regina sah die großen Münzen staunend an. „Das kann ich nicht annehmen!“, sagte sie und wollte sie zurückgeben, doch die Frau zog ihre Hand zurück. „Doch, du musst es sogar!“, sagte sie und zum Dank umarmte Regina die Frau, auch wenn sie wegen der Zugehörigkeit der Frau zur Familie des Ausbeuters ihrer Kinder immer noch etwas voreingenommen ihr gegenüber war. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Eine sächsische Revolution“ mit ISBN 978-3-7528-8679-5, als Buch für 9,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/32.html

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