Mein Buch „Im Schatten des Feuerberges“

„… Die Frau kniete in dem Haus vor dem Feuer und schürte die Glut. Seit mehr als einem Jahr war sie nun schon Sklavin. Tiberia musste noch das Essen für ihren Herrn machen. Der Kessel hing schon über der Feuerstelle und dampfte vor sich hin. Sie stand auf und schaute sich in dem Raum um. Das Haus hatte nur diesen einen Raum. Er war Essbereich, Wohnbereich und Schlafbereich in einem. Aber das war sie auch von der Hütte ihrer Eltern gewohnt. Oftmals wohnten bis zu zwanzig Personen in einer Hütte, hier waren sie nur zu zweit. Sie sah das Bett am anderen Ende der Hütte und dachte daran, wie Tiberius sie am ersten Abend an den Haaren dorthin gezogen, ihr die Sachen zerrissen und sich dann an ihr vergangen hatte. Bei der Erinnerung griff sie an das Medaillon an ihrem Hals, was sie zu seinem Eigentum gemacht hatte. Er konnte alles mit ihr machen, selbst sie verkaufen oder töten, ohne das dem Mann etwas passieren würde. Das hatte er ihr zuerst beigebracht!

Erneut ging ihr Blick umher. Hier drin war sie nun gefangen. Auf zehn mal zehn Schritten Platz. Doch sogar die leicht zu öffnende Tür hielt sie zurück. Nicht das Schloss war es, welches sie gefangen hielt, sondern die Angst und diese verdammte Kette um ihren Hals. Ohne die Zustimmung von Tiberius durfte sie das Haus nicht verlassen, er würde es erfahren und sie bestrafen, und wenn sie das Kastell verlassen wollte, so würden die Wachen sie sofort töten. Die Halskette, die nur mit Gewalt zu öffnen war, würde sie sofort als entlaufene Sklavin verraten und darauf stand der Tod als Strafe. Eigentlich gefiel ihr dieses Haus. Es war sauber und es lebten keine Tiere hier drin. Von ein paar Mäusen mal abgesehen.

Sie drehte sich zurück zum Feuer und rührte die Suppe um. Lange konnte es nicht mehr dauern, bis ihr Herr nach Hause kommen würde. Gedankenverloren strich sie sich die knielange blaue Tunika glatt, die von einem Gürtel um die Taille zusammen gehalten wurde. Wieder ging ihre Hand zu der Kette. Ihre Finger drehten den Anhänger. Er sah wie ein Schmuckstück aus und doch war es eher eine Besitzurkunde. Tiberius hatte seinen Namen auf ihren Körper geschrieben, genau so, wie er es mit dem Weinkrug in der Ecke gemacht hatte, den sie nun holen ging, um ihn mit Wein zu befüllen. Ihr Magen begann zu knurren, aber sie durfte erst nach Tiberius essen.

Wieder dachte sie an die ersten Tage hier zurück. Damals war Tiberius brutal und rücksichtslos gewesen. Das hatte sich zum Glück etwas geändert. Nun war er mitunter sogar zärtlich und strich ihr über das Haar. Immer weiter dachte sie an damals. Da hatte sie noch niemanden verstanden und alles war ihr fremd gewesen. Tiberius hatte sie in einem Raum geführt, in dem eine Sklavin auf einem Tisch festgebunden war. Ein Medicus führte eine blutige Beschneidung an den Genitalien der Frau durch und vernähte die Frau danach. Tiberia hatte mit Angst auf die vor Schmerzen schreiende Frau geschaut und die ganze Zeit geglaubt gehabt, sie sei die nächste, die dort auf dem Tisch landen würde. Doch es war nur eine Warnung von Tiberius gewesen, was ihr passieren konnte, wenn sie sich ihm verweigerte.

Erst später hatte sie erfahren, dass die Römer so verhindern wollten, dass ihre Sklavinnen schwanger werden. Doch es war eine ziemlich brutale Behandlung. Männliche Sklaven wurden manchmal sogar kastriert. Ob das alles mehr der Demütigung oder Einschüchterung der Sklaven dienen sollte, das konnte sie nicht sagen. Bei ihr jedenfalls war es so gewesen. Sie hatte schnell erkannt, dass sie hier nichts mehr zu erwarten hatte und nur bei totaler Unterwerfung ihr ein relativ schmerzfreies Leben beschieden war.

Die Tür öffnete sich und Tiberius trat in den Raum. Die Frau fuhr herum und verbeugte sich schnell vor ihm. Der Mann legte seinen Umhang ab, hängte ihn an einen Haken neben der Tür und setzte sich ohne ein Wort an den Tisch. Tiberia brachte ihm Wein, Brot und eine Schüssel Suppe. Danach wartete sie hinter ihm auf seine weiteren Wünsche. Nachdem der Mann satt war, trank er Wein am Tisch und schaute zu, wie Tiberia auf sein Zeichen schnell ihr Brot und die Suppe verschlang.

Später zeigte er einfach auf das Bett. Tiberia löste ihren Gürtel und zog sich die Tunika über den Kopf. So stand sie nackt vor dem Bett. Nicht ein Wort war bisher gewechselt worden und es blieb auch dabei. Bevor Tiberius einschlief, streichelte er ihr Haar und gab ihr sogar einen Kuss. Sie lag neben ihm und hörte seinem Schnarchen zu. Ein bisschen fühlte sie sich jetzt sogar als Frau. Geliebt und nicht so sehr als Sklavin und Dienerin. Fast liebevoll zog sie die Decke über seinen Körper, stieg aus dem Bett, nahm ihre Tunika und legte sich auf die Decke, die ihr Schlafplatz am Feuer war. Von dort schaute sie noch einmal zu ihm hinauf und dachte daran, dass er sich vielleicht auch durch sie so verändert hatte.

Am nächsten Morgen weckte die Sonne Tiberia. Schnell zog sie sich an und schürte wieder das Feuer. Mit einem Grunzen erwachte Tiberius und setzte sich in seinem Bett auf. Er sah zu ihr hinüber und ein Lächeln schien über sein Gesicht zu fliegen. Zumindest sah es für einen Moment für die Frau so aus. Wieder verbeugte sie sich vor ihm und stellte Brot und Wurst für ihn auf den Tisch. Nach dem Essen nahm Tiberius seine Sklavin mit in die Therme. Dort war sie gern, denn sie konnte sich dort mit anderen Frauen unterhalten und kam mal wieder aus dem Haus. Sonst war sie ja praktisch den ganzen Tag alleine. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Im Schatten des Feuerberges“ mit ISBN 978-3-7481-3800-6 als Buch für 7,90 Euro und als eBook für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/29.html

„Westwärts auf Drachenbooten“

In meiner historischen Geschichte „Westwärts auf Drachenbooten“ geht es zu den Sachsen und Nordmännern des Jahres 800. 

„… Schon bald konnte man einzelne Berge erkennen, die aus der Küstenlinie heraus ragten. Sie vereinigten sich zu einer Gebirgskette, die Himmelhoch da lag. Wie ein gewaltiger Drachen. Schwarz und zackig. Immer weiter nach Norden fuhren sie und plötzlich öffnete sich ein Durchbruch, wie die Bucht mit dem Fluss bei Hans Zuhause. Das Schiff fuhr hinein und folgte dem Gewässer. Ringsum stiegen die Berge zu beiden Seiten des Flusses fast senkrecht nach oben an. Ein kleiner Wasserfall war zu hören, noch bevor Hans ihn sehen konnte.

Mara war aufgestanden und schaute mit ihrem Bruder auf die Felsen, die zum Greifen nah schienen. Hier unten kam man sich so winzig vor und Hans versuchte den oberen Rand der Klippen zu sehen. Er legte den Kopf ins Genick, aber die tief hängenden Wolken gaben die Bergspitzen nicht frei. Es wurde immer dunkler, die Sonne konnte nicht bis zu ihnen herunter scheinen. Weit hinter ihnen fuhr das zweite Schiff gerade ebenfalls in den Fluss hinein und Hans konnte an diesem Boot erst wirklich die Größe der Berge erkennen.

Die Gegend schien vollkommen menschenleer und doch musste es ja hier Menschen geben. Sie würden ja sonst sicher nicht hier hineingefahren sein, wenn es hier nichts zu holen geben würde. Waren die Männer hier zu Hause? Oder lag hier ein weiteres lohnendes Ziel ihrer Raubzüge? Der Himmel über ihnen wurde dunkler und vor sich sah Hans ein paar Hütten. Einige Menschen standen am Ufer und winkten zu den Booten herüber. Ganz offensichtlich waren die Männer hier zu Hause, denn einige von ihnen winkten zurück.

Das Segel wurde eingeholt und der Schub, den das Schiff noch hatte, reichte aus, um langsam bis zum Steg zu gleiten. Das, was der Junge bisher als Beginn eines Flusses gedeutet hatte, stellte sich nun als eine langgezogene Bucht dar. Hier ging es gar nichts weiter, nur noch etwas flaches Land blieb hinter dem Wasser, aber es war gar nicht viel. Mit einem kleinen Stoß stoppte das Boot. Seile wurden nach draußen geworfen und fest gemacht. Die ersten der Männer sprangen nach außen und griffen sich Teile der Beute. Der Mann am Heck fesselte Hans und Mara die Hände auf dem Rücken zusammen. Er hob erst Hans und dann die Schwester über die Bordwand, setzte sie auf die Bretter des Stegs und sprang dann, mit einem Sack von der Beute, ebenfalls auf den Steg. Er nahm den Strick und legte ihn so, dass er um die Hälse der beiden Kinder nach vorn lief, wo er sie halten konnte. Am Strick zog er sie danach hinter sich her.

Hans konnte viele Menschen sehen und er wurde einfach weiter gezerrt. Wenn er stehen blieb, so zog sich die Schlinge um seinen Hals fest. Ein paar große Hütten sah er und hinter dem Dorf dieselben steilen aufragenden Felsen. Unmittelbar oberhalb der Anlegebrücke stand eine hölzerne Figur. Sie stellte einen Mann dar, der auf die Bucht hinaus schaute. Die untergehende Sonne schien der Figur genau in das Gesicht und färbte sie rot ein. Dahinter begann eine kleine Wiese mit ein paar Ziegen, die dort weideten. Es war gar nicht viel Platz hier zum Leben und erst recht gar keine Möglichkeit zur Flucht. Die Fesseln waren vollkommen unnötig. Nur der Weg über das Wasser war möglich. Der Mann zog sie immer weiter hinter sich her, zu einer etwas größeren Behausung, etwas oberhalb der anderen Häuser. Er öffnete einen kleinen Schuppen neben der Hütte, löste die Fesseln der beiden Kinder und schob zuerst Hans und dann Mara hinein. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Westwärts auf Drachenbooten“ mit ISBN 978-3-7460-7871-7 als Buch für 7,90 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/21.html

Mein Buch „Liebe in stürmischen Zeiten“

„… Der Sommer brach an und die Stadt war erhalten geblieben. Von den mehr als zehntausend Einwohnern waren nur ein paar Hundert im Zuge der Besetzung oder „Befreiung“ ums Leben gekommen. Die wenigsten davon allerdings aufgrund von Kampfhandlungen, die meisten durch die Gewalt der Rotarmisten. Es waren nur ein paar Schüsse von deutscher Seite aus abgegeben worden. An einer Barrikade hatten ein paar Volkssturmmänner die Aufgabe gehabt die russischen Panzer aufzuhalten. Die zum Teil schon über sechzig Jahre alten Männer hatten aber die Panzerfäuste in einen Graben geworfen, kaum dass die SS abgezogen war und die zwanzig Hitlerjungen, die das Rathaus verteidigen sollten, waren von ihren Müttern an den Ohren nach Hause geschleift worden.

Der Krieg war doch sowieso vorbei und warum sollte man da noch sein Leben riskieren? In aller Eile waren die weißen Fahnen gehisst worden und alle hatten zu Gott gefleht, dass die SS nicht noch einmal zurückkommen würde. Doch die hatten sich in aller Eile abgesetzt. So schnell hatten die Volkssturmmänner gar nicht hinterher sehen können, wie die Autos, Motorräder und LKWs in die nächste Stadt gefahren waren. Dort hatte es dann auch größeren Widerstand gegeben. Mit vielen Toten auf beiden Seiten und auch größeren Zerstörungen. Da hatten die paar alten Männer nicht die Wahl gehabt, sondern sie hatten zwischen den Gewehren der SS und denen der Russen gestanden. Egal was sie taten, sie waren sowieso schon tot gewesen.

Der glückliche Umstand der fehlenden Gegenwehr jedenfalls hatte viele Menschen in Lores Stadt vor diesem Schicksal bewahrt. Die Toten waren unter der Erde und die alten Bilder und Fahnen waren neuen gewichen. Durch die Straßen zogen Rotarmisten und auch deutsches Ordnungspersonal mit roten Armbinden. Alle Betriebe waren geschlossen worden und es herrschte eine nächtliche Ausgangssperre. Die einzigen, die in der Nacht grölend durch die Straßen zogen, waren ein paar betrunkene russische Soldaten und hinter verschlossenen Türen hoffte ein jeder, dass sie an seinem, oder ihrem, Haus vorbeizogen, denn betrunken waren die Männer unberechenbar. Schon der kleinste Anlass reichte aus, um getötet zu werden und deshalb hielt ein jeder Einwohner, schon aus Eigenschutz, die Ausgangssperre penibel ein.

Zum Glück gab es also nur noch vereinzelte Übergriffe. Nicht so, wie es in den ersten Tagen gewesen war. Das lag vermutlich auch daran, dass die meisten Rotarmisten weiter gezogen waren und nur noch eine Kompanie mit etwa hundert Soldaten in der Stadt geblieben war. Nur die Verwaltung, die Kommandantur und eine kleine Wacheinheit waren geblieben. Diese Männer lebten in den Häusern rund um den Markt und dort blieben sie dann meist auch. Die Offiziere wohnten in der Schänke und im Hinterhof waren die Pferde der Fuhrwerke untergestellt. Die Wachposten schauten argwöhnisch auf jeden, der den Markt betrat und das Maschinengewehr auf dem Balkon des Rathauses war sicher auch nicht nur Dekoration. Drohend zeigte die Mündung auf alle herab.

Obwohl die Ausgangssperre nur bei Nacht galt, ging auch am Tage nur der aus dem Hause, der unbedingt musste. Einmal in der Woche wurde ein kleiner Markt abgehalten. Auf dem Platz vor dem Rathaus, also praktisch unter den Augen der russischen Soldaten, boten einige Bauern wenige Feldfrüchte an. Es wurde nur getauscht, denn neues Geld gab es noch keines und das alte nahm keiner mehr ab. Niemand wusste, ob es am nächsten Tag noch etwas wert sein würde. Nur wer also noch Wertgegenstände hatte, der konnte etwas zu Essen erwerben. Alle anderen waren auf die Zuteilungen der Russen angewiesen.

Von der Kommandantur wurden immer am Anfang des Monats Wertmarken mit der jeweiligen Ration ausgegeben und am Rathaus hing ein Zettel, auf welchem stand, was man für den jeweiligen Abschnitt erhalten konnte. Jeden Montag früh wurde dieser Zettel gewechselt und von Woche zu Woche wurden die Rationen kleiner. Mit jedem neuen Aushang schrumpfte der Tagessatz. Wer überleben wollte, der musste sehen wie er klarkam. Fast ängstlich las Lore dann immer dieses Blatt. Sie selbst erhielt die Marken für sich in der Kategorie IV „Angestellte“ und Kategorie V „Kinder“ für die Tochter. Aber richtig Leben und satt werden konnte Lore davon nicht.

Diebstahl, Schwarzmarkt und Tauschhandel waren die einzigen Möglichkeiten, um an etwas mehr Essen kommen zu können. Wer noch etwas Wertvolles hatte, der konnte damit Fleisch und Wurst eintauschen. Am Bahnhof, hinter einer Bretterwand trafen sich die, die etwas hatten mit denen, die etwas brauchten. Von den Wachen meist geduldet, musste man doch immer auf der Hut sein, dass nicht gerade mal eine Razzia war und alle die Waren verloren. „Organisieren“ hieß dieses Beschaffen und manchmal „fand“ Lore auch etwas am Straßenrand, wenn sie mit dem Kinderwagen aus der Stadt auf das umliegende Land hinausfuhr. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Liebe in stürmischen Zeiten“ mit ISBN 978-3-7519-1929-6, als Buch für 7,90 Euro und demnächst  als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/33.html

Mein Buch „Sieben Nächte im Paradies“

Sommer, Sonne, Griechenland …

„… Die Frau drehte sich um und ging los, um am Strand nach anderen Menschen zu suchen, die ja sicher auch auf dieser Insel lebten. Vielleicht gab es auch eine Taverne hier. Das Geld und den Ausweis hatte sie vorsorglich im Brustbeutel um den Hals gehabt. Alles andere trieb jetzt irgendwo im Meer. Jasmin setzte ihre nackten Füße in den weichen und warmen Sand. Es lief sich gut hier. Immer wieder rief sie, aber es schien ihr niemand zu antworten. Vielleicht hatte der Sturm die Menschen in ihre Hütten getrieben. Schritt für Schritt lief sie immer weiter. Da musste doch jemand sein!

Etwa eine halbe Stunde später stand sie an den Klippen mit den Trümmern des Bootes und da es vermutlich nicht zwei zertrümmerte Boote hier gab, war sie einmal um die Insel herum. Diese Insel war damit ziemlich klein! Und am Strand war keine Menschenseele zu sehen gewesen! Nicht mal eine Spur! Aber vielleicht hatte die der Sturm verwischt. Jasmin wendete sich zum Land zu. Hier unten waren die Gewächse gerade mal Hüfthoch, eine kleine Erhebung in der Mitte der Insel war zu sehen, auf der auch ein paar Bäume standen, wenn man da von Bäumen sprechen wollte. Vermutlich war keiner davon höher als zwei Meter.

Sie verließ den weichen Sand und betrat felsigen Untergrund, der auch zwischendurch mit Erde bedeckt und von Pflanzen bewachsen war, aber vermutlich war unter der Erde hier überall nur Stein, denn die Wurzeln waren direkt an der Erdoberfläche und sie konnte diese unter ihren Füßen spüren. Vorsichtig setzte sie ihre Füße auf, damit sie nicht abrutschte oder sich an den scharfkantigen Steinen schnitt.

Vielleicht konnte sie von der Höhe aus etwas sehen. Obwohl „Höhe“ hier schon zu hoch gegriffen war. Der Rodelhügel in ihrer Stadt zu Hause hatte sicher die doppelte Höhe! Trotzdem war es ein beschwerlicher Aufstieg, weil der Untergrund stellenweise viel zu scharfkantig war. Mehr als einmal durchzuckte sie ein Schmerz beim Auftreten, aber bisher hatte sie sich noch nicht geschnitten. Dann war der Gipfel endlich erreicht.

Oben standen ein paar Bäume und es bot sich ihr ein Rundumblick auf die ganze Insel. Die war wirklich sehr klein und erst weit am Horizont war ein dunkler Streifen zu sehen. Vermutlich das Festland. Wie weit mochte es weg sein? Zu weit! Mit Erschrecken sah Jasmin nun auch, dass hier keine Hütte war. Also war diese Insel auch noch unbewohnt!

Neben sich sah die Frau eine Orange an einem Baum hängen. Sie pflückte die Frucht, aber da sie kein Messer hatte, biss sie in die Schale und zog diese dann mit den Zähnen von der leckeren Frucht. Der Saft lief ihr über das Kinn, als sie endlich hineinbeißen konnte. Das war das erste seit der Taverne bei Sofia, was sie wieder essen konnte. Es hingen noch ein paar der Früchte an den Bäumen für später. Unweit von dem Baum sah sie eine Wasserfläche im Sonnenlicht aufblitzen.

Nach zwanzig Schritten war sie dort und kniete sich an das Wasserloch. Es mochte fünf Meter im Durchmesser sein. Mit beiden Händen schöpfte sie das Wasser und trank gierig. Dann stellte sie fest, dass sie immer noch das Salzwasser auf den Lippen hatte.

Noch einmal tauchte sie ihre Hände hinein und wusch sich das Gesicht, dann begann sie ihre Haare zu waschen, als der Mann sie von hinten am Kragen ihres T-Shirts packten und von dort wegriss. Ein klatschender Schlag traf ihre Wange und sie blickte ihn mit aufgerissenen Augen an. Was war los? …“

Weiter lesen in meinem Buch „Sieben Nächte im Paradies“ mit ISBN 978-3-7347-6647-3, als Buch für 8,49 Euro und als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://romantik.goeritz-netz.de/13.html

Winterzeit ist Lesezeit

Mit einem meiner bisher erschienenen Bücher vergeht die Zeit wie im Fluge.Alle Bücher sind auch als E-Book bei Amazon, iTunes, AppStore und im GooglePlayStore erhältlich.

Als eBooks kosten sie einheitlich 2,49 Euro, in den ersten vier Wochen nach dem Erscheinen nur 1,49 Euro, und sie sind sofort lesebereit:

Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Mein Buch „Rosen hinter Burgmauern“

„… Immer dichter standen die Bäume an beiden Rändern des Weges. Der Kaufmann kam zur anderen Seite an sie heran und sagte „Ab jetzt fahren wir im Wald. Erst morgen Mittag werden wir ihn wieder verlassen.“ „Dann bleiben wir über Nacht auch in diesem Wald?“, fragte sie und der alte Mann nickte zur Bestätigung. Dann ging er zu den bewaffneten Männern nach hinten. Gwendolyn sah ihm kurz nach, dann ging ihr Blick wieder nach vorn, wo die dunklen Bäume bedrohlich auf sie zukamen. Doch mit all den Männern um sich herum verdrängte sie diese Angst. Der Kaufmann hatte fünf Bewaffnete mit und die sahen ziemlich Kampferfahren aus. Wozu sollte sie sich also ängstigen und der Mann würde doch nicht seine kostbare Ware riskieren. Oder etwa doch? Nun wurde es immer dunkler auf dem Weg. Die Bäume ließen nur wenig Licht bis zu ihr herunter. „Ein guter Reiter braucht nur einen Tag von Leipzig nach Dresden“, erklärte ihr Hinner ziemlich laut und ging wieder nach vorn zu den Pferden.


Nun führte er eines der Tiere am Zaumzeug. Einer der Bewaffneten führte das andere. Gwendolyn sah, dass er seine andere Hand am Griff des Schwertes hatte. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie in den Wald hinein, aber nichts passierte. Unendlich schien sich der Weg durch das Gehölz zu schlängeln. Am Abend fuhr der Wagen auf eine Lichtung neben dem Weg. Offensichtlich waren hier oft Wagen, den ein niedergebranntes Feuer war in der Mitte des Platzes zu sehen. Der Kutscher spannte die Pferde aus, tränkte sie aus einem Eimer und führte sie zur Seite, wo sie grasen konnten. Mit einem Strick band er einen Huf von jedem Pferd an einen Baum, so konnten sie sich bewegen und nicht weglaufen. Während Gwendolyn unschlüssig am Wagen stehen blieb, suchten die Männer Holz im Wald und fachten damit das Feuer wieder an. Ein Kessel wurde über diesem Feuer aufgehängt und Suppe hineingegeben, die erwärmt werden sollte. Als alle um das Lagerfeuer saßen, verteilte der Kutscher Brot, Wurst und kleine Schüsseln mit Suppe. Gwendolyn zog ihren Löffel aus der Gürteltasche und begann mit der Mahlzeit. Die aufgewärmte Suppe war richtig lecker. Ein Trinkschlauch kreiste am Feuer und auch Gwendolyn nahm einen großen Schluck von dem süßen Wein.


Immer dunkler wurde es auf der Lichtung, dann sagte der Kaufmann „Die Frau schläft im Wagen. Wir Männer hier am Feuer. Immer zwei halten Wache.“ Gwendolyn sah zum Wagen und ging hinüber. Hinner folgte ihr, dann zog er ein paar der Säcke so zu-recht, dass sie sich darauf hinlegen konnte. „Ich danke dir“, sagte sie. „Das wird dann deine letzte Nacht in Freiheit sein.“ „Auch im Kloster bin ich frei.“ „Es ist sicher etwas anderes“, entgegnete Hinner „Mögen Gott und alle Heiligen deinen Schlaf beschützen“, sagte er und sie nickte ihm zu. Dann ging er und sie kniete sich für ein Gebet in den Wagen.

….


Als die Sonne wenig später in die Zelle fiel, kamen die Männer, um sie zu holen, und führten sie auf den Burghof hinaus. Dort standen schon alle Bewohner der Burg angetreten. Sie vermied es, ihnen in die Gesichter zu schauen. Zu sehr schämte sie sich für ihr Vergehen. In der Mitte war eine kleine Holzplatte, auf die sie sich kniete, mit dem Rücken zu den Anwesenden. Peter trat mit einem Schwert neben sie und sagte leise, dass nur sie es hören konnte, „Ich werde dich mit einem Hieb töten, damit du keine Schmerzen haben wirst.“ „Ich danke dir“, sagte sie leise, denn oft hatte sie gesehen, dass der Henker mehr als drei Schläge brauchte. Sie faltende ihre Hände und rief nach oben „Gütiger Gott in deine Hände empfehle ich meine Seele.“ Dann reckte sie ihren Kopf so weit nach oben, dass der Hals ganz lang wurde und damit für Peter gut zu treffen war. Sie spürte die kalte Klinge an ihrem Halse, als Peter für den Hieb Maß nahm.


….

Einer der Diener erschien in dem Vorraum und holte sie ab. Mit dem Manne zusammen ging sie auf die Fläche zwischen den Tischen. Der Herzog winkte seinem Diener zu und dieser löste ihren Gürtel. Überrascht wartete sie, was passieren würde. Doch sie sagte nichts und rührte keine Hand zur Gegenwehr. Das hätte sicher den Herzog nur verärgert. Was hatte der Mann vor? Dann streifte der Knecht Arikana Kleid und Unterkleid über den Kopf und so stand sie nun nackt zwischen den grölenden Männern. Das Tamburin bedeckte ihren Schoß nur notdürftig. Überall auf ihrer Haut spürte sie die Blicke der Männer. Nackt hatte sie noch nie getanzt, doch nun war es für eine Entgegnung zu spät. „Und nun tanz!“, rief der Herzog. Die Kapelle ließ ihre Instrumente ertönen und Arikana begann ihren Tanz. Rings um sie schlugen die Männer den Takt mit den Händen auf der Tischplatte, die ebenfalls zu tanzen begann. Arikana versuchte ihnen nicht in die Gesichter zu sehen.


Zum Glück war Peter gerade nicht mit im Raum. Ihm hätte es sicher nicht gefallen, dass sie hier so tanzte. Immer weiter ging der Tanz, dann machte der Herzog wieder ein Handzeichen. Die Musik verstummte und Arikana stoppte ihre Bewegungen. Wieder suchte das Tamburin seinen Platz vor ihrem Unterleib, während sie schnaufend und schwer atmend nur zwei Schritte vor dem Herrscher stand. Der Herzog drehte sich zur Seite und sah den Herrn an. Er sagte laut, sodass es auch Arikana hören konnte, „Ich sehe, dass ihr der Einzige seid, dem seine Hose noch passt. Daher will ich euch nun glauben und meine Nichte einem anderen Manne zur Frau geben.“ Dann schickte er Arikana aus dem Raum. Der Diener gab ihr am Ausgang Gürtel, Kleid und Unterkleid zurück, womit sie sich schnell anzog. Hinter ihr im Saal setzte die Musik wieder ein und der Herrscher rief „Und nun lasst uns feiern!“ dann fiel die Tür hinter ihr zu. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Rosen hinter Burgmauern“ mit ISBN 978-3-7347-0321-8, als Buch für 9,90 Euro und auch als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/27.html

„Heiße Küsse im Advent“

„… Sabine erwachte und hatte das Gefühl, das ein Specht in ihrem Kopf wohnen würde und nun verzweifelt versuchte, aus diesem Gefängnis zu entkommen. Wenig später beendete der dröhnende Wecker sein irdisches Leben an der gegenüberliegenden Zimmerwand. Im Bett sitzend, den Kopf in die Hände gestützt, versuchte die junge Frau sich an den Abend zurückzuerinnern. Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt hatte, außer zu diesen grässlichen Kopfschmerzen, zu nichts geführt. Die Anzahl der Tassen mit Glühwein war zweistellig geworden! Es war Montag und sie musste auf Arbeit! Da sie auch noch Conny entschuldigen musste, konnte sie nicht einfach so fortbleiben.


Langsam kam die restliche Erinnerung zurück. Es hatte sich nicht gelohnt! Zuerst waren nur Familien auf dem Markt gewesen und die Kälte hatte ihr einen Glühwein nach dem anderen eingeflößt. Dann waren irgendwelche jungen Männer aufgetaucht, aber um einfach so mit einem davon mitzugehen, war es einfach zu wenig Glühwein gewesen. Oder zu wenig Verzweiflung. Da war nicht mal im Ansatz etwas Brauchbares für eine Beziehung zu erkennen gewesen. Noch nicht mal etwas für eine Nacht. Höchstens für eine schnelle Nummer in irgendeinem Hausflur! Und dafür war sie sich viel zu schade oder nicht betrunken genug gewesen!


Beim in das Bad schlurfen, gingen ihre Gedanken zu Horst zurück. Hatte sie vorschnell einen Schlussstrich unter dieser Verbindung gezogen? Bis jetzt wusste der Mann noch nicht mal etwas davon! Aber es hatte einfach so sein müssen. Seit Jahren machte sie immer wieder denselben Fehler! Und sie wusste es!


Warum hatte eigentlich das Gespräch mit Conny sie zu dieser Wendung gebracht? Bisher war es ihr doch egal gewesen, dass sie immer nur irgendwie vertröstet wurde. Oder hatte es gar nichts mit Conny zu tun? Sondern lag an dieser Adventszeit? Einer Zeit, in der die Männer lieber bei ihren Familien waren, anstatt bei der Geliebten. Und einer Zeit, in welcher sie auch gern abends mit jemanden gekuschelt hätte. Oder einfach nur unter einer Decke einen Weihnachtsfilm mit einem Mann gesehen hätte?


Wohl eher das! Am Abend lief „Santa Clause“ und den hätte sie so gern einfach mit jemanden zusammen geschaut, aber auch in diesem `Jahr würde sie alleine mit der Decke vor dem Fernseher liegen und die nächsten Filme würde es genauso bleiben.


Erst nach Weihnachten waren die Männer dann wieder für sie da! Irgendwie frustrierend. Und das kalte Wasser aus der Dusche machte den Tag auch nicht besser. Es machte sie nur blitzartig wach und es vertrieb den Specht, denn der mochte wohl keine Kälte!


Eine halbe Stunde später besorgte der heiße Kaffee den Rest und besiegte nach dem Specht auch den Kater. Allerdings brauchte sie nun auch noch eine Geschichte, mit der sie Conny vor ihrem Chef entschuldigen konnte. „Dringende Familienangelegenheit“ würde wohl als Entschuldigungsgrund nicht gelten. Und eine Krankschreibung konnte sie ja auch nicht nachreichen. Hatte die Freundin noch einen freien Tag? Conny würde es wissen, aber gerade ging nur der Anrufbeantworter ran.


Vermutlich war sie noch mit dem Zug oder dem Bus unterwegs. Warum hatte sie sich darauf eingelassen? Jetzt würde sie für die Freundin lügen müssen und dabei hasste sie das sogar bei ihren Männern. Die belogen immer ihre Partnerinnen und ihr gefiel das schon lange nicht mehr. Im Advent mehr denn je!


Oder sollte Sabine einfach Connys Stempelkarte durch die Stechuhr ziehen? Das wäre dann aber Betrug, falls es jemand sehen würde. Danach musste sie dann den ganzen Tag, falls jemand fragen würde, irgendeine Ausrede erfinden. Zwar waren im Moment nur sie zwei in ihrem Büro, der Kollege hatte gerade Urlaub, aber falls der Chef etwas von Conny brauchen würde, dann würden die Erklärungen dürftig werden.


Immer noch zweifelnd stieg sie wenig später durch das Treppenhaus zu ihrer Firma hinauf. An der Stechuhr das letzte Zögern, dann zog sie die beiden Karten durch den Automaten.


Damit war es sowieso nicht mehr zu ändern. Vielleicht konnte sie das später wieder andersrum machen und erzählen, dass Conny schlecht geworden war. Für einen halben Tag würde wohl keiner eine Krankschreibung brauchen. Nun hieß es, bis zum Mittag die Daumen drücken. Und natürlich würde sie Conny vorwarnen müssen, damit sie am folgenden Tag nicht irgendetwas Falsches sagen würde.


Die Arbeit begann damit, dass sie Conny Arbeitsplatz erst einmal in die Lage brachte, wie es Conny so gern tat, mit einem offenen Ordner und einer halbe Tasse Kaffee als Dekoration.


Unendlich dehnten sich die Stunden dahin, aber niemand fragte nach der Freundin. Unmittelbar bevor es Mittag wurde, kam der Chef dann doch noch in das Zimmer und Sabine blieb fast das Herz stehen. Zum Glück wollte er etwas von ihr, wunderte sich aber über den kalt gewordenen Kaffee auf Connys Tisch. Schnell log sie etwas darüber, dass Conny gerade eben schlecht geworden war. Und bevor der Chef etwas kontrollieren konnte, ging sie zur Raucherpause und stempelte Conny aus.


Auf dem weiteren Weg zur Raucherinsel stolperte sie und war wenig später mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus unterwegs. Ohne die Chance, der Freundin etwas zu erzählen. Und das Handy lag auch noch in ihrem Büro!


Mit einem bandagierten Knöchel und dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung wurde sie, nach der Untersuchung in der Notaufnahme, für eine Nacht im Krankenhaus einquartiert und hatte auch weiterhin keine Möglichkeit, die Freundin zu erreichen. Im Moment war ihr Job in Gefahr, denn der Chef würde die Notlüge sofort durchschauen, wenn Conny am nächsten Tag unvorbereitet auf der Arbeit erschien.
„So ein verdammter Mist!“, stöhnte Sabine. Immer schlimmere Szenarien malte sie sich in Gedanken aus. Hätte sie nicht irgendetwas anderes erfinden können? Es war Betrug gewesen!


Sabine ging es mittlerweile so schlecht, das die Schwester alle paar Minuten besorgt in das Zimmer kam. Wohl, um zu kontrollieren, ob sie noch lebte. Aber an der Situation konnte niemand mehr etwas ändern. …“

Weiter lesen in meinem Buch „Heiße Küsse im Advent“ mit ISBN 978-3-7526-1175-5, 264 Seiten als Buch für 8,49 Euro und demnächst als E-Book für nur 2,49 Euro.

Alle Informationen immer unter http://romantik.goeritz-netz.de/18.html

Jederzeit ist Lesezeit!

Mit einem meiner bisher erschienenen Bücher vergeht die Zeit wie im Fluge.Alle Bücher sind auch als E-Book bei Amazon, iTunes, AppStore und im GooglePlayStore erhältlich.Als eBooks kosten sie einheitlich 2,49 Euro, in den ersten vier Wochen nach dem Erscheinen nur 1,49 Euro, und sie sind sofort lesebereit:


Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Alle Infos finden Sie immer unter www.Goeritz-Netz.de

Mein Buch „Liebe in stürmischen Zeiten“

„… Der Sommer brach an und die Stadt war erhalten geblieben. Von den mehr als zehntausend Einwohnern waren nur ein paar Hundert im Zuge der Besetzung oder „Befreiung“ ums Leben gekommen. Die wenigsten davon allerdings aufgrund von Kampfhandlungen, die meisten durch die Gewalt der Rotarmisten. Es waren nur ein paar Schüsse von deutscher Seite aus abgegeben worden. An einer Barrikade hatten ein paar Volkssturmmänner die Aufgabe gehabt die russischen Panzer aufzuhalten. Die zum Teil schon über sechzig Jahre alten Männer hatten aber die Panzerfäuste in einen Graben geworfen, kaum dass die SS abgezogen war und die zwanzig Hitlerjungen, die das Rathaus verteidigen sollten, waren von ihren Müttern an den Ohren nach Hause geschleift worden.


Der Krieg war doch sowieso vorbei und warum sollte man da noch sein Leben riskieren? In aller Eile waren die weißen Fahnen gehisst worden und alle hatten zu Gott gefleht, dass die SS nicht noch einmal zurückkommen würde. Doch die hatten sich in aller Eile abgesetzt. So schnell hatten die Volkssturmmänner gar nicht hinterher sehen können, wie die Autos, Motorräder und LKWs in die nächste Stadt gefahren waren. Dort hatte es dann auch größeren Widerstand gegeben. Mit vielen Toten auf beiden Seiten und auch größeren Zerstörungen. Da hatten die paar alten Männer nicht die Wahl gehabt, sondern sie hatten zwischen den Gewehren der SS und denen der Russen gestanden. Egal was sie taten, sie waren sowieso schon tot gewesen.


Der glückliche Umstand der fehlenden Gegenwehr jedenfalls hatte viele Menschen in Lores Stadt vor diesem Schicksal bewahrt. Die Toten waren unter der Erde und die alten Bilder und Fahnen waren neuen gewichen. Durch die Straßen zogen Rotarmisten und auch deutsches Ordnungspersonal mit roten Armbinden. Alle Betriebe waren geschlossen worden und es herrschte eine nächtliche Ausgangssperre. Die einzigen, die in der Nacht grölend durch die Straßen zogen, waren ein paar betrunkene russische Soldaten und hinter verschlossenen Türen hoffte ein jeder, dass sie an seinem, oder ihrem, Haus vorbeizogen, denn betrunken waren die Männer unberechenbar. Schon der kleinste Anlass reichte aus, um getötet zu werden und deshalb hielt ein jeder Einwohner, schon aus Eigenschutz, die Ausgangssperre penibel ein.


Zum Glück gab es also nur noch vereinzelte Übergriffe. Nicht so, wie es in den ersten Tagen gewesen war. Das lag vermutlich auch daran, dass die meisten Rotarmisten weiter gezogen waren und nur noch eine Kompanie mit etwa hundert Soldaten in der Stadt geblieben war. Nur die Verwaltung, die Kommandantur und eine kleine Wacheinheit waren geblieben. Diese Männer lebten in den Häusern rund um den Markt und dort blieben sie dann meist auch. Die Offiziere wohnten in der Schänke und im Hinterhof waren die Pferde der Fuhrwerke untergestellt. Die Wachposten schauten argwöhnisch auf jeden, der den Markt betrat und das Maschinengewehr auf dem Balkon des Rathauses war sicher auch nicht nur Dekoration. Drohend zeigte die Mündung auf alle herab.


Obwohl die Ausgangssperre nur bei Nacht galt, ging auch am Tage nur der aus dem Hause, der unbedingt musste. Einmal in der Woche wurde ein kleiner Markt abgehalten. Auf dem Platz vor dem Rathaus, also praktisch unter den Augen der russischen Soldaten, boten einige Bauern wenige Feldfrüchte an. Es wurde nur getauscht, denn neues Geld gab es noch keines und das alte nahm keiner mehr ab. Niemand wusste, ob es am nächsten Tag noch etwas wert sein würde. Nur wer also noch Wertgegenstände hatte, der konnte etwas zu Essen erwerben. Alle anderen waren auf die Zuteilungen der Russen angewiesen.


Von der Kommandantur wurden immer am Anfang des Monats Wertmarken mit der jeweiligen Ration ausgegeben und am Rathaus hing ein Zettel, auf welchem stand, was man für den jeweiligen Abschnitt erhalten konnte. Jeden Montag früh wurde dieser Zettel gewechselt und von Woche zu Woche wurden die Rationen kleiner. Mit jedem neuen Aushang schrumpfte der Tagessatz. Wer überleben wollte, der musste sehen wie er klarkam. Fast ängstlich las Lore dann immer dieses Blatt. Sie selbst erhielt die Marken für sich in der Kategorie IV „Angestellte“ und Kategorie V „Kinder“ für die Tochter. Aber richtig Leben und satt werden konnte Lore davon nicht.


Diebstahl, Schwarzmarkt und Tauschhandel waren die einzigen Möglichkeiten, um an etwas mehr Essen kommen zu können. Wer noch etwas Wertvolles hatte, der konnte damit Fleisch und Wurst eintauschen. Am Bahnhof, hinter einer Bretterwand trafen sich die, die etwas hatten mit denen, die etwas brauchten. Von den Wachen meist geduldet, musste man doch immer auf der Hut sein, dass nicht gerade mal eine Razzia war und alle die Waren verloren. „Organisieren“ hieß dieses Beschaffen und manchmal „fand“ Lore auch etwas am Straßenrand, wenn sie mit dem Kinderwagen aus der Stadt auf das umliegende Land hinausfuhr. …“


Weiter lesen in meinem Buch „Liebe in stürmischen Zeiten“ mit ISBN 978-3-7519-1929-6, als Buch für 7,90 Euro und demnächst  als E-Book für nur 2,49 Euro.


Alle Informationen immer unter http://buch.goeritz-netz.de/33.html

Ich stelle mich vor

Das Interview wurde am 17.11.2020 im Blog Schreibrausch veröffentlicht


Das Original findet ihr unter diesem Link:https://schreibrausch.com/2020/11/17/schriftsteller-innen-vorgestellt-uwe-goeritz/

Warum schreibst Du? Wie bist du dazu gekommen?
In meiner Jugend habe ich alle möglichen Bücher regelrecht verschlungen. Dokumentationen, wissenschaftliche Abhandlungen und natürlich auch Abenteuerbücher. Ich habe manchmal ganze Tage in Museen zugebracht, um zu ergründen, wie unsere Vorfahren so gelebt haben. Dabei hat mich natürlich die Geschichte meiner direkten Vorfahren und Ahnen besonders interessiert. Daher drehen sich alle meine Bücher irgendwie um die Sachsen. Als ich dann zu schreiben begann, da habe ich mit dem Mittelalter angefangen, aber zusätzlich dazu sind auch einige Bücher über andere Zeitalter entstanden „Schicha und der Clan des Bären“ spielt in der Steinzeit und „Der russische Dolch“ in der Zeit Napoleons. Ihre Geschichten wollte ich erzählen und daher gibt es nun diese Bücher. Zusätzlich schreibe ich aber auch Kinderbücher und romantische Erzählungen. Sozusagen, um den „schwereren“ Stoff etwas aufzulockern.
Du hast schon einige Bücher veröffentlicht.  Wie bist Du auf Deine Themen gekommen?
Mittlerweile gibt es 29 historische Erzählungen und ich betrachte das Ganze als einen langen Weg, der die Geschichte meiner Vorfahren beschreiben soll. Da ist das Mittelalter natürlich ein wichtiger Schwerpunkt. Lange Jahre habe ich dazu Bücher gelesen und recherchiert, bis ich das erste Buch geschrieben habe. Ich versuche immer einen Teil der Geschichte zu beleuchten und aus dem Blickwinkel der einfachen Menschen darzustellen. Gerade im Mittelalter gab es da eine große Entwicklung. Die Romanik, die Gotik und die Renaissance folgten vergleichsweise schnell hintereinander, wenn man die andere Zeit davor betrachtet.Aber das Mittelalter war auch eine Zeit der Gewalt, wenn man sich die Hexenprozesse ansieht, die bis weit in das 18. Jahrhundert anhielten. Am Anfang habe ich lange überlegt, ob ich die Bücher nicht nach Themengebieten zusammenfassen sollte. So wie ein paar Geschichten zu Rom, ein paar zum Mittelalter, immer so viel, dass daraus ein dickeres Buch entsteht, aber ich habe mich dagegen entschieden und so kann ich immer mal noch eine Geschichte dazwischen schieben und vielleicht einen anderen Blickwinkel zum selben geschichtlichen Ereignis einnehmen.Im Buch „Die Bruderschaft des Regenbogens“ geht es zum Beispiel um Luther und die Reformation aus der Sicht zweier Mönche. Irgendwann möchte ich diese Zeit und den Bauernkrieg wieder aufnehmen. Vielleicht aus der Sicht eines Bauern? Oder einer Bäuerin? Wer weiß, aber starre Bände würden das vielleicht verhindern. Bei meinen historischen Recherchen fällt oft so viel Material an, das es für drei Bücher reichen würde. Warum dann nur eines davon schreiben? Ich versuche mit den Geschichten so nah wie möglich an der wirklichen Realität zu bleiben. Das ist nicht immer so einfach, da es zum Leben der einfachen Menschen nicht viele Aufzeichnungen gibt. Daher versuche ich mich an Ausgrabungen oder Überlieferungen zu halten, oder aus alten Bildern oder Märchen die Zusammenhänge zu erkennen und diese dann so darzustellen, wie ich sie sehe. Das kann dann natürlich durch neue Ausgrabungen umgeworfen oder bestärkt werden. Manchmal ändere ich eine Geschichte kurz vor dem Erscheinen noch einmal ab, weil sich neue Erkenntnisse gezeigt haben.
Worum geht es im aktuellen Projekt, und was kommt dann?
Natürlich geht es auch in meinem aktuellen Projekt wieder um die Sachsen. Diesmal aber auch um die Angeln. Gemeinsam siedelten sie ab dem 6. Jahrhundert auf den britannischen Inseln und begannen dort die Entwicklung massiv zu beeinflussen. Als Kämpfer in das Land gerufen, gestalteten sie die Inseln nach ihrem Bild neu. Kaum einer weiß heute noch, dass der Begriff Essex eigentlich auf den Namen des Landes Ostsachsen, EastSaxony, zurückgeht. Wie haben die Menschen dort gelebt, was haben sie erlebt? Und sicherlich wird es danach in einer ähnlichen Richtung weitergehen, denn es gibt noch so viele Geschichten zu erzählen.
Was machst du, wenn du keine Bücher schreibst?
Mit meiner Frau bin ich oft in der Umgebung unterwegs. Dann spazieren wir durch Parks oder an Seen entlang. Wir fahren aber gelegentlich auch zu alten Klöstern oder Burgen. Da ist dann die Erholung und Recherche zu einer neuen Geschichte miteinander kombiniert. Durch das Betrachten der Ausstellungen und Gebäude kommen mir oft neue Ideen, die auch meist zu einer neuen Geschichte führen, oder die dann dazu führen Lücken in anderen Geschichten zu schließen. Es ist aber auch gut, einfach mal abzuschalten und vom Buch wegzukommen. So bekommt man etwas Abstand. Es lüftet den Kopf durch und schafft Platz für neue Gedanken und Träume.
Du bringst deine Bücher als Self-Publisher heraus. Online sind sie in vielen Shops zu erhalten. Hast du mal versucht, sie in Buchhandlungen unterzubringen?
Ich habe es mal versucht und wurde von einem Laden zum anderen geschickt. Wenn man keinen großen Verlag hinter sich hat, ist es eher schwierig in einem der Buchläden direkt Fuß zu fassen. Die meisten davon gehören mittlerweile zu großen Buchhandelsketten. Zusätzlich habe ich festgestellt, dass etwa 90 % meiner Bücher als E-Books verkauft werden und da ist die Listung im Apple iTunes Shop, bei ebooks.de, im Google Play Shop und bei Amazon sehr wichtig. Da hat der stationäre Buchhandel meiner Meinung nach etwas den Anschluss verpasst. Vermutlich hätten die aber auch gegen diesen Trend nichts ausrichten können. 
Möchtest du deinen Lesern  noch etwas sagen?
Ich möchte vor allem meinen Lesern danken, die mir nun schon so lange die Treue gehalten haben. Egal ob sie auf die neuen Kinderbücher, romantische Geschichten oder auf die historischen Erzählungen warten. Ohne diese Leser würde das Schreiben keinen Sinn ergeben und ich freue mich über die vielen positiven Rückmeldungen, die dafür sorgen, dass die Geschichten immer besser werden. Ich kann nur hoffen, dass ich meine Leser gut unterhalten habe.Alle Informationen über meine Bücher stelle ich immer auf meiner Seite http://www.Goeritz-Netz.de bereit. Dort gibt es Ankündigungen bei Neuerscheinungen, Leseproben und natürlich auch die Links zu den Onlineshops, die meine Bücher im Angebot führen. Auch der geschichtliche Zusammenhang meiner historischen Geschichten ist dort zu finden.

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